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09.01.2017

Unternehmen setzen stärker auf Forderungsmanagement

Solide Liquiditätsplanung unerlässlich

Werden Rechnungen nicht pünktlich oder gar nicht bezahlt, geht es Unternehmen bisweilen selbst an die Substanz. Rückstände müssen die Unternehmen dann selbst vorfinanzieren. Die Beitreibung ist oft schwieriger als gedacht. Experten raten zu konsequentem Forderungsmanagement.

© Marco2811 /​ fotolia.com

Weniger ausgefallene Unternehmen

Die Zahl ausgefallener Unternehmen geht seit Jahren in der deutschen Gesamtwirtschaft stetig zurück. 2015 waren bei 2,8 Millionen Betrieben in Deutschland 44.955 ausgefallene Firmen zu verzeichnen. Das entspricht einer Quote von 1,60 Prozent. Damit fiel der Rückgang etwas stärker aus als im Vorjahr, als die Ausfallquote von 1,79 auf 1,72 Prozent gesunken war.

Verlierer Verkehr und Logistik

Im ersten Halbjahr 2016 ist diese Quote noch weiter auf 1,54 Prozent gesunken, wie „Financial Service Plus“ unter Berufung auf die Ratingagentur Creditreform berichtet. Der große Verlierer ist demnach dabei die Verkehrs-und Logistikbranche. Sie weist mit Abstand die höchste Ausfallrate auf und liegt mit 2,50 Prozent deutlich über dem Durchschnitt und über der Vorjahresquote von 2,44 Prozent.

Harte Negativmerkmale

Nach Basel III gilt ein Unternehmen als ausgefallen bei Vorliegen einer Reihe von Voraussetzungen. Das sind vor allem harte Negativmerkmale wie ein unternehmerisches Insolvenz- oder ein Verbraucherinsolvenzverfahren unternehmerisch tätiger Personen. Ferner  führen Haftanordnung oder Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung zu einer Wertung eines Unternehmens als ausgefallen – aber auch schon die Annahme, ein Unternehmen kann auf Basis von Creditreform-Informationen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nachkommen.

Ausfallrückgang bei Kapitalmarktunternehmen

2015 fiel im kapitalmarktrelevanten Segment der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 20 Millionen Euro der Rückgang der Ausfallquote noch deutlicher aus als in der Gesamtwirtschaft. Die Quote sank von 0,60 Prozent 2014 auf 0,45 Prozent 2015 und erreichte damit ein 8-Jahres-Tief. Seit 2013 (0,86 Prozent) hat sich die Ausfallrate damit nahezu halbiert.

Große Unternehmen stabiler

Die Ausfallraten sind in allen Unternehmensgrößen-Segmenten gesunken. Mit steigender Unternehmensgröße fiel der Rückgang jedoch tendenziell stärker aus. So sank die Ausfallquote von Großunternehmen (Umsatz > 250 Mio. Euro) am deutlichsten. Nach 0,16 Prozent in 2014 fielen in 2015 nur 0,04 Prozent der Unternehmen in diesem Größensegment aus.

Zahlungsunfähigkeit kommt nicht unangemeldet

„Die Zahlungsunfähigkeit ist nicht von heute auf morgen da“, warnt Robert Bahrmann, Geschäftsführer der financial.service.plus. Sie lasse sich vielmehr anhand verschiedener Anzeichen wie kleinerer Ertragseinbrüche oder dem Ausschöpfen von Kontokorrentlinien vorausahnen. Um noch rechtzeitig entgegenzuwirken, sollten ihm zufolge Unternehmer unbedingt auf ein stringentes Forderungsmanagement setzen.

Online-Seminar am 19. Januar

Damit ließe sich auch die eigene Liquidität deutlich verbessern, sekundiert „GmbH-Brief AKTUELL“. Bei dem Forderungsmanagement gehe es um die Realisierung der eigenen Forderungen, um dadurch die eigene Liquidität und Bonität und damit den sicheren Fortbestand des Unternehmens zu gewährleisten. Der Newsletter für Finanzsicherheit widmet dem Thema eine Sonderausgabe (02/2017 Liquiditätssteuerung) und am 19. Januar zusätzlich ein Online-Seminar.

 

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Autor: Franz Höllriegel

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