09.05.2019

Was müssen Unternehmer bei der Beschäftigung von Angehörigen beachten?

Hochzeit statt Krieg! Diese Politik verfolgten schon Monarchien. In etwa auf moderne Wirtschaft übertragen: Firmeninhaber beschäftigen eigene Angehörige. „GmbH-Brief AKTUELL“ widmet dem Thema eigens eine Sonderausgabe, mit Downloads und vielen Expertentipps. Eine Übersicht.

Beschäftigung von Angehörigen

Rosenkrieg – Fortführung der Ehe mit anderen Mitteln

… Bis dass der Tod euch scheidet. Bei manchen ist sogar dieses Datum noch zu früh angesetzt, bei manchen aber auch viel zu spät. Dann nämlich, wenn nach der Heirat die große Liebe mit dem Spruch des Scheidungsrichters endet. Was folgt, ist meist ein heftiger Rosenkrieg mit oft fatalen Folgen, wenn der Firmeninhaber die Verflossene im eigenen Unternehmen beschäftigt hatte. Als solcher sind Sie daher gut beraten, Ihr Unternehmen für solch einen Fall beizeiten abzusichern.

Warum ist die richtige Absicherung so wichtig?

Ganz einfach: wenn Sie als Firmeninhaber hier nicht aufpassen, kann es bis zur Zwangsliquidation des Unternehmens und damit zum Existenzverlust kommen. Die möglichen Folgen können zu derartig finanziellen Belastungen führen, dass sie Sie als Firmeninhaber und sogar Ihr Unternehmen ruinieren.

Derartige Fälle gibt es häufig. Über sie berichtet „GmbH-Brief AKTUELL“ in einer Sonderausgabe (06/2019) in dem Beitrag „Von der glücklichen Ehe zur Zwangsliquidation“, Seite 1.

Sollten Sie als Unternehmer mit Ihrem Ehepartner einen Ehevertrag schließen?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Ehevertrag muss nicht so schlecht sein, wie man oft hört. Da heißt es dann, der eine wolle den anderen übervorteilen; ob der wirtschaftlich stärkere Teil den anderen oder vielleicht doch eher umgekehrt, sei dahingestellt. Sicher ist: so einfach, wie es scheint, ist es nicht, mit einem Ehevertrag einen anderen über den Tisch zu ziehen.

Am Ende des Tages hätte sowieso ein Familiengericht darüber zu befinden. Ist ein Ehevertrag sittenwidrig, wird es ihn für unwirksam erklären. Ansonsten dient der Ehevertrag neben der Absicherung des Firmeninhabers und des Unternehmens gerade dazu, für den Ernstfall klare Regeln aufzustellen, und sollte eigentlich Streit vermeiden helfen.

Was Sie in einem Ehevertrag vereinbaren sollten, damit Sie mit ihm seine Zweckbestimmung möglichst erreichen, fasst der Beitrag „Ehevertrag: Absicherung für Firmeninhaber und Unternehmen“ zusammen auf Seite 2.

Wer gilt für das Finanzamt als Angehöriger?

Das regelt im Einzelnen § 15 Abgabenordnung (AO). Das reicht von einfachen Verlobten über Ehegatten bis hin zu Pflegepersonen. Für die Steuer gehören zu diesem Kreis auch aufgrund von Scheidung Ihnen als Firmeninhaber nicht mehr verwandtschaftlich verbundene Personen.

Welche Vorteile bietet Ihnen als Firmeninhaber die Beschäftigung von Angehörigen?

Eine ganze Reihe von Vorteilen: Das fängt schon damit an, das Sie als Unternehmer zu einem Angehörigen ein besonders enges Vertrauensverhältnis haben. Er kennt Sie und das Unternehmen, bringt womöglich ein persönliches Interesse am Erfolg Ihres Unternehmens mit. Einen solchen Mitarbeiter müssten Sie auf dem Arbeitsmarkt erst einmal suchen. Und die steuerlichen Vorteile sind nicht zu verachten, von der Absetzungsmöglichkeit des Arbeitsentgeltes für Ihren Angehörigen bis hin zum Schutz durch die soziale Versicherung.

Welche Vorteile Sie als Firmeninhaber sonst noch haben und vor allem, was Sie zumal als Kleinunternehmer tun müssen, um in deren Genuss zu gelangen, bereitet der Beitrag „Was sind die Vorteile, wenn Angehörige im Unternehmen mitarbeiten?“ für Sie auf, auf Seite 3.

Müssen Sie die Beschäftigung von Ehegatten und Kindern sozialversichern?

Das kommt darauf an, in welcher Form Sie sie beschäftigen:

  • in familienhafter Mitarbeit,
  • als abhängig Beschäftigte,
  • als Mitunternehmer.

Wichtig für Sie ist da die sozialversicherungsrechtliche Einordnung der Beschäftigung Ihres Angehörigen. Wollen Sie Angehörigen im Unternehmen sozialversicherungspflichtig beschäftigen, müssen Sie bestimmte sozialversicherungs-, steuer- und arbeitsrechtliche Dinge beachten. Andernfalls können Sie die Kosten für die Beschäftigung nicht als Betriebsausgabe absetzen.

