News | Management 06.02.2017

Neue Fördermöglichkeit für Glasfaservernetzung

„Sonderförderprogramm Mittelstand“ des Bundesverkehrsministeriums Viele Unternehmen droht die Abnabelung von den Märkten. Grund: Sie sind in Gebieten ohne ausreichenden Netzanschluss angesiedelt. Das Bundesverkehrsministerium legte jetzt ein „Sonderförderprogramm Mittelstand“ auf. Unternehmen können sich zur Nutzung zusammentun.

Lichtwellenleiter

Millionen für Breitbandanschluss des Mittelstandes

Das „Sonderförderprogramm Mittelstand“ des Bundesverkehrsministeriums hat ein Volumen von 350 Millionen Euro. Damit will das Ministerium den Ausbau mit Gigabit-Glasfaser-Anschlüssen bislang unterversorgter Gewerbe-und Industriegebiete sowie Häfen voranbringen. Das neue Sonderförderprogramm ist Teil des Bundesförderprogramms und mit den Förderprogrammen der Länder kombinierbar.

Wer zuerst kommt, malt zuerst

Die Mindestgeschwindigkeit der Anschlüsse muss dabei mindestens 1 GBit/s im Up- und Downstream mit symmetrischer Bandbreite erreichen. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt im Windhundverfahren: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Die maximale Fördersumme je Projekt beträgt 1 Mio. Euro. Um Fördermittel erhalten zu können, müssen 80 Prozent der Grundstückseigentümer im jeweiligen Gewerbe-/Industriegebiet eine Eigenbeteiligung in Höhe von 2.000 Euro leisten.

Deutschland auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft

Der Bundesverband Breitbandkommunikation „Breko“ begrüßte in einer ersten Stellungnahme grundsätzlich die neu geschaffene Fördermöglichkeit. Sie könne dazu beitragen, die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben und Deutschland auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft auf diese Weise weiter voranzubringen. Ob die obligatorische Eigenbeteiligung der Attraktivität des Förderprogramms im Wege stehen wird, müsse sich in den kommenden Monaten zeigen.

Unternehmen mit ultraschnellen Glasfaseranschlüssen

„Die Digitalisierung unseres Landes mit Glasfasernetzen als Basisinfrastruktur sichert Deutschland Wachstum und Wohlstand“, sagt Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. Gerade in Hinsicht auf die Anbindung von Unternehmen mit ultraschnellen Glasfaseranschlüssen bestehe dringender Handlungsbedarf, den die Bundesregierung mit ihrem klaren Fokus auf Glasfaser bis direkt zu den Unternehmen erkannt habe. Weitere Fördermittel für die Digitalisierung der Wirtschaft stellten auch in den kommenden Monaten und Jahren einen wichtigen Baustein auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft dar.

Benachteiligung von Unternehmen in Nahbereichen

Kritisch sieht der Verband indes, dass Unternehmen in Nahbereichen rund um die bundesweit knapp 8.000 Hauptverteiler nicht von der neuen Fördermöglichkeit profitieren können. In solchen Bereichen ist eine Förderung nachhaltiger und zukunftssicherer Glasfaseranschlüsse aufgrund der Vectoring-II-Entscheidung der Bundesnetzagentur nicht möglich.

Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit

Nach Ansicht des Glasfaserverbandes sollte keine Unterscheidung zwischen Nahbereichen und allen anderen Gebieten gemacht werden. Vielmehr sollten auch Unternehmen, die ganz oder teilweise in Nahbereichen liegen, zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit von der neuen Bundesförderung profitieren können.

Generelle Fördermöglichkeiten

Über generelle Fördermöglichkeiten für den Mittelstand berichtet GmbH-Brief AKTUELL“ (3/2017 Februar). Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), Europäischer Investitionsfonds (EIF), LfA Förderbank Bayern (LfA) und NRW.Bank haben gemeinsam einen zweiten Mezzanin-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 400 Mio. Euro aufgelegt. Damit steht dem Mittelstand ein weiterer alternativer Finanzierungstopf zur Verfügung.

Autor: Franz Höllriegel