News | Management
29.02.2016

Unternehmen laut ifo Beschäftigungsbarometer zunehmend zurückhaltender

Ifo Beschäftigungsbarometer zeigt geringere Arbeitsplatzschaffung.

Was denn nun: zu wenige Arbeitsplätze, zu viele oder gerade richtig? Die Nachrichten zur Entwicklung am Arbeitsmarkt gehen auseinander. Während im letzten Jahr so viele Arbeitsplätze geschaffen wurden wie nie, scheint die Energie hier nachzulassen. Ein Jammern auf hohem Niveau – noch?

© bogey71 /​ fotolia.com

Skepsis bei Arbeitsplatzschaffung wächst

München/Berlin. 29. Februar 2016 – Die deutschen Firmen werden zunehmend skeptischer bei der Schaffung weiterer Arbeitsplätze. Das ifo Beschäftigungsbarometer sank im Februar auf 108,0 Punkte, von 109,7 im Vormonat. Gleichwohl werden weiter neue Stellen geschaffen.

ifo Beschäftigungsbarometer

Das ifo Beschäftigungsbarometer wird vom ifo Institut für das „Handelsblatt“ berechnet und basiert auf ca. 9.500 monatlichen Meldungen von Unternehmen von

  • Verarbeitendem Gewerbe: Hier rangiert der Index nach wie vor im einstelligen Minusbereich.
  • Bauhauptgewerbe: hier werden trotz guter Geschäftslage kaum neue Mitarbeiter gesucht.
  • Groß- und Einzelhandel: Sie verzeichnen einen robusten Konsum. Deswegen werden hier neue Stellen besetzt.
  • Dienstleistungssektor: Hier erhielt die Einstellungsbereitschaft einen deutlichen Dämpfer. Ein stärkerer Rückgang des Barometers war dort zuletzt nur vor drei Jahren zu beobachten.

Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate

Die Unternehmen werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Sie können ihre Planungen für die Zahl der Beschäftigten für die nächsten drei Monate als „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“ kennzeichnen. Der Saldowert der Planungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „zunehmen“ und „abnehmen“. Zur Berechnung der Indexwerte werden die Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2005 normiert.

Beschäftigungsdynamik weiterhin sehr schwach

In der Industrie bleibt danach die Beschäftigungsdynamik weiterhin sehr schwach ausgeprägt. Dies führen die ifo-Marktforscher vor allem auf eine steigende allgemeine Unsicherheit mit Blick auf die Industriekonjunktur zurück.

Jammern auf hohem Niveau?

Gleichwohl erscheinen die Werte als Ausdruck eines Jammerns auf hohem Niveau. In Deutschland sind im vergangenen Jahr erneut mehr Menschen erwerbstätig gewesen. 2015 standen im Schnitt 43,03 Millionen Einwohner im Erwerbsleben. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“ aufgrund von Angaben des Statistischen Bundesamtes. Im vierten Quartal wuchs demzufolge die Zahl sogar auf den Rekordwert von 43,43 Millionen.

Zahl der Selbstständigen sinkt

Wie bereits in den drei Jahren zuvor sei dabei erneut die Zahl der Selbstständigen gesunken. Das sei aber durch zusätzliche Arbeitnehmer mehr als ausgeglichen worden. Unter dieser Gruppe sind Angestellte, Beamte, geringfügig Beschäftigte und Soldaten erfasst. Im vierten Quartal 2015 stieg den Angaben zufolge ihre Zahl auf 39,18 Millionen, ebenfalls ein Rekordwert. Daneben gab es 4,25 Millionen Selbstständige und ihre mithelfenden Angehörigen.

 

Autor: Franz Höllriegel

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