News | Management
15.08.2016

Unternehmen benötigen 2,4 Millionen Euro Startkapital

Nur jeder dritte Gründer hat Startkapital ohne Finanzierungsbedarf

Eine gute Idee, etwas Fortüne und viel, viel Arbeit – dann klappt es schon mit der Unternehmensgründung. Für das Wichtigste verstellt oft der Idealismus den Blick: ausreichend Kapital. Gerade zu Beginn eines Unternehmens ist der Durst danach aber besonders groß. Nur wenige kommen ohne aus.

Strassenschild 44 - Eigene Firma© Thomas Reimer /​ fotolia.com

Frisches Kapital für Start-ups

Unternehmensführung/Management.  Start-ups in Deutschland brauchen in den kommenden zwei Jahren im Durchschnitt 2,4 Millionen Euro frisches Kapital. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter rund 150 Start-up-Gründern.

Schwierige Finanzierung größtes Hemmnis für Start-ups

Gleichzeitig macht demnach jeder zweite Gründer (55 Prozent) die schwierige Finanzierung als das größte Hemmnis für Start-ups hierzulande aus. Nur jeder Dritte (34 Prozent) sieht sich derzeit für die nächsten 24 Monate bereits mit ausreichend Startkapital ausgestattet.

Start-up-Größe entscheidend

Der Finanzierungsbedarf steigt dabei mit der Größe des Start-ups, stellt die Studie fest:

  • Start-ups mit nur ein bis drei Mitarbeitern benötigen rund 640.000 Euro,
  • solche mit vier bis neun Mitarbeitern rund 1,7 Millionen Euro,
  • mit zehn bis 19 Mitarbeitern 3,1 Millionen Euro und
  • Start-ups ab 20 Mitarbeitern sogar 4,7 Millionen Euro.

Teams aus Deutschland international erfolgreich machen

„Auch wenn sich die Finanzierungssituation für Tech-Start-ups in Deutschland in den letzten Jahren verbessert hat, ist fehlendes Kapital nach wie vor die größte Hürde, um Teams aus Deutschland international erfolgreich zu machen“, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp.

Lange Dauer zum Geldfluss

Aus Sicht der Start-ups dauere es zudem zu lange, bis Finanzierungsrunden abgeschlossen sind. Vom ersten Gespräch mit einem möglichen Investor bis zum Geldfluss können in der Regel einige Monate vergehen. Im Schnitt muss man dafür bei Finanzierungsrunden mit einem Business Angel fünf Monate, mit Venture-Capital-Investoren sieben Monate veranschlagen.

Börsengang in nicht einfachem Marktumfeld

Einen Börsengang können sich immer mehr Gründer vorstellen – trotz dem nicht einfachen Marktumfeld. Hatte  sich vor einem Jahr nur jedes vierte Start-up (28 Prozent) entsprechend geäußert, so ist es nun jedes dritte (37 Prozent).

Öffentliche Fördermittel

Eine nicht gering zu schätzende Rolle bei der Finanzierung spielen öffentliche Fördermittel. Jedes dritte Start-up (36 Prozent) hat gegenwärtig oder in der Vergangenheit staatliche Fördermittel von Bundesländern, dem Bund oder der EU erhalten. Instrumente der Politik zur Verbesserung der Finanzierungssituation von Start-ups insbesondere in der frühen Phase sind:

  • das EXIST-Programm,
  • der INVEST-Zuschuss oder
  • der High-Tech Gründerfonds.

Tech Growth Fund geplant

Zudem plant das Bundesfinanzministerium einen sogenannten Tech Growth Fund mit einem Volumen von 10 Milliarden Euro. Für jeden Euro an Wagniskapital, den ein Gründer erhält, soll er aus dem Fonds zusätzlich einen Euro Kredit erhalten.

Privates Venture Capital

Gerade für große Finanzierungsrunden bleibe es zudem wichtig, noch mehr privates Venture Capital für Start-ups in Deutschland zu gewinnen. Derzeit sind die steuerlichen Bedingungen für private Geldgeber in anderen Ländern oftmals noch attraktiver als hierzulande. „Leider“, wie Veltkamp hinzufügt. Daher müssten seiner Ansicht nach angekündigte Maßnahmen der Bundesregierung wie der Tech Growth Fund noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.

Autor: Franz Höllriegel
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