News | Management
20.07.2016

Unternehmen binden Nachwuchskräfte mit Geschenken

Smartphone, Tablet & Co. immer beliebter als Willkommenspräsent

Der Mangel an Fachkräften wird immer spürbarer. Während die zuständigen Behörden im Flüchtlingszustrom kein Mittel zu seiner Linderung mehr sehen, reagieren die Unternehmen bereits auf ihre Weise. Sie locken künftige Mitarbeiter mit üppigen Geschenken – und binden sie mit Social Intranets.

Fachkräftemangel©[MK-Photo] /​ fotolia.com

Fluchtmigration kein Mittel gegen Fachkräftemangel

Unternehmensführung/Management.  Den Fachkräftemangel werden Unternehmen niemals aus der Fluchtmigration decken. Das sagte Frank-Jürgen Weise, in Personalunion Präsident der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), u.a. der „Rheinischen Post“ und im ZDF-Morgenmagazin.

Eingliederung von Flüchtlingen

Mit der bisherigen Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist Weise „nicht zufrieden“. Bereits 130.000 Asylbewerber seien arbeitslos gemeldet, erst 96.000 Menschen aus den wichtigsten nicht-europäischen Asyl-Ländern im April in sozialversicherungspflichtigen Jobs.

Zuwanderung von Fachkräften

Die deutsche Wirtschaft ist aus Sicht Weises trotz des Flüchtlingszustromes weiterhin auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen. Um gezielt Zuwanderung zu fördern, solle:

  • die Freizügigkeit in Europa genutzt,
  • Deutschland für leistungsfähige Menschen attraktiver gemacht und
  • auch außerhalb der EU gesucht werden.

Derzeit seien die Strukturen „zu komplex, um Fachkräften die Integration in Deutschland leicht zu machen“, zitiert ihn die „Huffington Post“.

Geschenke erhalten die Freundschaft

Bis also die Zuwanderung von Fachkräften sich nachhaltig auf den Fachkräftemangel auswirken kann, dürfte noch viel Wasser den Rhein hinabfließen. Zeit, die die Unternehmen aber nicht haben. Sie sinnen deshalb schon jetzt auf Abhilfe. Und sind auf ein probates Mittel gestoßen: Geschenke fördern die Freundschaft.

Besondere Maßnahmen

Drei Viertel aller Unternehmen (72 Prozent) ergreifen besondere Maßnahmen, um Mitarbeiter unter 30 Jahren zu rekrutieren oder zu halten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Unternehmensbefragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Smartphone neueste Generation

Um jüngere Mitarbeiter zu binden, stellt ihnen demnach mehr als jedes zweite Unternehmen (58 Prozent) immer die neueste Gerätegeneration an Smartphones, Tablets und Notebooks zur Verfügung. Etwa ebenso viele (55 Prozent) setzen für die Rekrutierung Jüngerer vor allem auf Online-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn sowie auf Social-Media-Kanäle.

Flexible Arbeitsmodelle

Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) bietet flexible Arbeitsmodelle. 16 Prozent versuchen, die jungen Mitarbeiter mit einer lockeren Arbeitsatmosphäre sowie Gemeinschaftssinn zu überzeugen und machen dazu ihren Beschäftigten zum Beispiel spezielle Wellness-Angebote.

Handel und Industrie zurückhaltend

Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) bemüht sich indes überhaupt nicht auf besondere Weise um Bewerber bis 30 Jahre. Dabei sind vor allem Handel (31 Prozent) und Industrie (29 Prozent), weniger die Dienstleistungsunternehmen (15 Prozent) zurückhaltend.

Größere Unternehmen geschenkefreudiger

Auch die Unternehmensgröße spielt eine Rolle. Vor allem mittelständische Unternehmen mit unter 500 Mitarbeitern halten sich mit der gezielten Ansprache von Jüngeren noch zurück (28 Prozent), bei größeren Unternehmen liegt der Anteil deutlich darunter (20 Prozent).

Social Intranets

Als ein probates Mittel zur Bindung jüngerer Mitarbeiter stellt sich in letzter Zeit auch die Einrichtung von Social Intranets (Achtung! Nicht Internet) heraus. Eine Studie der School for Communication and Management (SCM) in Berlin und des Freiburger Software-Herstellers United Planet zeigt: Mitarbeiter von Unternehmen, die ein Social Intranet nutzen, sind doppelt so zufrieden mit der internen Kommunikation wie ihre Kollegen ohne ein solches Tool.

Einführung in naher Zukunft

Etwa drei Viertel der Befragten setzen ein Intranet oder ein Social Intranet ein. Rund die Hälfte des übrigen Viertels plant immerhin schon deren Einführung in naher Zukunft. Als weitere Argumente für den Einsatz eines Social Intranets  werden genannt:

  • verbesserter Informationsfluss
  • leichtere Zusammenarbeit.

Problem: interne E-Mails

Die Umfrage bestätigt dies: 68,1 Prozent der Benutzer von Social Intranets sind eher oder sogar sehr zufrieden mit der internen Kommunikation. Bei den Befragten ohne Social Intranet ist dieser Wert mit 27,4 Prozent deutlich geringer. In dieser Gruppe wird allerdings auch die zu hohe Zahl interner E-Mails als eines der größten Probleme der firmeninternen Kommunikation bemängelt.

 

Hinweis der Redaktion

Nicht nur die Gewinnung neuer Mitarbeiter ist wichtig, das Umfeld in Ihrer Firma sollte auch so sein, dass diese dann längerfristig bleiben. In der neuesten Ausgabe des Unternehmer Infobriefs „GmbH-Brief AKTUELL“ lesen Sie neben überwiegend aktuellen Urteilen (mit entsprechenden Hinweisen zu deren Auswirkungen für Ihr Unternehmen) und aktuellen rechtlichen Themen diesmal auch einen Beitrag zum Thema „Unternehmensführung – Mit einfachen Tipps zum guten Arbeitsklima„. Holen Sie sich ein kostenloses Probeheft!

GmbH_Brief_725x202px

Autor: Franz Höllriegel

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen

  • Controlling mit Excel

    Steuern Sie Kosten und Nutzen des Unternehmens mit den richtigen Controlling-Instrumenten. Mit über 1.600 Excel-Tools identifizieren Sie ...

    € 228,00 CD-ROM Version
    zzgl. € 5,95 Versandpauschale und MwSt.
  • Steuer­SPARBrief

    SteuerSPARBrief informiert monatlich rechtsicher über alle Neuerungen im Einkommens- und Umsatzsteuerrecht – praxisnah und mit konkreten ...

    € 29,27 / Monat Newsletter
    Jahresbezugspreis € 351,20 zzgl. € 18,00 Versandpauschale und MwSt.
  • Füh­rung & Manage­ment AKTUELL

    Ganz gleich, ob Sie Fragen zu Mitarbeitergesprächen, Zielvereinbarungen oder Ihrem Führungsstil haben: Führung & Management hilft ...

    € 29,27 / Monat Newsletter
    Jahresbezugspreis € 351,20 zzgl. € 18,00 Versandpauschale und MwSt.
  • MEISTER­BRIEF aktuell

    Mit MEISTERBRIEF aktuell bekommen Sie monatlich alle wichtigen Informationen für den Erfolg Ihres Handwerksbetriebs. Für mehr Umsatz und Ihre ...

    € 29,27 / Monat Newsletter
    Jahresbezugspreis € 351,20 zzgl. € 18,00 Versandpauschale und MwSt.