07.12.2017

Weihnachtsfeiern sollten Budgetrahmen nicht sprengen

Advent, Advent – die Zeit für Weihnachtsfeiern ist da. Wie andere Betriebsfeiern sind sie beliebt, gern mit Weihnachtsmann. Solange dessen Preis nicht das Budget sprengt, wird der Fiskus nichts dabei finden. Doch wehe, man feiert zu üppig. Dann macht’s die Steuer teuer.

Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeier, Betriebsausflug & Co auf dem Prüfstand

Die Lohnsteuer-Außenprüfung bringt es an den Tag. Dann kommen Weihnachtsfeier, Betriebsausflug & Co häufig auf den Prüfstand. Bisher hatten Arbeitgeber dadurch keine weitere Mehrbelastung zu befürchten. Doch jetzt könnte die Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) zuschlagen. Sie wurde geändert. Das ermöglicht der Deutschen Rentenversicherung, Beiträge für bisher nicht versteuerte Betriebsveranstaltungen zu erheben, berichtet die Fachanwältin der Unternehmensberatung KPMG Stephanie Saur in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS).

Prüfung der Deutschen Rentenversicherung

Dem Arbeitgeber drohen dem FAS-Bericht zufolge nicht nur Beitragsnachzahlungen von rund 40 Prozent der Veranstaltungskosten, sondern auch Säumniszuschläge in Höhe von einem Prozent je Monat seit dem Veranstaltungszeitpunkt. Die Prüfung der Deutschen Rentenversicherung decke in der Regel einen Vierjahreszeitraum ab. Die beanstandete Veranstaltung könne daher bei der Prüfung schon Jahre zurückliegen.

Teilnahme eines Arbeitnehmers an Betriebsveranstaltungen

Grundsätzlich ist die Teilnahme eines Arbeitnehmers an bis zu zwei Betriebsveranstaltungen pro Kalenderjahr steuerfrei, wenn die Aufwendungen des Arbeitgebers inklusive Umsatzsteuer den Betrag von 110 Euro je Teilnehmer pro Veranstaltung nicht übersteigen. Die Steuerfreiheit führt grundsätzlich auch zur Sozialversicherungsfreiheit. Übersteigen die Kosten pro Teilnehmer den Freibetrag von 110 Euro oder nimmt ein Arbeitnehmer an mehr als zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr teil, kann der Arbeitgeber die steuerpflichtige Veranstaltung mit pauschal 25 Prozent (zuzüglich Soli und Kirchensteuer) für den Arbeitnehmer übernehmen.

Sozialversicherungsfreiheit bei Pauschalsteuer

Die Sozialversicherungsfreiheit ist nach der Neuregelung nur noch gegeben, wenn der Arbeitgeber bis zum 28. Februar des Folgejahres die Pauschalsteuer abführt. Gerade zum Jahreswechsel sei die zeitnahe Erfassung von Veranstaltungen schwierig, da häufig Teilnehmerlisten, Reisekosten und Eingangsrechnungen erst im Folgejahr vorliegen. Saur rät:

Arbeitgeber sollten daher zeitnah prüfen, ob die Weihnachtsfeier die Voraussetzung einer steuerfreien Betriebsveranstaltung erfüllt. Steuerpflichtige Veranstaltungen sind bis zum 28. Februar in die Lohnsteueranmeldungen aufzunehmen.

Neue Sachbezugswerte

Ab dem 01.01.2018 gelten aller Voraussicht nach neue Sachbezugswerte. Darauf weist Sodexo, ein führender europaweiter Anbieter von Incentives und Motivationslösungen für Firmen und Arbeitnehmer, in einer Mitteilung an die Presse hin. Danach sieht der Entwurf für die die Zehnte Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV, SvEVÄndV) vor, dass die Sachbezugswerte für betriebliche Mahlzeiten erhöht werden. Der entsprechende Sachbezugswert stiege dann 2018 auf arbeitstäglich 3,23 Euro. Die amtlichen Werte sind zum Beispiel anzusetzen, wenn ein Unternehmen eine Kantine unterhält oder den Mitarbeitern Essenszuschüsse in Form von Essenmarken oder Restaurantschecks gewährt.

freie Verpflegung

Steuerfreie Arbeitgeberleistungen

Die Sachbezugswerte für steuerfreie Arbeitgeberleistungen werden von der Bundesregierung jedes Jahr auf der Basis der Entwicklung der Verbraucherpreise neu festgesetzt. Zum 1. Januar 2018 kommen für alle Bundesländer voraussichtlich neue amtliche Sachbezugswerte zur Anwendung:

  • Der Monatswert für Mahlzeiten steigt laut Sodexo auf 246 Euro,
  • der Wert für die arbeitstägliche Verpflegung beim Mittagessen wird auf 3,23 Euro erhöht.

Der Entwurf für die 9. SvEVÄndV befindet sich derzeit in der Abstimmung mit den Bundesressorts, den Ländern und Verbänden. Die entsprechende Verordnung muss dann zum Jahresende noch vom Bundesrat beschlossen werden. Dies gilt als Formsache.

Bewertung von Mittagessen

Der so genannte Sachbezugswert in der SvEV regelt die steuerliche Bewertung eines Mittagessens und ist für die Bewertung von arbeitgeberseitig gestellter Kantinenverpflegung wie auch für die Ausgabe von Essengutscheinen bzw. Restaurantschecks relevant.

Restaurantschecks statt Bargeld

Über den Sachbezugswert hinausgehend können Unternehmen das Gehalt der Mitarbeiter steuerfrei erhöhen, wenn der Essenszuschuss in Form von Restaurantschecks statt Bargeld gewährt wird. Auf diese Weise lasse sich eine wertvolle betriebliche Sozialleistung umsetzen. Sie rechne sich zudem steuerlich, da sie den Nettolohnwert der Arbeitnehmer ohne Abzüge von Lohnnebenkosten sehr effizient erhöht.

2018 wären damit laut Sodexo bis zu 1.392,60 Euro netto pro Mitarbeiter und Jahr möglich.

Lohnsteuer-Außenprüfungen und -Nachschau 2016

Wohl also dem Arbeitgeber auf dem Lande, in der Stadt – der sich auf die Lohnsteuer-Außenprüfung vorbereitet hat. Deren Prüfer arbeiten ziemlich effektiv. 2033 von ihnen waren im Jahr 2016 durchschnittlich im Einsatz bei den Lohnsteuer-Außenprüfungen und der Lohnsteuer-Nachschau. Geprüft wurden über 100.000 Arbeitgeber, berichtet „Lohn- & Gehaltsprofi AKTUELL“ – und fragt: „Sie auch?“ Was es gebracht hat – mehr dazu in dem Newsletter für betriebsprüfungssichere Abrechnungen und – besonders wichtig – für die Vermeidung von Nachzahlungen.

 

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Autor: Franz Höllriegel