News | Personal
29.08.2016

Unternehmen geben Mindestlohn an Verbraucher weiter

Lieber Preiserhöhung als Entlassungen

Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera. Vor sie gestellt sehen sich Unternehmen aufgrund des Mindestlohnes. Auf der einen Seite droht der Fachkräftemangel, auf der anderen will man König Kunde nicht vergraulen. Doch im Zweifel testet man lieber nicht die Belastbarkeit der Belegschaft.

Mindestlohn© Trueffelpix /​ fotolia.com

Eher Preise erhöhen als Personal entlassen

Unternehmensführung/Personal.  Vom Mindestlohn betroffene Betriebe erhöhen eher die Preise, als dass sie Personal entlassen. Das zeigen die Daten des IAB-Betriebspanels, einer repräsentativen Befragung von mehr als 16.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Rund 18 Prozent der vom Mindestlohn betroffenen Betriebe führten demnach Preiserhöhungen durch.

Zurückhaltung bei Neueinstellungen

Wird Personal abgebaut, dann vor allem durch Zurückhaltung bei Neueinstellungen und nur selten durch Entlassungen:

  • Rund zehn Prozent der von der Einführung des Mindestlohns betroffenen Betriebe berichteten dies.
  • Weniger als fünf Prozent der Betriebe griffen zu Entlassungen.

Dabei handelte es sich der Studie zufolge häufig um Minijobs. Sie würden zum Teil auch zu sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zusammengelegt.

60.000 Arbeitsplätze mehr wären drin

Insgesamt könnte es laut IAB bis zu 60.000 Beschäftigungsverhältnisse zusätzlich geben, wenn der Mindestlohn nicht eingeführt worden wäre. Wie viele davon Minijobs gewesen wären, können die Nürnberger Arbeitsmarktforscher nicht genauer beziffern.

Beschäftigungswirkungen des Mindestlohns

Unterm Strich setzte sich die gute Arbeitsmarkt-Entwicklung der letzten Jahre auch 2015 mit einem Plus von rund 436.000 Beschäftigten fort. Die negativen Beschäftigungswirkungen des Mindestlohns seien somit moderat geblieben.

Arbeitszeit-Reduzierungen oder Verdichtung von Arbeit

Zum Teil kam es aufgrund des Mindestlohns zu Arbeitszeitreduzierungen oder zur Verdichtung von Arbeit. Insgesamt hätten 18 Prozent der vom Mindestlohn betroffenen Betriebe zumindest eine der beiden Maßnahmen vorgenommen.

Investitionen reduziert

Sechs Prozent von ihnen hätten Investitionen reduziert oder zurückgestellt. Nur rund ein Prozent hätte aufgrund des Mindestlohns menschliche Arbeit durch Maschinen ersetzt. Von den Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn beispielsweise für Langzeitarbeitslose oder Beschäftigte unter 18 Jahren machten ebenfalls nur rund ein Prozent der betroffenen Betriebe Gebrauch.

Sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte

Die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Statistiken zeigen, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig und geringfügig beschäftigten Personen gegenüber 2014 über die Einführung des Mindestlohns hinweg um rund 436.000 Personen gestiegen ist.

 

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Autor: Franz Höllriegel

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