Was diese Formen der Mitarbeit im Einzelnen bedeuten, erklärt der Beitrag „Das müssen Sie sozialversicherungsrechtlich bei der Beschäftigung eines Angehörigen beachten“ auf Seite 4.

Kommen steuerliche Aspekte bei beschäftigten Angehörigen in Betracht?

Ja, jedenfalls wenn das Finanzamt das Entgelt dafür als absetzbare Betriebsausgabe anerkennen soll. Das prüft, ob ein ernsthaft vereinbartes Arbeitsverhältnis vorliegt. Erforderlich ist weiterhin, dass Ihr Angehöriger das Arbeitsverhältnis in Ihrem Unternehmen tatsächlich durchführt. Und schließlich muss das Beschäftigungsverhältnis mit dem Angehörigen einem Fremdvergleich standhalten. Diese Voraussetzungen gelten übrigens auch bei Beschäftigung von Angehörigen im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob). Schließlich wollen die Bestimmungen zum Mindestlohn beachtet sein.

Welche und was im Einzelnen für die Steuer von Bedeutung sein kann, beschreibt der Beitrag „Auf diese steuerlichen Aspekte müssen Sie bei der Beschäftigung eines Angehörigen achten“ auf Seite 5.

Was bedeutet eigentlich „Fremdvergleich“ genau?

Es bedeutet, dass die zwischen Ihnen und Ihrem Angehörigen getroffenen arbeitsvertraglichen Vereinbarungen dem entsprechen, was Sie auch mit fremden dritten Personen vereinbaren. Hat etwa Ihr mitarbeitender Ehegatte einen akademischen Abschluss, führt aber nur gewöhnliche Tätigkeiten aus, dürfen Sie das bei der Bemessung des Arbeitsentgelts für ihn nicht berücksichtigt haben. Ebenso sind nur Ihrem Angehörigen gewährte Extras beim Arbeitsentgelt grundsätzlich tabu. Speziell bei einer GmbH ist wichtig: Ist der Fremdvergleich nicht gewahrt, können Sie die Lohnkosten steuerlich nicht absetzen. Ihrer GmbH könnte zusätzlich eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) drohen.

Der Beitrag „Besondere Steuerfallen: So vermeiden Sie Ärger bei der Außenprüfung“ macht nähere Ausführungen zu den möglichen Steuerfallen, angereichert mit interessanten Gerichtsurteilen dazu von Finanzgerichten und des Bundesfinanzhofes und einem umfassenden Expertentipp im Zusammenhang mit Minijobs, das alles auf Seite 6.

Inwiefern kann eine vGA drohen?

Vereinfacht gesagt: unter einer vGA versteht man alle Vorteile, die eine GmbH zulasten ihres Gewinns einem Gesellschafter zuwendet. Entscheidend dabei ist, dass die GmbH den gewährten Vorteil einer fremden dritten Person nicht zugewendet hätte. Eine vGA vermutet das Finanzamt schon, wenn dieses Kriterium für eine dem Gesellschafter nahestehende Person zutrifft. Gewähren Sie als Gesellschafter also etwa Ihrer Ehefrau für ihre Tätigkeit ein deutlich überzogenes Gehalt, ist das für das Finanzamt eine vGA. Das führt dazu, dass sich diese Steuern und der Zuschlag für Sie als GmbH verteuern. Da gibt es übrigens mehrere Entscheidungen des Bundesfinanzhofes, und zwar zu einer möglichen Schenkungssteuer im Falle einer vGA.

Mit welchen möglichen Folgen für Sie als GmbH, zeigt der Beitrag „Achtung: Das Arbeitsverhältnis von Angehörigen muss einem Fremdvergleich standhalten!“ auf Seite 7.

Welche Vorteile kann die Beschäftigung von Angehörigen sonst bieten?

Ein ganz wesentlicher ist der für Ihre Planung der Unternehmensnachfolge. Als vorausschauender Firmeninhaber überlegen Sie spätestens zehn Jahre vor dem geplanten Ruhestand, was im Alter mit Ihrem Unternehmen geschehen soll. Haben Sie beispielsweise Kinder und wollen diese Ihre Firma gerne übernehmen, wird es höchste Zeit für die Nachfolgeplanung. Sie können als Firmeninhaber nämlich die für Schenkungen geltenden steuerlichen Freibeträge alle zehn Jahre erneut ausschöpfen.

Der Beitrag „Nachfolgeplanung: Wer das Unternehmen übernehmen soll“ schlüsselt anhand von eingehendem Tabellenmaterial der Freibeträge und deren Überschreitung auf, welche Steuerersparnisse eine rechtzeitige Nachfolgeplanung für Sie als Unternehmer bewirken kann, zu finden auf Seite 8.

 

Autor: Franz Höllriegel