Fachbeitrag | Personal
03.08.2015

Arbeitgeber nicht immer zu Überstundenlohn verpflichtet

Entscheidend: angeordnet, gebilligt, geduldet oder nötig.

Wie das: Überstunden geleistet und kein Überstundenlohn? Was viele Arbeitgeber nicht wissen: Nicht immer müssen Überstunden entgolten werden. Entscheidend ist, ob der Arbeitgeber von ihnen definitiv wusste und sie für die Erledigung der Arbeit nötig waren. Arbeitgeber können sich deshalb die Vorgeschichte von Überstunden, für die Lohn beansprucht wird, dokumentieren lassen.

Überstunden Ausgleich© Minerva Studio /​ fotolia.com

Sachdienliche und notwendige Überstunden

Hamburg. 3. August 2015 – Hat der Arbeitgeber Überstunden angeordnet, gebilligt, geduldet, oder waren sie nötig, um die ihm geschuldete Leistung zu erledigen? War geleistete Zusatzarbeit nur „sachdienlich“, nicht unbedingt notwendig, so würde das für einen Zahlungsanspruch an Überstundenlohn eines Arbeitnehmers nicht ausreichen. Das ist einem aktuellen Bericht von „Zeit Online“ zu entnehmen.

Hat der Arbeitgeber Überstunden angeordnet oder geduldet?

Nicht selten empfänden Arbeitgeber die Verrichtung von Überstunden als selbstverständlich. Es komme dabei auf folgende Fragestellungen an: Wann wurde welche Aufgabe erledigt? Wie lange hat das gedauert? Kann der Mitarbeiter belegen, dass der Arbeitgeber die Überstunden angeordnet oder sie geduldet hat? Kann er das nicht oder hat er seine Zusatzarbeit nicht ausreichend akribisch dokumentiert, scheitere er im Zweifel vor Gericht.

Eine E-Mail reicht

Deshalb sollten Mitarbeiter ihren Arbeitgeber immer informieren, bevor sie Überstunden machen. Eine E-Mail reiche dazu aus. Wichtig sei jedoch, sie so früh abzuschicken, dass der Arbeitgeber noch ein Veto einlegen kann. Nach der Verrichtung von Überstunden sollten Mitarbeiter erneut und regelmäßig ihren Arbeitgeber über die geleisteten Überstunden per Mail informieren.

Kein spezielles Limit für Überstunden

Das Arbeitszeitgesetz setze Überstunden kein spezielles Limit. Sie seien unbegrenzt zulässig, solange die allgemeinen Grenzen des Gesetzes eingehalten werden. Allerdings müssten sie aus überwiegenden betrieblichen Interessen erforderlich sein.

Über-Arbeitszeit und Mehrarbeitszeit

Juristisch gilt für Überstunden: Arbeitszeit oder Über-Arbeitszeit geht über die vertraglich vereinbarte Zeit hinaus. Mehrarbeitszeit dauert länger als die gesetzlich zulässige regelmäßige Arbeitszeit.

 

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Autor: Franz Höllriegel 

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