Fachbeitrag | GmbH
19.02.2016

Steuern sparen mit LIFO

Bundesfinanzministerium lässt LIFO-Bewertung zu.

Last in, first out – Was zuletzt hereinkommt, geht als erstes. Gemeint sind angeschaffte oder herstellte Güter. Sie können bei der Steuer in dieser Reihenfolge bewertet werden. Das verringert den Warenbestand und erhöht die Betriebsausgaben. Ergebnis: Geringere Steuern. Es gibt aber Ausnahmen.

Last in first out© Kheng Guan Toh /​ fotolia.com

Warenbestand runter, Betriebsausgaben rauf

Kissing. 19. Februar 2016 – Vielfach ist die LIFO-Methode – Last in, first out – zu bevorzugen. Das rät „GmbH-Brief AKTUELL“ (3/2016). Der Warenbestand verringere sich, Betriebsausgaben würden erhöht. So ließen sich gerade bei älteren, noch vorhandenen Gütern beträchtliche Bewertungsabschläge vornehmen. Gewinn und Steuerbelastung würden gemindert.

Schreiben des Bundesfinanzministeriums

Der Newsletter für Steuervorteile zitiert aus einem jüngsten Schreiben des Bundesfinanzministeriums dazu. Darin regele es detailliert die Anwendung des LIFO-Verfahrens bei folgenden Bewertungen und was dabei zu beachten ist:

  • Vorratsvermögen: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, fertige Erzeugnisse und Waren; LIFO darf angewendet werden
  • Ordnungsmäßige Buchführung: Die LIFO-Bewertung muss den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen und die Bewertung des Vorratsvermögens vereinfachen. Am Schluss des Wirtschaftsjahrs müssen vorhandene Wirtschaftsgüter mengenmäßig vollständig erfasst werden.
  • Gruppenbewertung gleichartiger, das heißt zu einer gleichartigen Warengattung gehörender und funktionsgleicher Wirtschaftsgüter möglich. Betriebe können ihr Bewertungswahlrecht für verschiedene Bewertungsgruppen unterschiedlich ausüben. Einzig alle Wirtschaftsgüter ein und derselben Bewertungsgruppe sind einheitlich zu bewerten.
  • Einschränkungen: Nutzt der Betrieb ein EDV-System, darf er bei reinen Handelswaren die LIFO-Methode nicht anwenden. Mit der EDV lassen sich die individuellen Anschaffungskosten der einzelnen Wirtschaftsgüter leicht ermitteln – etwa per Strichcode. Nur wenn die Ermittlung aufwendig ist und weitere Arbeitsschritte wie Berechnungen und Zurechnung anteiliger Anschaffungskosten dafür notwendig wären, darf der Betrieb auch hier auf das LIFO-Verfahren zurückgreifen.
  • Verderbliche Ware: Bei leicht verderblichen Waren ist die LIFO-Variante nicht zulässig. Hier steht die tatsächliche Verbrauchs- und Veräußerungsfolge im Widerspruch zum praxisnahen Betriebsablauf.

Gesetzliche Grundlage für LIFO

„GmbH-Brief AKTUELL“ geht ausführlich auf die gesetzliche Grundlage für LIFO ein. Zudem wird an einem Beispiel die richtige Anwendung des LIFO-Verfahrens veranschaulicht.

LIFO vermeiden bei geringem Gewinn

Ist der Betriebsgewinn eher mäßig oder droht sogar ein Verlust, rät „GmbH-Brief AKTUELL“ von der LIFO-Bewertung ab. Der Newsletter schreibt: „Nutzen Sie die sich bietenden Gestaltungsmöglichkeiten bestmöglich. Sprechen Sie die Bewertung des Umlaufvermögens vor Erstellung des nächsten Jahresabschlusses bei Ihrem Steuerberater an.“

 

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Autor: Franz Höllriegel 
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