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06.06.2016

Unternehmer informieren sich über Prüffelder im Voraus

Neue Prüfungsschwerpunkte des Fiskus

Drum prüfe … was geprüft werden soll. Das ist im Allgemeinen schwer vorauszusagen. Im Besonderen noch schwerer bei den aktuellen Prüfungsschwerpunkten. Die Finanzverwaltung hat sie jetzt neu festgelegt. Einige Erfahrungswerte zu Vorlieben der Prüfer liegen bereits vor.

Betriebsprüfung© Jamrooferpix - fotolia.com

Der Prüfhit IAB

Investitionsabzugsbetrag, kurz: IAB. Hier dürfte fast flächendeckend der Prüfungshit No. 1 liegen. Wie „GmbH-Brief AKTUELL“ (8/2016 Juni) berichtet, steht dieser Punkt ganz oben auf der Prüfliste der Sachbearbeiter des Finanzamtes.

Finanzamt will es ganz genau wissen

Betroffen sind dem Bericht zufolge Unternehmen, die in der aktuellen Steuererklärung einen Investitionsabzugsbetrag bilden oder einen bestehenden Abzugsbetrag auflösen. Hier fordere das Finanzamt detaillierte Angaben. Der Sachbearbeiter möchte genau wissen:

  • Für welches Wirtschaftsgut wird der IAB beansprucht?
  • Wie hoch sind die voraussichtlichen Anschaffungskosten?
  • Wann ist die Anschaffung geplant?

Zwei Varianten der IAB-Beanspruchung

Der Newsletter für Finanzsicherheit nennt zwei Möglichkeiten im Falle einer IAB-Beanspruchung:

  • Als Variante eins empfiehlt der Bericht: Man fügt gleich aussagekräftige Erläuterungen zu dem Abzugsbetrag bei. Das erspare unbequeme Nachfragen, weitergehende Prüfungen und längere Bearbeitungszeiten der Steuerunterlagen.
  • Bei Variante zwei rechnet der Unternehmer bereits mit einer satten Steuernachzahlung. Hier könne er auf Zeit spielen, zunächst die Nachfragen des Finanzamts abwarten und erst zum Ablauf der gesetzten Frist antworten. Dadurch gewinne das Unternehmen einen Liquiditätsvorteil. Nachteil: es könne zu weiteren Nachfragen kommen, der Sachbearbeiter intensiver in den Steuerfall einsteigen.

Individuell vom Finanzamt festzusetzende Prüffelder

Als weitere, neben dem zentralen Prüffeld von den einzelnen Finanzämtern häufig zusätzlich festgesetzte Prüfthemen nennt „GmbH-Brief AKTUELL“:

  • Veräußerung von GmbH-Anteilen,
  • Haftungsfragen,
  • Reisekosten sowie
  • Vertragsbeziehungen zwischen GmbH und Gesellschafter.

Im Privatbereich stünden Vermietungen häufig im Blickpunkt des Fiskus.

Persönliche Einkommensteuererklärung

Besonders fein raus ist freilich der Unternehmer, der die Prüfgebiete seines Finanzamts kennt. Solches Wissen nutze ihm bei Abgabe der betrieblichen Steuererklärungen wie auch bei der persönlichen Einkommensteuererklärung. Der Newsletter empfiehlt, die Angaben zu den Prüffeldern vor Abgabe der Erklärung besonders kritisch zu hinterfragen und Belege und Aufzeichnungen auf Stimmigkeit zu überprüfen.

Tipps und Hinweise

In dem Bericht bekommt man neben Tipps und Hinweisen als Unternehmer zudem einen Vorab-Plausibilitätscheck an die Hand zu Fragen wie:

  • Ist Ihre Steuererklärung übersichtlich und schnell nachvollziehbar zusammengestellt?
  • Haben Sie zu unklaren Angaben ein Erläuterungsblatt beigefügt – insbesondere zu den Prüffeldern?
  • Liegen alle Verträge, Aufzeichnungen und Belege vor?

Online-Seminar am 20.6.2016

Eine erste Orientierung erhält der Unternehmer mittels der Liste der Top-10 Prüffelder 2016. Und wer sich in kurzer Zeit aber vertieft zur erfolgreichen Vorbereitung auf den nächsten Prüftermin vorbereiten möchte, dem sei das ca. 30-minütige Online-Seminar am 20.6. ans Herz gelegt.

 

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Autor: Franz Höllriegel 

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