01.09.2017

Personalsuche läuft über persönliche Kontakte am besten

Ergebnisse der jüngsten IAB-Stellenerhebung Vitamin B – Beziehungen muss man haben. Die Faustregel für die angeblich effektive Jobsuche galt lange für die Arbeitnehmerseite. Doch der Markt ist leergefegt, die Formel gilt umgekehrt. Unternehmen suchen nach Mitarbeitern. Immer mehr helfen dabei persönliche Kontakte.

Personalsuche

Jede dritte Stelle über persönliche Kontakte besetzt

32 Prozent aller Neueinstellungen kommen über die Nutzung persönlicher Kontakte zustande. Bei Kleinbetrieben beträgt der Anteil sogar 47 Prozent. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer regelmäßigen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). So verteilt sich der Rest:

  • 21 Prozent der Neueinstellungen gehen demnach auf Internet-Jobbörsen, darunter der Bundesagentur für Arbeit, zurück.
  • Elf Prozent der Stellen besetzen die Unternehmen nach erfolgter Stellenausschreibung auf der eigenen Homepage,
  • je zehn Prozent über Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften oder
    über Initiativbewerbungen und Bewerberlisten,
  • fünf Prozent über Vermittlungsdienste der Bundesagentur für Arbeit über die Jobbörse,
  • vier Prozent über private Arbeitsvermittlungen.

Andere Besetzungswege spielen dagegen nur eine geringe Rolle. Der Anteil der sozialen Medien an den Stellenbesetzungen liegt bei einem Prozent.

Antworten von rund 11.500 Arbeitgebern

Datengrundlage der Studie ist die IAB-Stellenerhebung, einer repräsentativen Betriebsbefragung. Mit ihr wird viermal jährlich das gesamte Stellenangebot erhoben, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im vierten Quartal 2016 lagen Antworten von rund 11.500 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche vor. Die IAB-Studie ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb1817.pdf.

3,65 Millionen Neueinstellungen

Im Jahr 2016 wurden laut IAB in Deutschland insgesamt 3,65 Millionen sozialversicherungspflichtige Neueinstellungen vorgenommen. 44 Prozent davon entfielen auf kleine Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten. Kleinbetriebe finden neues Personal vorwiegend über persönliche Kontakte und weniger über die eigene Internetpräsenz, Online-Jobbörsen oder soziale Medien.

Initiativbewerbungen

Großbetriebe mit mindestens 250 Beschäftigten erhalten eine wesentlich größere Zahl an Initiativbewerbungen als kleine und mittlere Betriebe. Bei Großbetrieben kommen Stellenbesetzungen auch überdurchschnittlich häufig über Stellenausschreibungen auf der eigenen Homepage zustande. Jede fünfte Stelle wird in Großbetrieben auf diesem Weg besetzt.

Schwierigkeiten bei der Personalsuche

Schwierigkeiten bei der Personalsuche treten vorwiegend bei Kleinbetrieben auf. Dies führt das IAB auf häufig anzutreffenden vergleichsweise geringere Einstiegslöhne und zum Teil ungünstigere Arbeitsbedingungen als in mittleren und größeren Betrieben zurück. Unter den Kleinbetrieben befänden sich beispielsweise Handwerksbetriebe mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Andererseits böten Kleinbetriebe neuen Mitarbeitern häufiger unbefristete Arbeitsverträge als Großbetriebe.

Informationsportal für Arbeitergeber

Eine interessante Hilfe unter anderem auch bei Neueinstellungen bietet das neue „Informationsportal für Arbeitergeber“ zur Sozialversicherung im Internet. Dort finden sich nebeneinander in übersichtlicher Form die drei Rubriken: „Neuer Arbeitgeber“, „Neueinstellungen“ und „Veränderungen“. Die neue Online-Plattform stellt für Arbeitgeber verschiedene Informationsangebote der Krankenkassen, Renten- und Unfallversicherungsträger sowie der Bundesagentur für Arbeit zum Sozialversicherungsrecht gebündelt zur Verfügung. „Lohn- & Gehaltsprofi AKTUELL“ (10/2017 August) geht in einem aktuellen Bericht dazu ausführlich auf das Leistungsangebot des Portals ein und welche Vorteile es für Unternehmen bietet.

Autor: Franz Höllriegel