08.12.2017

Top 10 der beliebtesten und unbeliebtesten Länder für Mitarbeiter

Einsatz im Ausland – mancher Mitarbeiter fühlt sich geehrt, wenn es ihn trifft. Andere wiederum bevorzugen die Arbeit in der Nähe von Heim und Herd. Doch in einer globalisierten Welt kann man sich das oft nicht aussuchen. Wo es sich gut arbeiten lässt, wo weniger, zeigt eine Studie.

Auslandseinsatz, GEschäftsmann am Flughafen

Fluch und Segen von Auslandseinsätzen

Da arbeiten, wo andere Urlaub machen – wer träumt nicht davon? Doch nicht immer entspricht die Wirklichkeit den Träumereien. Eine Umfrage unter Expats und Auswanderern zeigt, in welchen Ländern besonders gut, in welchen weniger. „Capital“ berichtet über die Studie „Expat Insider 2017“. Für sie hatte man 43 Aspekte bei 13.000 Teilnehmern mit 166 verschiedenen Nationalitäten abgefragt, unter anderem zu:

  • Karriereaussichten,
  • Eingewöhnung,
  • Lebensqualität,
  • Bedingungen für Familien,
  • Lebenshaltungskosten.

65 Auswandererziele wurden untersucht. Das Wirtschaftsmagazin präsentierte aus der Studie jeweils die Top Ten der beliebtesten und unbeliebtesten Destinationen für Auslandseinsätze.

Sieger Bahrain

Organisiert hat die Umfrage die Expats-Plattform „InterNations“. Das Netzwerk für Menschen, die von ihrem Arbeitgeber ins Ausland geschickt wurden oder sich privat für die Auswanderung entschieden haben, bat einige seiner 2,7 Millionen Mitglieder um eine Einschätzung ihrer neuen Heimat. Mit dem diesjährigen Sieger ihrer Studie hätten wohl selbst die Verantwortlichen nicht gerechnet. Es ist das Königreich Bahrain am Persischen Golf. Expats kommen hier nach Erfahrung der befragten Teilnehmer nur mit Englischkenntnissen gut zurecht. Es winkten hervorragende Karrierechancen. Familien fühlten sich gut aufgehoben.

Verlierer Griechenland

Am anderen Ende der Skala findet sich in Augen der Auslandsmitarbeiter Griechenland als unbeliebteste Destination. Die Auswirkungen der verheerenden Finanzkrise in Griechenland träfen auch Expats und Auswanderer. Bei jedem zweiten der hier lebenden Teilnehmer der Umfrage reiche das Einkommen nicht zum Leben. Väter und Mütter klagten über hohe Kosten für Kinderbetreuung und Schulausbildung. Für die Betroffenen ist klar: Griechenland eignet sich eher als Urlaubsland denn als neue Heimat.

Costa Rica und Mexico auf Platz 2 und 3

Auf Platz 2 der beliebtesten Einsatzländer folgt Costa Rica. Expats blieben oft unter sich. Nicht so in diesem zentralamerikanischen Staat. Hier falle es Ausländern sehr leicht, unter den Einheimischen neue Freunde zu finden. Unberührte Natur und eine gute Infrastruktur für Familien tun ein Übriges für die Attraktivität dieses Landes. Hohe Lebensqualität macht einen Einsatz in Mexico schmackhaft. Allerdings sehen die Mitglieder von InterNations Verbesserungsbedarf bei Sicherheit und Gesundheitsversorgung.

Deutschland im Mittelfeld

Auf den weiteren Plätzen finden sich in dieser Rangfolge Taiwan, Portugal, Neuseeland, Malta, Kolumbien – einer der größten Gewinner trotz mangelnder persönlicher Sicherheit –, Singapur und Spanien. Die neun unbeliebtesten Plätze für einen Auslandseinsatz besetzen Kuwait, Nigeria, Brasilien, Saudi-Arabien, Italien, Ukraine, Katar, Indien und die Türkei. Wer zuhause bleibt, hat damit im internationalen Ranking auch nicht immer das große Los gezogen, jedenfalls nicht nach den abgefragten Kriterien. Deutschland schaffte es in dem Ranking nur auf den 23. Platz – immerhin auf der Bestenlisten, nicht auf der Schlechtestenliste.

Kann der Chef Auslandseinsätze anordnen?

Doch was nützt die schönste Hitliste, wenn man sich am Ende des Tages den Ort für den Auslandseinsatz ohnedies nicht aussuchen kann? Erfahrungsgemäß ist dementsprechend nicht jeder Arbeitnehmer begeistert, wenn der Chef den Auslandseinsatz anordnet, berichtet „Personaltipp AKTUELL“ (15/2017). Ob er dazu berechtigt ist, hänge vom Inhalt des Arbeitsvertrages ab. Der Newsletter für Arbeitsrecht gibt einen wichtigen Praxistipp, was beide Seiten tun sollten, um Streit zu vermeiden.

 

Jetzt informieren!

 

Autor: Franz Höllriegel