News | Management
29.04.2016

Unternehmen stellen wieder mehr ein

Ifo-Beschäftigungsbarometer erholt sich langsam wieder

Noch im Februar und März sah es düster aus. Den Unternehmen schien die Lust an neuen Arbeitsplätzen vergangen zu sein. Mit zunehmend wärmender Aprilsonne zeigen sich auch hier nun erste Anzeichen einer vorsichtigen Besserung. Das ifo-Beschäftigungsbarometer schlägt nach oben aus.

Besoldungsänderungen© Melpomenem /​​​​​​​​​​​ iStock /​​​​​​​​​ ​​​​​​Thinkstock

Wieder mehr Personal geplant

Die deutschen Unternehmen planen wieder mehr Personal einzustellen. Nach zuletzt drei Rückgängen in Folge (wir berichteten) stieg das ifo Beschäftigungsbarometer von 107,4 im März auf 108,1 Punkte im April. Die Beschäftigungsdynamik nimmt damit zu.

Zugpferd Konsum- und Investitionsgüter-Industrie

Auch in der Industrie erholte sich das Barometer wieder. Die Ökonomen des Münchner ifo-Instituts führen dies zwar vor allem auf die Konsum- und Investitionsgüter-Hersteller zurück. Die Auftragsbücher der Bau-Unternehmer seien voll, sie stellten weiterhin Personal ein, wenn auch etwas weniger stark als zuletzt. Gleiches gelte für den Handel. Die Dienstleistungsunternehmen dagegen planten wieder verstärkt auf Mitarbeitersuche zu gehen.

Günstige Bedingungen an der Kreditfront

Flankiert wird der Aufschwung an der Stellen- durch günstige Bedingungen an der Kreditfront. Hier sei die Hürde für die gewerbliche Wirtschaft im April von 15,2 auf 14,2 Prozent gefallen – erneut historischer Tiefstand, und das in allen Branchen:

  • In der Industrie mit 12,5 Prozent. Dies war insbesondere auf die verbesserten Kreditbedingungen für die mittleren Unternehmen zurückzuführen. Aber auch die Großfirmen hätten von leichterem Zugang zu Bankkrediten berichtet. Nur bei kleinen Firmen sei die Kredithürde leicht angestiegen.
  • Im Bauhauptgewerbe gaben so wenig Firmen wie nie an, Probleme beim Zugang zu Krediten zu haben.
  • Im Handel sei die Kredithürde nach dem starken Anstieg im März auf 14,9 Prozent gesunken.

Finanzierungsumfeld für deutsche Unternehmen

Damit habe sich das Finanzierungsumfeld für deutsche Unternehmen noch einmal verbessert. Den Hintergrund sehen die Forscher in der Flutung der Märkte mit dem Geld der Europäischen Zentralbank.

Bereitschaft der Banken

Zur Ermittlung der Kredithürde wertet das ifo-Institut ca. 4.000 Meldungen von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft aus. Darin enthalten sind das Verarbeitenden Gewerbe, das Bauhauptgewerbe, der Großhandel und der Einzelhandel. Die Unternehmen beurteilen dabei als entgegenkommend, normal oder restriktiv die Entwicklung anhand der aktuellen Bereitschaft der Banken, Kredite an Unternehmen zu vergeben.

Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe

Schließlich hat sich auch das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe erneut verbessert. Die Umfrageteilnehmer hätten zwar ihre momentane Lage etwas weniger günstig eingestuft. Aber dafür habe die Skepsis bezüglich der Geschäftserwartung weiter abgenommen. Die Produktionspläne würden – trotz gesunkenen Auftragsbeständen – dementsprechend expansiver gestaltet. Im Auslandsgeschäft wurden nur mehr leichte Zuwächse erwartet. Die Kapazitätsauslastung sank auf 84,4 Prozent.

Neue Form von Anleihen

Im Zusammenhang mit der Schuldenkrise im Euroraum hat der neue ifo-Präsident Clemens Fuest eine neue Form von Anleihen vorgeschlagen. „Ab einer Neuverschuldung von 0,5 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung, die im europäischen Fiskalpakt vereinbarte Höchstgrenze, sollten die Staaten nur noch nachrangige Anleihen ausgeben können“, sagte Fuest am Donnerstag in München bei der ifo-Jahresversammlung.

Accountability Bonds

In einer noch unveröffentlichten Studie für die Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft fordert Fuest die Einführung von „Accountability Bonds“, Staatsanleihen, die nicht von der EZB erworben und von Banken nur mit ausreichender Eigenkapital-Unterlegung gehalten werden dürften. Die Kosten einer Verschuldung über die vereinbarten Grenzen hinaus würden dabei dem Verursacher angelastet. Eine Destabilisierung des gesamten Marktes für Staatsanleihen trete nicht ein, wie sie bei der ausdrücklichen Einführung von Gläubigerhaftung für alle Staatsanleihen befürchtet wird.

 

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Autor: Franz Höllriegel 

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