05.04.2018

Stellenbeschreibungen sorgen für Struktur

Es ist erstaunlich, wie viele Arbeitsplätze in der betrieblichen Praxis ohne konkrete Stellenbeschreibung besetzt werden. Dabei sind Stellenbeschreibungen ein sinnvolles Instrument, um die betrieblichen Abläufe klar zu strukturieren.

Stellenbeschreibung

Stellenbeschreibung und Arbeitsplatzbeschreibung sind zwei Paar Stiefel

Die Begriffe „Stellenbeschreibung“ und „Arbeitsplatzbeschreibung“ werden in der Praxis häufig bedeutungsgleich verwendet. Tatsächlich unterscheiden sie sich jedoch wie folgt: Die Stellenbeschreibung gibt eine Arbeitsstelle unabhängig von der Person des Stelleninhabers abstrakt nach den Vorgaben des Arbeitgebers wieder, während die Arbeitsplatzbeschreibung speziell auf den Stelleninhaber abgestimmt ist.

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Stellenbeschreibung als Mittel der Personalplanung

Stellenbeschreibungen dienen im Rahmen der Personalarbeit der besseren Strukturierung und Dokumentation vorhandener Stellen und werden zur Konzeption und Bedarfsplanung bezüglich neuer Stellen erstellt. Im Idealfall existiert für jeden Arbeitsplatz im Betrieb eine Stellenbeschreibung, die regelmäßig aktualisiert und den sich nachhaltig ändernden Gegebenheiten angepasst wird.

 

Das gehört in eine Stellenbeschreibung

Wie ausführlich eine Stellenbeschreibung verfasst wird, ist naturgemäß von der konkreten Stelle abhängig. Sie soll die Vorstellung wiedergeben, die der Arbeitgeber von der Stelle und dem (künftigen) Stelleninhaber hat. Üblicherweise enthält sie Angaben zu folgenden Gesichtspunkten:

  • Stellenbezeichnung unter Benennung des exakten Titels
  • Einordnung der Stelle in die Organisationsstruktur des Unternehmens
  • Angabe von Über- und Unterordnungsverhältnissen und Vertretungsregelungen
  • Beschreibung der Hauptaufgaben, ggf. mit konkreteren Anweisungen
  • Beschreibung von Nebenaufgaben
  • fachliche und persönliche Kompetenzen
  • spezielle Vollmachten und Berechtigungen

Tipp der Redaktion

Haben Sie in Ihrem Betrieb noch keine oder nur wenige Stellenbeschreibungen, sollten Sie konkrete Anlässe, z. B. Neueinstellungen oder das Erstellen von Arbeitszeugnissen, dazu nutzen, eine Beschreibung der Stelle vorzunehmen.

Download Hinweis

Gerne können Sie dazu unsere oben abgebildete „Muster-Stellenbschreibung“ sowie die unten zu sehende „Muster-Klausel: Einbeziehung Stellenbeschreibung mit Änderungsvorbehalt“ nutzen. Sie finden beide Dokumente zum kostenlosen Download unter dem Beitrag.

 

Stellenbeschreibung kann im Arbeitsvertrag auftauchen

Musterklausel Stellenbeschreibung für Arbeitsvertrag
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In rechtlicher Hinsicht übt der Arbeitgeber mit der Stellenbeschreibung sein Weisungsrecht aus. Dies bedeutet, dass eine einseitig vorgegebene Stellenbeschreibung für den Stelleninhaber nur dann bindend ist, wenn sie sich mit den im Arbeitsvertrag abstrakt formulierten Aufgaben bzw. Funktionsbezeichnungen deckt bzw. diese konkretisiert. Der Arbeitgeber kann also dem Arbeitnehmer im Wege der Stellenbeschreibung keine Aufgaben zuweisen, die nicht zu seiner arbeitsvertraglich vereinbarten Tätigkeit gehören. Die Stellenbeschreibung kann aber auch durch ausdrückliche Bezugnahme Bestandteil des Arbeitsvertrages werden. Um sich das Direktionsrecht zu erhalten, sollte dann aber ein Versetzungsvorbehalt aufgenommen werden.

 

Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag stammt aus dem „Personlatipp AKTUELL“, Ausgabe 15-2017.

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Autor: Ernst Schneider