09.06.2015

Social Media im Unternehmen effektiv einsetzen

Soziale Medien wie Blogs, Kurznachrichtendienste oder soziale Netzwerke prägen zunehmend die Kommunikation deutscher Unternehmen. Doch oft werden sie verengt auf den Einsatz für Marketing und PR. Dass die Social Media weit mehr können, belegen Umfragen.

Mehr als Marketing und PR

Soziale Medien nur für Marketing und PR – das war gestern. Mittlerweile hat sich im Kundenservice, in der Produktentwicklung und in der internen Kommunikation sehr viel getan, was die Social Media betrifft. Das berichtet Tobias Arns, Social-Media-Experte des Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.).

Social Media für interne und externe Kommunikation

Einer aktuellen repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands zufolge benutzen drei von vier Unternehmen (75 Prozent) Social Media für die interne und externe Kommunikation.

Xing, Twitter & Co.

Beispiel: Stellenbewerbungen. Der Umfrage zufolge werden in rund jedem zweiten Unternehmen (46 Prozent) neben den Bewerbungsunterlagen auch Profile von Bewerbern in sozialen Netzwerken gründlich geprüft. Dabei würden Einträge in beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn häufiger ausgewertet (39 Prozent) als die eher privat ausgerichteten wie Facebook oder Twitter (24 Prozent).

Social Media im Unternehmen
Social Media im Unternehmen

Entscheidung aufgrund eines Online-Checks

Mehr als jeder siebte Personalchef (15 Prozent), der sich Profile von Bewerbern in sozialen Netzwerken anschaut, hat sich bereits aufgrund eines Online-Checks entschieden, Bewerber nicht zum Gespräch einzuladen oder einen Job doch nicht anzubieten. 90 Prozent dieser Personalentscheider geben Widersprüche zu den Bewerbungsunterlagen als Grund für die Entscheidung an.

Jeder Dritte (32 Prozent) berichtet von inkompetenten fachlichen Äußerungen der Kandidaten, 6 Prozent sind auf beleidigende Äußerungen gestoßen. Keine Rolle spielen dagegen die politische Weltanschauung des Kandidaten oder Fotos von ausgelassenen Partys.

Fachliche Qualifikation

Im Mittelpunkt des Interesses bei der Prüfung von Social-Media-Profilen stehen die fachliche Qualifikation (89 Prozent) und öffentliche Äußerungen zu Fachthemen (72 Prozent) sowie zum Unternehmen oder zu seinen Wettbewerbern (56 Prozent).

Knapp jeder Zweite (44 Prozent) achtet auch auf Hobbys oder private Aktivitäten der Kandidaten, 34 Prozent betrachten veröffentlichte Fotos sehr genau. Weniger von Interesse sind die Anzahl der Kontakte in den Netzwerken (5 Prozent) oder politische Ansichten (4 Prozent).

Profile in Netzwerken

„Profile in Sozialen Netzwerke sind oft aussagekräftiger als eine kurze Bewerbung. Deshalb werden Personalabteilungen künftig noch häufiger darauf zurückgreifen, um sich ein Bild von Kandidaten zu machen“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Autor: Franz Höllriegel