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Datenschutzschulung: Diese aktuellen Inhalte gehören rein

Nicht nur die Datenrisiken und die digitalen Technologien wandeln sich, auch das menschliche Verhalten im Umgang mit Daten und IT. Lesen Sie, wie Sie diesen Trend bei den Inhalten Ihrer Datenschutzschulungen berücksichtigen.

Datenschutzschulung: Diese aktuellen Inhalte gehören rein

Kaum eine Datenschutzbeauftragte und kaum ein Datenschutzbeauftragter hat wohl noch nicht über die Bedeutung von Updates und Aktualisierungen für die IT in einer Datenschutzschulung oder Datenschutzunterweisung gesprochen. Doch auch Ihre Schulung selbst benötigt inhaltliche Updates. Und das gleich aus mehreren Gründen:

  • Es entstehen neue Online-Bedrohungen, die die Beschäftigten kennen sollten, um richtig darauf zu reagieren.
  • Es entwickeln sich neue Digitaltechnologien, die mit veränderten Datenrisiken einhergehen.
  • Nicht zuletzt gibt es aktuellere Hinweise der Aufsichtsbehörden für den Datenschutz und weniger häufig
  • sogar neue rechtliche Vorgaben.

Eine weitere Veränderung dürfen Sie ebenfalls bei den Inhalten Ihrer Datenschutzschulung nicht vergessen: Sie setzt bei den geänderten Verhaltensweisen der Nutzerinnen und Nutzer an. Wir Menschen reagieren auf neue Situation oder auf neue Geräte und Technologien nicht immer so, wie Datenschutzbeauftragte es erwarten oder erhoffen würden, wenn es um den Schutz personenbezogener Daten geht.

Veränderte Bedrohungslage durch Künstliche Intelligenz (KI)

Gerade die rasanten Entwicklungen rund um KI haben deutliche Auswirkungen auf die Datenrisiken, denen sich die Nutzerinnen und Nutzer stellen müssen. Ein wichtiges Beispiel ist KI-basierter Betrug, ein Thema, das in der Datenschutz-Schulung nicht mehr fehlen darf.

So berichtet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI):

Fast die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland fühlt sich zwar in der Lage, KI-generierte Inhalte zu erkennen. Tatsächlich schaut jedoch kaum jemand genauer hin: Nur eine Minderheit hat schon einmal etwa nach Unstimmigkeiten im Bild gesucht oder die Quelle überprüft (28 bzw. 19 %).

Immerhin: 40 Prozent haben schon einmal überlegt, ob eine dargestellte Szene realistisch ist. Nur 28 Prozent haben nach Unstimmigkeiten, etwa fehlerhaften Schatten oder Gliedmaßen, gesucht. 19 Prozent haben zudem die Seriosität der jeweiligen Quelle recherchiert.

Auch das Wissen rund um mögliche Betrugsszenarien ist gering: Nur 38 Prozent halten es für möglich, dass Cyberkriminelle zum Beispiel ein KI-Programm manipulieren, damit dieses sensible Daten weitergibt. Auch dass Kriminelle unsichtbare Anweisungen für KI-Systeme in Dokumente einfügen, halten nur 40 Prozent für denkbar. Tatsächlich sind beide Szenarien technisch möglich, so das BSI.

Bleibende Veränderungen am Arbeitsplatz

In den letzten Jahren haben viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter temporär oder langfristig ihren Arbeitsplatz ins Homeoffice verlegt. Oder sie wechseln zwischen dem Heimbüro und dem Büro in der Firma bzw. in der Behörde.

Diese Situation ist zwar nicht neu, aber sie ist wichtig bei Datenschutzschulungen nach DSGVO. Das betont beispielsweise der Verband der Internetwirtschaft eco.

„In Anbetracht einer wachsenden Bedrohungslage und Verwundbarkeiten durch mehr Mitarbeiter im Home-Office, schützen sich viele Unternehmen nicht ausreichend vor Cyberangriffen“, sagte zum Beispiel Oliver Dehning, zu dieser Zeit Leiter der Kompetenzgruppe Sicherheit im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. „Insbesondere vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt ein Sicherheitskonzept für Remote-Arbeitsplätze. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen zur Mitarbeitersensibilisierung, die die Cyber-Resilienz insgesamt erhöhen.“

Leider hat sich dies immer noch nicht bei allen Unternehmen und Behörden durchgesetzt: Die Datenschutzschulung muss nicht nur auch „remote“ erfolgen, sie muss auch inhaltlich die Risiken, die durch Remote Work entstehen, berücksichtigen.

