09.11.2015

Starre Arbeitszeiten passé

Neue Erkenntnisse zur Zukunft der Arbeit. Die Digitalisierung hat rasant an Fahrt aufgenommen. Neue Modelle braucht das Land. Mit ihrer Hilfe soll der demografische Wandel gelingen. Es geht um die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Sie muss bis ins Rentenalter erhalten bleiben. Wie, soll eine neue Veranstaltungsreihe der Arbeitgeber zeigen.

Starre Arbeitszeiten

Berlin. 9. November 2015 – Starre Arbeitszeiten sind von gestern. Dieses Fazit zog Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser, Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa), beim Arbeitgeberforum „Zukunft der Arbeit“ am Mittwoch vergangener Woche in Berlin.

Veranstaltungsreihe von GDA und BDA

Die Veranstaltungsreihe wurde gemeinsam mit der Gesellschaft für Marketing und Service der Deutschen Arbeitgeber (GDA) und unter Schirmherrschaft der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ins Leben gerufen. Bei der Auftaktveranstaltung stand das Thema „Selbstbestimmtes Arbeiten in flexiblen Systemen“ auf dem Programm. Wie „Maschinenmarkt“ berichtet, stellten Vertreter unterschiedlicher Branchen betriebsspezifische Lösungen vor.

Veränderungen und Restrukturierungen

Zur thematischen Einführung beleuchtete Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, den Wandel der Arbeitswelt. Sie sieht im Vordergrund Dynamik, Vielfalt und Komplexität der Veränderungen und Restrukturierungen.

Adäquate Arbeitsorganisation

Vor diesem Hintergrund gab sie beispielhaft Handlungsempfehlungen: Unternehmen müssten die Erreichbarkeit gestalten, tätigkeitsspezifische Lösungen finden, eine adäquate Arbeitsorganisation aufbauen, die Beschäftigten einbeziehen, die Erreichbarkeit gezielt ausrichten, die Erwartungen klären, Routinen hinterfragen, die Kompetenzen der Beschäftigten stärken und klare Regeln vereinbaren.

Kunden geben Takt vor

In seiner Begrüßungsrede fasste Dr. Gerhard F. Braun, Vizepräsident der BDA und Schirmherr der Veranstaltung, die aktuellen Rahmenbedingungen zusammen, vor denen die Industrie handeln muss. Die Arbeitswelt befinde sich in einer Phase der tiefgreifenden Veränderung. Unternehmen stünden vor neuen Herausforderungen. Kunden gäben den Takt vor. Unternehmen sollten zunehmend rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Braun: „Wer hier nicht flexibel reagieren kann, wird am Markt verlieren.“

Digitalisierung in Fahrt

Stowasser ergänzte die arbeitswissenschaftliche Sicht. Die Digitalisierung habe rasant an Fahrt aufgenommen. Neue Modelle seien nötig, um insbesondere angesichts des demografischen Wandels die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der Beschäftigten bis ins Rentenalter zu erhalten. Stowasser: „Dies muss individuell und branchenspezifisch umgesetzt werden.“

Autor: Franz Höllriegel