03.07.2015

Unternehmer sorgen für klare Urlaubsregeln

Heute soll an einigen Orten in Deutschland die 40-Grad-Grenze fallen. Einst in der seligen Schulzeit hieß das: Hitzefrei! Doch im harten Erwerbsleben gelten andere Regeln. Vorausschauende Unternehmer haben hier mit klaren Urlaubsregeln vorgesorgt. Worauf es dabei ankommt, hat der Fachinformationsdienst Arbeitsrecht für Personalmanager und Arbeitgeber "PersonalTIPP" in seiner jüngsten Ausgabe 09/2015 zusammengestellt.

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Selten Urlaub nach Wunsch

Kissing. 3. Juli 2015 – Die für viele Beschäftigte vielleicht weniger rosige Aussicht: In den wenigsten Fällen können alle Arbeitnehmer eines Betriebes ihren Urlaub so nehmen, wie sie es gerne hätten. Das Gesetz sehe zwar vor, dass der Urlaub nach den Wünschen der Beschäftigten zu gewähren ist. Dies gilt, so „PersonalTIPP“, jedoch nur für den Fall, dass

  • dringende betriebliche Belange oder
  • unter sozialen Gesichtspunkten vorrangige Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer

dem nicht entgegenstehen. Ob dies der Fall ist und wann der Arbeitnehmer seinen Urlaub antreten kann, entscheide der Arbeitgeber.

Kollision von Urlaubswünschen

Kollidieren die Urlaubswünsche von mehreren Mitarbeitern, so habe der Arbeitgeber soziale Belange wie Schulpflicht oder Betreuungsmöglichkeit vorhandener Kinder, zwingende Vorgaben von Angehörigen oder Dauer der Betriebszugehörigkeit zu berücksichtigen.

Betriebliche Belange

Zumal betriebliche Belange können Urlaubswünschen Einzelner entgegenstehen. Bei vorhersehbaren Urlaubshindernissen wie dem Jahresabschluss sollten Arbeitgeber Urlaubssperren in Erwägung ziehen, um sich unnötigen Verwaltungsaufwand bei der Ablehnung von Urlaubsanträgen zu ersparen.

Urlaubsverteilung offen darlegen

Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern könnten Arbeitgeber am besten vermeiden, wenn sie die Grundsätze der Urlaubsverteilung offen darlegen und die Urlaubsplanung frühzeitig angehen. „PersonalTIPP“ rät Betriebsleitungen zu einer Urlaubsordnung, an die sie sich dann auch möglichst ausnahmslos halten sollten.

Zusammenhängender Urlaub

Nach dem Gesetz müsse Urlaub grundsätzlich zusammenhängend gewährt werden – allerdings nur der gesetzliche, nicht der vertraglich, auch tarifvertragliche Urlaub.

Einbindung des Betriebsrates

Besonders weist „PersonalTIPP“ auf die Einbindung des Betriebsrates hin, so einer vorhanden. Die Arbeitnehmervertretung habe in bestimmten Fällen ein zwingendes Mitbestimmungsrecht.

Schnell-Check für die Verweigerung von Urlaub

Unternehmensführern, die sich unsicher sind, wann sie einen Urlaubsantrag abschlägig bescheiden dürfen, gibt „PersonalTIPP“ einen Schnell-Check an die Hand.

Autor: Franz Höllriegel