Ebenfalls zentral: Mobile Datenrisiken

Smartphone und Tablet haben ihren festen Platz erobert, auch im Urlaub. Da aber die Beschäftigten zunehmend selbst während des Urlaubs beruflich kommunizieren, gehören Smartphone, Tablet und Urlaubszeit durchaus in die Datenschutzschulung im Unternehmen oder in der Behörde.

So berichtet der Digitalverband Bitkom: Etwa sieben von zehn Erwerbstätigen sind im Sommerurlaub beruflich erreichbar, entsprechend finden sich berufliche Mails und Daten auf den privaten Smartphones, davon ist auszugehen.

Gleichzeitig ist bekannt: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland hat das eigene Gerät mindestens einmal verloren, so Bitkom. Weitere neun Prozent haben ihr Smartphone bereits unabsichtlich liegen gelassen und es erst später wiedergefunden.

Da stellt sich einmal mehr die Frage: Wie sind die Smartphones geschützt? Eine Umfrage von eco zeigt:

  • Eine Displaysperre auf dem Smartphone haben etwa nur 45,9 Prozent eingerichtet.
  • Nur ein Drittel der Deutschen (33,2 Prozent) sichert Smartphone-Daten in Backups.
  • Und nur 62 Prozent spielen regelmäßig Softwareupdates bei Tablets und Smartphones ein.

Mobile Endgeräte gehören also ausführlich auf die Agenda von Datenschutzbeauftragten für ihre Datenschutzschulung, nicht nur zur Urlaubszeit.

Außerdem: Digitale Identitäten

Ein weiteres Beispiel für Veränderungen im menschlichen Verhalten, mit Auswirkungen auf den Datenschutz: Ganz im Sinn der Digitalisierung wollen Nutzerinnen und Nutzer vermehrt digitale Identitäten einsetzen. Für 48,4 Prozent sind digitale Identitäten eine wichtige Grundvoraussetzung für die weitere Digitalisierung, so eine Studie von eco. Besonders im Gesundheitsbereich (38 Prozent) und bei Verwaltungsdienstleistungen (37 Prozent) sehen die Menschen viele Anwendungsmöglichkeiten.

Allerdings: Lediglich 22,9 Prozent der Befragten hält aktuell die Speicherung und Verwaltung ihrer Identifikationsdaten beispielsweise auf dem Smartphone für sicher und unbedenklich. Die Mehrheit ist deutlich skeptischer und sagt, digital gespeicherte Identitätsdaten sind auf dem Handy weniger (31,2 Prozent) oder gar nicht sicher (35,7 Prozent).

Trotzdem ist das Interesse an der EUDI-Wallet, der europäischen digitalen Brieftasche hoch, wie eine Bitkom-Umfrage zeigt:  Mehr als die Hälfte der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger (54 Prozent) will die EUDI-Wallet verwenden, sobald sie ab 2. Januar 2027 verfügbar ist. 39 Prozent hingegen zeigen sich an der digitalen Brieftasche nicht interessiert, sechs Prozent sind unentschlossen.

Gleichzeitig tun die Nutzerinnen und Nutzer aber zu wenig für den Schutz ihrer digitalen Identitäten. So nutzt rund ein Viertel (23 Prozent) der Internetnutzerinnen und -nutzer häufig bewusst einfache Passwörter, damit sie sich diese leicht merken können. Ein Drittel (33 Prozent) nutzt dasselbe Passwort für verschiedene Dienste, wie eine Bitkom-Umfrage ergab.

Neben den Vorteilen digitaler Identitäten, die sich durchaus herumgesprochen haben, gehört also auch die Sicherheit stärker in den Fokus – ein weiterer Trend, der im Inhalts-Update Ihrer Datenschutzunterweisung nicht fehlen sollte.

Autor*in: Oliver Schonschek (Diplom-Physiker, IT-Analyst und Fachjournalist)

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