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09.11.2015

Unternehmer sollten fünf Bankkonten haben

Banken-Trennung ist das A und O.

Schnaps ist Schnaps und Bier ist Bier. Trennung ist auch bei der Bankbeziehung das A und O. Ein Konto fürs Private, zwei fürs Geschäftliche, eins fürs Aktuelle und eins fürs Langfristige. Welche Vorteile eine solche Kontentrennung für die Unternehmensführung bringt, erläutert der Finanzexperte Marek Schwiesau.

Kreditkarte© svort /​ fotolia.com

Finanzielle Vorteile

Wiesbaden. 6. November 2015 – Mehr finanzielle Freiheit, Flexibilität und Unabhängigkeit – nicht mehr und nicht weniger verspricht Schwiesau Unternehmern durch eine Trennung ihrer Bankverbindungen.

Bank schließt Konto – was nun?

Schwiesau erläutert in einem Beitrag für „firma.de“ diese Vorgehensweise an einem Negativmodell: Ein Unternehmer unterhält beide Konten, privates und geschäftliches, bei derselben Bank. Es kommt zum Fall der Fälle: Die Bank schließt das Geschäftskonto, gleicht offene Forderungen über das Privatkonto aus und kündigt die Geschäftsbeziehung.

Mit einem Schlag handlungsunfähig

Folge: Der Unternehmer wird mit einem Schlag handlungsunfähig. Mehr noch: er bekommt auch bei einer anderen Bank nicht mehr so einfach einen Fuß in die Tür. Dieser Albtraum wäre nicht Realität geworden, so Schwiesau, hätte der Unternehmer seine Konten bei verschiedenen Banken unterhalten.

Banken dürfen Konto kündigen …

Banken dürfen einem Geschäftskunden den Girovertrag ohne Angabe von Gründen kündigen, schreibt Schwiesau. Er bezieht sich hierbei auf ein Urteil des OLG Bremen vom 9.12.2011 (Az. 2 U 20/11). Die Richter damals: Ein Girovertrag hat „Dienste höherer Art“ zum Gegenstand. Deshalb müsse sich der Vertragspartner ohne Angabe von Gründen daraus lösen können.

… Sparkassen nicht ohne weiteres

Dies gelte jedoch nicht für Sparkassen. Diese dürften nach ihren AGBs nicht einfach einen Girovertrag kündigen, ohne dafür sachliche Gründe zu haben (BGH, Urteil vom 11.3.2003, Az. XI ZR 403/01). Deshalb sollten, so Schwiesau, Unternehmer immer auch eine zweite Bankverbindung zu einer Sparkasse unterhalten.

Beurteilung für Kreditanfragen

Weiterer Vorteil der Bankentrennung: Die Bank, die das Geschäftskonto unterhält, kann das Zahlungsverhalten nicht von den Gewohnheiten des Privatkontos abhängig machen. Der Unternehmer bekomme so in der Regel eine bessere Beurteilung, wenn er einen Geschäftskredit benötigt und die Bank die privaten Zahlungsgewohnheiten nicht kennt.

Fünf Konten ein Muss für jeden Unternehmer

Somit sollten Schwiesau zufolge folgende Konten für Unternehmer Pflicht sein:

  • Ein geschäftliches Girokonto bei einer Sparkasse,
  • ein zweites bei einer anderen Bank,
  • ein privates Girokonto bei einer dritten Bank,
  • ein Tagesgeldkonto ausschließlich für Steuerrücklagen (z. B. Umsatzsteuer); damit komme der Unternehmer nicht in Versuchung, Geld auszugeben, das ihm nicht gehört.
  • Ein Tagesgeldkonto für Investitionsrücklagen und für schlechte Zeiten; hier empfiehlt Schwiesau Rücklagen für sechs Monate zur Deckung laufender betrieblicher Kosten.

Tagesgeldkonten seien kostenfrei, müssten immer im Guthaben geführt werden und seien täglich in voller Höhe verfügbar.

Schließlich sichere der Unternehmer mit dieser Trennung die Zahlungs- und Handlungsfähigkeit im Krisenfall ab – für sich und seine Familie.

Autor: Franz Höllriegel 
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