News | Management
02.08.2016

Unternehmen lernen aus Misserfolg

Fehler nicht dämonisieren, sondern nach Ursachen forschen

Einmal gescheitert, immer gescheitert. Immer noch ist dieses Vorurteil in Unternehmen anzutreffen. Dabei wird dadurch eine wichtige Erfolgsquelle verstopft. Denn: Aus Fehlern lernen heißt gewinnen. Experten wissen: Scheitern ist Teil eines persönlichen Bildungsweges zum Unternehmer.

Lack of confidence. Shy young handsome man feels awkward isolated on grey wall background. Human emotion body language life perception© pathdoc /​ fotolia.com

Ausbildung zum Unternehmer

Management.  Eine professionelle Ausbildung zum Unternehmer kann teuer werden. Vergleichsweise günstiger ist der persönliche Misserfolg. Bei der Neugründung von Unternehmen muss nicht immer der Erfolg der Firma stehen. Genauso wichtig sei auch das Sammeln von Erfahrungen, meint der kanadische Gründungsexperte Steven Gedeon von der Ryerson University in Toronto.

Neue Sicht auf wirtschaftliche Fehltritte

Als Gastprofessor am Strascheg Center für Entrepreneurship der Hochschule München begleitet er Gründer bei ihren ersten Schritten. Laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ plädiert er für eine neue Sicht auf wirtschaftliche Fehltritte. „Scheitern ist Teil eines persönlichen Bildungswegs zum Unternehmer„, so Gedeon.

Leute finden, die ehrlich sind

Gedeon ist mit seiner Sicht des Misserfolges nicht allein. „Es geht darum, Leute zu finden, die ehrlich sind“, beschreibt dem Bericht zufolge Sascha Friesike vom Lehrstuhl für Unternehmensgründung und Unternehmensführung der Uni Würzburg das Dilemma. Häufig sei Scheitern in Deutschland immer noch ein Tabu.

Negativer Umgang mit Scheitern in Deutschland

Im internationalen Vergleich ist Gedeon zufolge der Umgang mit dem Scheitern in Deutschland besonders negativ. Das hätten Studien gezeigt. Ihnen zufolge ist die Angst vor dem geschäftlichen Misserfolg in Deutschland sogar am höchsten – ganz im Gegensatz etwa zu Nordamerika. Dort zähle die Bereitschaft zu Innovationen zu den wichtigsten Zielen einer Ausbildung.

Geschäftliche Misserfolge

Nur etwa jeder Zweite steht hingegen hierzulande nach einer repräsentativen Umfrage der Universität Hohenheim dem unternehmerischen Scheitern positiv oder überwiegend positiv gegenüber. Geschäftliche Misserfolge werden dabei deutlich kritischer eingeschätzt als Fehlschläge im sonstigen Leben.

Dabei müsse jedoch unterschieden werden zwischen:

  • spektakulären Großpleiten mit einer oft hohen Zahl an Geschädigten und
  • dem oft eher unspektakulären Aus von Start-ups, bei dem es in der Mehrzahl der Fälle nicht einmal zu einer Insolvenz komme.

Kultur des Scheiterns

In Gründerkreisen sei die Idee einer „Kultur des Scheiterns“ bereits weit verbreitet, in der breiten Bevölkerung jedoch noch nicht selbstverständlich. „Wenn mein Start-up scheitert, kann ich dann Weihnachten noch zum Familienfest kommen?“, laute oft die Frage.

Gescheitert – und gescheiter geworden

„Leute, die einmal gescheitert sind, haben es deutlich schwerer“, stellt Friesike fest. Es müsse darum gehen, Fehler nicht zu dämonisieren, sondern nach den Ursachen zu forschen. Scheitern sei Lernen aus Fehlern. Dabei könne man durchaus auch aus Fehlern anderer lernen – einmal gescheitert, immer gescheiter geworden, so wird ein Schuh draus.

 

 

Hinweis der Redaktion

 

Ein Umdenken und Lernen aus Fehlern hilft weiter voran zu kommen. Hier können die Deutschen offenbar noch viel lernen.

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Autor: Franz Höllriegel 

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