Expertentipp | Steuern
26.06.2015

Steuern sparen mit haushaltsnahen Dienstleistungen

Eigenheimbesitzer werden vom Finanzamt nicht gerade verwöhnt. Im Unterschied zu einem Vermieter können sie Kosten für eine selbstgenutzte Immobilie nur begrenzt absetzen. Möglichkeiten dafür boten bislang schon haushaltsnahe Dienstleistungen. Diese erweitert jetzt noch ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH), wie der „SteuerSPARBrief“ für Selbständige und Unternehmer in seiner neuen Ausgabe 7/2015 berichtet.

Steuern sparen mit haushaltsnahen Dienstleistungen© Alexander Raths /​ fotolia.com

Steuergeschenk 2003 für Eigenheimbesitzer war keines

Das Steuergeschenk 2003 war nur ein vermeintliches. Eigentlich wollte Vater Staat nur der Schwarzarbeit das Wasser abgraben. Deswegen können Eigenheimbesitzer seitdem Handwerkerleistungen absetzen – unter bestimmten Voraussetzungen.

Und das war der großen Haken daran: Handwerkliche Leistungen erkannte der Fiskus nur an, wenn es sich um Schönheitsreparaturen oder kleinere Ausbesserungsarbeiten handelte.

Steuerliche Förderung von Wachstum und Beschäftigung

Dann kam im April 2006 das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung. Damit wollte man den engen Anwendungsbereich erweitern. Jetzt sollten auch Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen des Wohnraums in Privathaushalten absetzbar sein.

Faustregel: Etwas völlig Neues darf bei diesen Arbeiten nicht herauskommen. „Balkonreparatur und Balkonanstrich ja, Balkonanbau also nein“, brachte es „SteuerSPARBrief“ in Ausgabe 7/2015 auf den Punkt.

Steuern sparen: Absetzbarkeit erneut erweitert

„SteuerSPARBrief“ weiß jetzt sogar von einer neuen Erweiterung der Absetzbarkeit, diesmal durch den Bundesfinanzhof (BFH). Der habe in einer aktuellen Entscheidung die Kosten für eine Dichtheitsprüfung der privaten Abwasserleitung als steuersparende Handwerkerleistung anerkannt, berichtet „SteuerSPARBrief“.

Der Hof folgte damit nicht einem Finanzamt. Dieses hatte eine derartige Dichtheitsprüfung mit einer Gutachtertätigkeit gleichgesetzt, ähnlich den Sicherheitsüberprüfungen einer Heizungsanlage. Die Dichtheitsprüfung sei mithin nicht als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG begünstigt. Die BFH-Richter sahen das nun anders: Bei der Dichtheitsprüfung handele es sich um „vorbeugende Erhaltungsmaßnahmen“.

Position Finanzministerium noch ungewiss

Dem Urteil bescheinigt „SteuerSPARBrief“ weitreichende Folgen. Erst voriges Jahr hatte das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben eine Reihe von Gutachterleistungen noch als generell nicht steuerlich begünstigt aufgelistet. Nun bleibe abzuwarten, wie das Bundesfinanzministerium auf die aktuelle BFH-Rechtsprechung reagiert.

Tipp: Kosten für Prüfdienste als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen

Bis dahin sollten Eigenheimbesitzer Kosten für derartige Prüfdienste in der persönlichen Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen, raten die Experten von „SteuerSPARBrief“.

Als schon jetzt vergünstigt sollten „SteuerSPARBrief“ zufolge geltend gemacht werden:

  • Austausch der Fußbodenbeläge bei Renovierung einer bestehenden Immobilie
  • Einbau eines neuen Badezimmers
  • Modernisierung der Heizungsanlage
  • Beseitigung kleinerer Schäden
  • Erneuerung von Fenstern
  • Garten- und Wegebauarbeiten

Vergessen können die Eigenheimbesitzer aber die folgenden Kosten, denn die sind schon jetzt nicht vergünstigt:

  • Lieferung von Waren
  • Kosten für einen Catering-Service einer Hausparty
  • Anschaffung und Verlegung eines Teppichbodens
  • Einbau einer neuen Küche in einem Neubau
  • kurz: alle Arbeiten, die etwas Neues schaffen
Autor: Franz Höllriegel
  • Steuer­SPARBrief

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