25.07.2018

Achtung bei der Weiterleitung von Strom an Dritte

Die Weiterleitung von Strom an Dritte richtig einzuordnen und zu berücksichtigen ist nicht leicht – aber wichtig, wenn Betriebe z.B. von der Stromsteuervergünstigung profitieren. Wir können nur empfehlen, sich eingehend mit der Situation auf Ihrem Betriebsgelände zu befassen.

Weiterleitung von Strom an Dritte

Stromkostenintensive Unternehmen profitieren von diversen Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben, müssen dabei jedoch die Strommengen angeben, die sie nicht selbst verbrauchen, sondern weiterleiten. Die Weiterleitung von Strom an Dritte richtig einzuordnen und praktisch zu berücksichtigen ist jedoch gar nicht so leicht – zu unterschiedlich sind die möglichen Szenarien, zu uneinheitlich die rechtliche Situation. Aber der Reihe nach:

Die Mengen an Strom, die ein Unternehmen verbraucht, sind u.a. relevant für die

  • Reduktion der KWK-Umlage,
  • Stromsteuerentlastung,
  • Ersparnis nach der besonderes Ausgleichsregelung.

Nur stromkostenintensive Unternehmen – also Unternehmen, deren maßgebliche Stromkosten mindestens 14 % der Bruttowertschöpfung erreichen – dürfen sich über diese Begünstigungen freuen. So will es der Gesetzgeber. Der Knackpunkt: Begünstigt sind tatsächlich nur die Strommengen, die das Unternehmen selbst verbraucht.

Das klingt erst einmal logisch, bereitet in der Praxis aber erhebliche Probleme.

Wann müssen Unternehmen weitergeleitete Strommengen angeben?

Energieintensive Unternehmen, die von Umlagenbegünstigungen profitieren wollen, teilen dem zuständigen Netzbetreiber abnahmestellenbezogen die selbst verbrauchten Strommengen mit. Wie viel Strom ein Unternehmen benötigt, misst ein geeichter Zähler an der zentralen Abnahmestelle. Strommengen, die an Dritte weitergeleitet werden, müssen Unternehmen zwingend angeben, sobald sie über diesen Zähler des Unternehmens an der zentralen Abnahmestelle erfasst werden.

Was gilt als Weiterleitung von Strom an Dritte?

Die Erfahrung zeigt aber: Vielen Firmen fehlt ein Bewusstsein dafür, ob und wie viel ihres Stroms sie an Dritte abgeben. Nicht immer ist dies nämlich so eindeutig wie bei einer vermieteten Bürofläche oder Betriebswohnung. „Wir verbrauchen unseren Strom zur Gänze selbst“, ist auch die gängige Reaktion, wenn sich auf dem Firmengelände Küchen, Kühlschränke oder Kaffeemaschinen finden, die von Dritten betrieben werden. Eine Schwierigkeit besteht also darin, dass es so viele unterschiedliche Szenarien gibt, nach denen Unternehmen ihren Strom nicht zur Gänze selbst verbrauchen.

Warum ist die fehlende oder unzureichende Angabe der an Dritte weitergeleiteten Strommengen ein Problem?

Insbesondere bei der Stromsteuerentlastung entwickelt es sich zur Falle, wenn ein Unternehmen seine an Dritte weitergeleiteten Strommengen unzureichend angibt oder sogar ganz weglässt. Ob die Voraussetzungen für die Stromsteuerentlastung gegeben sind oder nicht, untersucht das Hauptzollamt. Das prüft oft sehr genau. Prüfer verschaffen sich auch vor Ort einen Überblick über die Situation. Was passiert, wenn sie dann feststellen, dass Strommengen sehr wohl an Dritte weitergeleitet werden, das im Antrag aber fehlt? Dann steht schnell der Vorwurf der Steuerhinterziehung im Raum.

Wir können deshalb nur empfehlen, sich eingehend mit der Situation auf Ihrem Betriebsgelände zu befassen und Ihre Kollegen und Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren, wann Strom an Dritte weitergeleitet wird.

Nähere Informationen finden Sie auf Seite 3 f. im Hinweisblatt Stromzähler des BAFA und im Leitfaden zur Eigenversorgung.

Autor: WEKA Redaktion