Fachbeitrag | GmbH
22.12.2014

Wenn eine Betriebsprüfung kommt

Keine Angst vor der Betriebsprüfung! Wie immer gilt: Wissen ist alles. Wir informieren Sie über Ihre wichtigsten Pflichten und Rechte als Geschäftsführer. Verweigern sollten Sie die Betriebsprüfung nicht, denn dann können die Besteuerungsgrundlagen geschätzt werden. Bereiten Sie sich also lieber gut vor.

betriebsprüfung© Gina Sanders /​ Fotolia

Bei einer Betriebsprüfung haben Sie ganz bestimmte Rechte und Pflichten, die wir hier in Anlehnung an ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (24.10.2013, IV A 4 – S 0403/13/10001) kurz zusammengefasst haben.

Betriebsprüfung: die wichtigsten Pflichten

  1. Als GmbH-Geschäftsführer sind Sie verpflichtet, an einem reibungslosen Ablauf der Prüfung mitzuwirken.
  2. Sie sollten dem Prüfer unentgeltlich einen geeigneten Raum oder Arbeitsplatz sowie die erforderlichen Hilfsmittel überlassen.
  3. Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und die sonstigen Unterlagen sollten Sie vorlegen bzw. dem Prüfer den Datenzugriff ermöglichen.
  4. Der Prüfer darf Einsicht in die gespeicherten Daten nehmen und das Datenverarbeitungssystem zur Prüfung dieser Unterlagen nutzen (unmittelbarer Datenzugriff). Gegebenenfalls sollten Sie den Prüfer in die Technik einweisen.
  5. Fordert der Prüfer dies an, müssen Sie ihm die GmbH-Daten auf maschinell auswertbaren Datenträgern zur Verfügung stellen (Datenträgerüberlassung) oder nach seinen Vorgaben maschinell auswerten (mittelbarer Datenzugriff).

Betriebsprüfung: die wichtigsten Rechte

  1. Als GmbH-Geschäftsführer können Sie aus wichtigen Gründen die Verschiebung der Prüfung beantragen.
  2. Sie können anlässlich der Prüfung sachkundige Auskunftspersonen benennen.
  3. Der Prüfer muss sich bei Ihnen unter Vorlage seines Dienstausweises vorzustellen. Bei Rückfragen können Sie sich unter Namensangabe des Prüfers an die Prüfungsstelle wenden.
  4. Über alle wichtigen Feststellungen wird der Prüfer Sie während der Betriebsprüfung unterrichten, sofern dadurch nicht ihr Zweck und Ablauf beeinträchtigt werden.
  5. Stellt sich während der Prüfung der Verdacht eines Steuervergehens heraus, darf der Prüfer erst weitermachen, wenn Ihrer GmbH wegen des betreffenden Sachverhalts die Einleitung eines Steuerstraf- oder Bußgeldverfahrens mitgeteilt wurde.
  6. Soweit Prüfungsfeststellungen für ein Steuerstraf- oder Bußgeldverfahren verwendet werden können, brauchen Sie als Geschäftsführer bei der Aufklärung der Sachverhalte nicht mitzuwirken.
  7. Soweit sich die Besteuerungsgrundlagen durch die Prüfung ändern, kommt es zur Schlussbesprechung. Hier werden einzelne Prüfungsfeststellungen zusammenfassend erörtert.
  8. Vor der Auswertung des Prüfers erhalten Sie bei Änderungen einen schriftlichen Prüfungsbericht, zu dem Sie für Ihre GmbH Stellung nehmen können.
  9. Bei einer abgekürzten Außenprüfung gibt es keine Schlussbesprechung. Hier erhalten Sie die steuerlich erheblichen Prüfungsfeststellungen mit den Steuerbescheiden in Schriftform.

Betriebsprüfung: unsere Tipps

  1. Ziehen Sie nach Bekanntgabe der Prüfungsanordnung SOFORT Ihren Steuerberater und Rechtsanwalt hinzu.
  2. Rechtsbehelfe gegen den Prüfungsbericht – auch wenn Ihnen die „Galle überläuft“ – sind nicht möglich. Diese können Sie aber für Ihre GmbH gegen die aufgrund der Außenprüfung ergehenden Steuerbescheide einlegen.

Bild: © Gina Sanders/Fotolia

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