07.05.2018

Vorteile für Unternehmer: „Flexi“-Dienstwagenwechsel

Heute SUV, morgen Cabrio: Seien Sie kein Automuffel, gönnen Sie Ihrem Mitarbeiter öfter mal ein neues Modell! Hersteller locken mit Flatrate-Tarifen Unternehmen. Die freuen sich neben fixen Kosten über motiviertere Mitarbeiter. Doch Vorsicht! Die Steuer fährt immer mit.

Dienstwagen

Modell, Farbe, PS?

Ein neuer Dienstwagen muss her. Doch welches Modell, Farbe, PS? Die Entscheidung fällt nicht jedem leicht. Dutzende durchkonfigurierte Wunschautos kreisen im Kopf. Was darf’s denn heute sein: das schicke Cabrio für den Ausflug mit der Geliebten oder doch lieber der geräumige SUV, um das Einzelkind fünf Minuten um die Ecke in den Kindergarten zu fahren? Am Ende wird’s dennoch meist klassisch: der Kombi für alle Fälle. Doch Autohersteller wie Daimler wollen Autofahrern nun das Leben versüßen, berichtet „firmenauto.de“.

Mercedes me Flexperience

Bei Daimler in der Pilotphase: „Mercedes me Flexperience“. Dabei sollen Kunden innerhalb eines Jahres für eine fixe monatliche Rate bis zu zwölf Modelle der Baureihen A-, C-, E- und S-Klasse leasen. Wie hoch diese ausfällt, verrät Mercedes noch nicht. So viel schon jetzt: die Rate soll Versicherung, Wartung und Reparaturen sowie Reifenservice abdecken. Man sucht ein Fahrzeug über eine App aus. Über sie werden auch Abholung und Rückgabe abgewickelt. Ähnlich funktioniert Porsches flexibles Mietprogramm „Passport“. Der Sportwagenhersteller führte das neue Vertriebsmodell vergangenes Jahr in Atlanta (USA) ein. Für 2.000 US-Dollar Monatsrate dürfen Autofahrer zwischen den Familien-SUV „Macan“ und „Cayenne“ sowie den Zweisitzern „Boxster“ und „Cayman“ von einem auf den anderen Tag wechseln – je nach Lust und Laune. Gebucht wird wieder über eine App. Für 3.000 US-Dollar monatlich rüstet Porsche die Flotte sogar um „911er“ und „Panamera“ auf. Wie bei Mercedes sind bei Porsche gleichfalls sämtliche Kosten abgedeckt. Bestellt der Fahrer einen Wagen, wird ihm dieser frisch gewaschen und vollgetankt ins Büro oder nach Hause gebracht.

Book by Cadillac in München

Bei Cadillac heißt das Ganze dann „Book by Cadillac“, ein Pilotprojekt im Großraum München. So will der amerikanische Autobauer seine Modelle ohne umfangreiches Händlernetz hierzulande an den Mann bringen. Günstig dürfte aber auch hier für die monatliche Rate eine relative Umschreibung sein. Denn was für Autofahrer nach einer nicht schlechten Idee klingt, bedeutet für den Hersteller einen gewissen Aufwand. Er muss eine umfangreiche Autoflotte vorhalten, um dem Andrang gerecht zu werden. Gleichzeitig sollten die Autos möglichst ausgelastet sein. So eine Logistik ist nur mit einem entsprechenden Preisaufschlag gegenüber dem klassischen Leasing zu stemmen.

Entscheidung für ein bestimmtes Modell

Eine abgespeckte Mietvariante bietet Volvo an. Als Leasing-Alternative für die Modelle „XC40“ und „V60“ gibt es das Mietprogramm „Care by Volvo“. Statt sich die Fahrzeuge auf längere Zeit in den Fuhrpark zu stellen, kann der Flottenmanager den Wagen für 24 Monate mieten – inklusive aller anfallenden Kosten wie Versicherung und Kfz-Steuer. Abhängig vom Firmensitz tankt und wäscht Volvo die Autos. Für den XC40 werden dafür monatlich mindestens 587 Euro fällig, für den V60 ab 713 Euro. Die Monatsraten liegen deutlich über denen eines klassischen Leasings. Anders als bei den Konkurrenzmarken entscheidet sich der Fahrer weiterhin für ein bestimmtes Modell. Volvo verspricht allerdings kurzzeitige Wechselmöglichkeiten, beispielsweise für Urlaubsfahrten. Nach und nach wolle Volvo die Laufzeiten verkürzen und so Mietzeiten von einem Monat ermöglichen, schreibt „firmenauto.de“.

Langzeitmiete oder Leasing

Im Grunde entspricht dies einer typischen Langzeitmiete. Sie ziehen viele Flottenmanager trotz höheren Monatsraten dem Leasing vor. Zumal wenn Firmen mit zeitlich begrenzten Personaleinsätzen für bestimmte Projekte arbeiten oder starken wirtschaftlichen Schwankungen unterliegen.

Der Vorteil der Langzeitmiete:

  • Dienstwagen können kurzfristig besorgt und jederzeit wieder abgegeben werden.
  • Gleiches gilt bei einem Unfall. Auch hier tritt das Mietwagenunternehmen ein.
  • Lediglich den Sprit muss man extra bezahlen.
  • Fuhrparkleiter können zudem neue Modelle kurzzeitig für den Flotteneinsatz testen – etwa alternative Antriebe wie Erdgas- oder Elektro-Autos.
  • Nach Ablauf der Mindestmietdauer rechnen die meisten Vermieter auf den Tag genau ab.
  • Bei der Budgetplanung stellt die Rate der Langzeitmiete zudem eine verlässliche Größe dar, da Steuer, Versicherungen und alle anderen anfallenden Kosten vom Vermieter getragen werden.

Im Dienstwagen die Steuer mit am Steuer

Die Steuer ist in der Tat eine nicht uninteressante Frage dabei. Für den Fall, dass die so geleasten oder gemieteten Firmenwagen privat genutzt werden, wird gelegentlich eine Kostenbeteiligung des Arbeitnehmers im Arbeitsvertrag vereinbart. Welche steuerlichen Folgen diese Zuzahlungen haben, hat das Bundesministerium der Finanzen jetzt in einem Schreiben erläutert. Anhand einer Vielzahl von Beispielen erläutert „SteuerSparbrief AKTUELL“ (5/2018), in welchen Punkten es darin die Verwaltungsvorgaben an die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes angeglichen hat und was Unternehmen beachten sollten, die ihren Mitarbeitern einen neuen Dienstwagen gönnen wollen.

 

Autor: Franz Höllriegel