News | Management 01.01.2017

​Millionenschaden durch Baustellendiebstahl

Diebe haben es auf Metall und Brennstoff abgesehen Die Spritpreise ziehen wieder an. Damit geraten wieder Tanks von Baumaschinen ins Blickfeld von Baustellendieben. Zudem stehen Kupfer, Werkzeug und Maschinen auf deren Bestellzetteln. In Fachkreisen ist bereits von einer „Recycling-Mafia“ die Rede.

Bauzaun mit Schloss

Bautätigkeit und steigende Rohölpreise

Kupfer und Diesel werden in großem Stil entwendet. Den Grund dafür sieht die Interessengemeinschaft (IG) Baustellenschutz in der weltweit steigenden Bautätigkeit und in den steigenden Rohölpreisen. Je mehr auf der Welt gebaut wird, desto höher liegt der Kupferpreis, und desto mehr Kupferdiebe gibt es. Die Kupferdiebe stellen auf den Baustellen zum Teil auch schwere Schäden an.

Große, unübersichtliche, abgelegene Baustellen

Die Problematik werde durch die Aufkäufer der Rohstoffe stark begünstigt. In Fachkreisen werde von einer „Recycling-Mafia“ gesprochen. Die Diebe suchten vor allem große, unübersichtliche, aber auch abgelegene Baustellen heim. Seit die Preisspirale bei den Kraftstoffen kräftig angezogen hat, gerieten zunehmend die Tanks von Baumaschinen ins Visier der Diebesbanden. Und das nicht nur in Grenzgebieten.

​Millionenschaden durch Baustellendiebstahl

Das Bundeskriminalamt beziffert den Schaden auf Baustellen für 2012 auf rund 68,5 Mio. Euro, für 2011 auf nahe 76,4 Mio. Euro. Insgesamt handele es sich bundesweit 2013 um 33.150 registrierte Fälle von Diebstahl auf Baustellen. Nicht immer geht der Wert der gestohlenen Beute gleich in die Tausende. Teuer für die Unternehmen sind oft die Folgen. ​Daher ist unser Ziel als Interessen Gruppe Baustellenschutz, dagegen vorzugehen und mit der Errichtung von einheitlichen Sicherheitsstandards das Problem einzudämmen!

Niedrige Aufklärungsrate

Ein Bagger mit einem Einsatzgewicht von 14 bis 17 Tonnen verbraucht bis zu 100 Liter Diesel am Tag, ein Radlader rund 60 Liter. So kommt eine kleinere Tiefbaufirma mit sieben Beschäftigten auf Spritkosten zwischen 1.200 und 2.500 Euro pro Woche, je nach Auftragslage. Laut IHK Haustechnik liegt die Aufklärungsrate bundesweit nach Angaben der Polizei bei durchschnittlichen 12,5 Prozent. Die Chancen seien gering, wieder an das Eigentum zu gelangen. Meist fehlten Zeugen und Angaben zur Tatzeit. Nicht selten werde der Diebstahl erst nach Tagen bemerkt.

Vorbeugung besser als Irrglaube

Doch die Unternehmen können vorbeugen. Eine ganze Reihe Maßnahmen könne den Dieben das Geschäft vermasseln, sagt die Polizei. Häufig herrsche der Irrglaube, Sicherungen brächten sowieso nichts. „Wir machen aber die Erfahrung, dass Täter an Sicherheitstechniken wie Einbruchmeldeanlagen oder mechanische Sicherungen häufig scheitern“, zitiert IKZ Haustechnik die Zentrale Geschäftsstelle der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Ganz allgemein gälte, dass Einbrecher häufig nicht gut ausgerüstete Profis, sondern Gelegenheitstäter sind.

Abschreckung auch für Profidiebe

Auch Profis machen um so geschützte Baustellen und Baustellenareale gerne einen Bogen, berichtet auch „Meisterbrief AKTUELL“ (1/2017 Januar). Die Überwindung einer Diebstahlsicherung koste Zeit. Damit wachse die Gefahr der Entdeckung. Der Wirtschaftsbrief für das Deutsche Handwerk geht näher auf zur Prävention gehörende Vorkehrungen ein.

Autor: Franz Höllriegel