10.09.2015

Gesamtmetall: Werkverträge kein Problem, sondern vielfach bewährt

Kritik an IG Metall-Umfragen als „Pseudo-Umfragen“. Werkverträge sind Gift für Tarife. So das Ergebnis einer Umfrage der IG Metall unter Betriebsräten. Nein, widerspricht der Arbeitgeberverband Gesamtmetall. Werkverträge seien nur eine Rechtsform einer Zusammenarbeit. Sie sage für sich genommen noch nichts über die Arbeitsbedingungen aus. Auch hätten sie nichts mit Tarifen zu tun und gingen nicht zu Lasten von Stammbelegschaften. Im Gegenteil.

Handwerker

Gute Werkverträge, üble Werkverträge

Berlin. 9. September 2015 – Ein Messer ist ein Messer. Damit kann man Gemüse schneiden oder einen Menschen verletzen. Es kommt auf die Verwendung an, die es zu etwas Gutem oder einem Übel macht. So auch ein Werkvertrag. An sich ist er eine Rechtsform für eine Geschäftsbeziehung. Darin sind sich Gewerkschaft und Arbeitgeber einig. Es kommt auf die Verwendung an.

Gesamtmetall widerspricht IG Metall

Dazu hat die IG Metall in der vergangenen Woche einige Aussagen gemacht. Sie lassen die Verwendung von Werkverträgen in Teilen der Wirtschaft nicht gerade in einem positiven Licht erscheinen. Zu Unrecht, wie Gesamtmetall meint.

Kampagne gegen Werkverträge

In einer Pressemitteilung kritisiert der Arbeitgeberverband die Aussagen der IG Metall zu Werkverträgen. Die IG Metall betreibe eine „breit angelegte Kampagne“. Mit ihr versuche die Gewerkschaft, Werkverträge zu einem „Problemfall der modernen Arbeitswelt zu machen“. Dabei hätten sie sich seit Jahrzehnten bewährt. Handwerker und Dienstleister erbrächten ganz unterschiedlicher Branchen in dieser Form ihre Leistungen.

Spezialisten braucht die Wirtschaft

Spezialisten könnten bestimmte Arbeiten besser, schneller und effizienter erbringen. Sie hätten

  • das nötige Fachwissen,
  • das erforderliche Handwerkszeug,
  • die adäquaten Gerätschaften,
  • die notwendige Erfahrung und
  • dafür eigens geschultes Personal

– alles Dinge, über die jemand nicht verfüge, wenn er solche Arbeiten nur gelegentlich ausführt. Außerdem wäre es zu teuer, für solche sporadischen Arbeiten das Personal und die Ausrüstung dauerhaft vorzuhalten.

Tarifgebundene Unternehmen und Werkverträge

Die Rechtsform sage „überhaupt nichts über die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung aus“, so der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Oliver Zander. Viele tarifgebundene Unternehmen der M+E-Industrie arbeiteten selber im Rahmen von Werkverträgen.

Mehr Stammbeschäftigte dank Werkverträgen

Es sei überdies eine Unterstellung, Werkverträge gingen zu Lasten der Stammbelegschaften. Sie sei falsch. Zander: „Das zeigt schon die einfache Tatsache, dass die Zahl der Stammbeschäftigten in der Metall- und Elektro-Industrie seit Jahren steigt.“

Zander: Angebliche Umfragen nur Pseudo-Umfragen

Zander bezeichnete die bei Betriebsräten durchgeführten Umfragen als „Pseudo-Umfragen“. Darin gehe es der IG Metall nicht um den Verstoß gegen geltendes Recht, sondern „schlicht um ihre eigenen organisationspolitischen Interessen“.

 

Autor: Franz Höllriegel