24.05.2018

Unternehmensgründung: Bayern baut Coaching für Gründer aus

Die Unternehmensgründung in Deutschland ist rückläufig. 2017 registrierte das Statistische Bundesamt mit nur etwas mehr als einer halben Million Neugründungen weniger als 2016. Diesen Trend will Bayern für sich stoppen. Dazu hat der Freistaat 3,6 Millionen für Gründungsberatung freigemacht.

Mit 3,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds will Bayern die Unternehmensgründung stärken.

Zahl der Neugründungen rückläufig

Mit zusätzlichen 3,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds soll Bayern als Gründerstandort gestärkt werden. Das berichtet das Online-Unternehmermagazin „Mittelstand in Bayern“. Ausgangspunkt sind Angaben des Statistischen Bundesamts, laut denen die Unternehmensgründung in Deutschland rückläufig ist.

Demnach wurden 2017 mit 549.700 Neugründungen 0,9 Prozent weniger Unternehmen als 2016 angemeldet.

Coaching vor und nach der Unternehmensgründung

Der Freistaat will das Coaching für Gründer vor und nach der Unternehmensgründung mit neuen Geldern ausstatten. Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) betonte dabei, wie wichtig Gründer für die Wirtschaft seien:

„Existenzgründer sind ein wichtiger Motor der bayerischen Wirtschaft: Sie schaffen Dynamik, Innovationen und neue Arbeitsplätze und sind die Großkonzerne von Morgen. Daher ist es mir wichtig, die Gründer von Anfang an konstruktiv zu begleiten und ihnen einen guten Start sowie eine erfolgversprechende Perspektive zu ermöglichen.“

Wie Unternehmen von systemischem Coaching bzw. Business-Coaching profitieren, darüber berichtet „Meisterbrief AKTUELL“ (07/2018) – der Wirtschaftsbrief für das Deutsche Handwerk.

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Steigende Nachfrage nach Beratung

Mit dem Vorgründungscoaching wird laut „Mittelstand in Bayern“ die Beratung von angehenden Unternehmen und Firmennachfolgern bereits seit Jahren gefördert.

Von zehn Gründern, die die Förderung in Anspruch genommen haben, existierten drei Jahre nach der Gründung noch durchschnittlich neun, so Pschierer.

Derzeit steige der Bedarf. Es lägen rund 1.500 Beratungsanfragen pro Jahr vor. Mit den zusätzlichen Mitteln will man dem wachsenden Bedarf entsprechen und die Gründer optimal aufstellen.

Coaching von Existenzgründern

Das Programm „Coaching von Existenzgründern und Betriebsübernehmern in der Vorgründungsphase“ zielt auf die Stärkung des betriebswirtschaftlichen Know-hows von Gründern. Dabei würden bis zu 70 Prozent der Beratungskosten für maximal zehn Beratungstage gefördert. Die Antragstellung sei je nach Branche entweder über die örtlichen Industrie- und Handelskammern, die meisten örtlichen Handwerkskammern oder das Institut für Freie Berufe in Nürnberg möglich.

Auf der Homepage der Bayerischen Staatskanzlei finden Sie die Richtlinien für die staatliche Förderung.

Das bayerische Vorgründungscoaching-Programm wird seit dem Jahr 2000 in Kooperation mit dem Europäischen Sozialfonds durchgeführt. Die laufende Förderperiode endet 2020.

Erfolgreich in den Markt starten

Gründer und Betriebsübernehmer erhalten dabei eine Möglichkeit, Coachingleistungen rechtzeitig in Anspruch zu nehmen. Um ihnen die Finanzierung von Coachingmaßnahmen zu erleichtern und die Unternehmensgründung zu stärken, können sie Zuschüsse zu den Kosten der Coachingmaßnahme aus Mitteln der Bayerischen Existenzgründerinitiative sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF) erhalten.

Gefördert werden Coachingmaßnahmen für Gründungsvorhaben oder geplante Betriebsübernahmen in der gewerblichen Wirtschaft (Handel, Handwerk, Industrie, Gast-und Fremdenverkehrsgewerbe, Handelsvertreter und -makler, sonstiges Dienstleistungsgewerbe, Verkehrsgewerbe) sowie unter freien Berufen.

Coaching der Unternehmensgründung: Was ist förderfähig, was nicht?

Förderfähig sind Coachingmaßnahmen zu wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen vor der geplanten Existenzgründung bzw. Betriebsübernahme. Die betriebswirtschaftliche Beratung muss dabei im Vordergrund stehen.

Von der Förderung ausgeschlossen sind Coachingleistungen für diese Bereiche:

  • viele Rechts-, Versicherungs- und Steuerfragen
  • Verträge
  • Aufstellung von Jahresabschlüssen (Bilanz, Gewinn– und Verlustrechnung)
  • Buchführungsarbeiten
  • EDV-Software
  • größtenteils gutachterliche Stellungnahmen
Autor: Franz Höllriegel