06.05.2021

So setzen Sie Stellenbeschreibungen richtig ein

Rot: Halt! Grün: Fahr! Eine klare Ansage, wie es gehen soll, hat ihre Vorteile. Das ist mit der Arbeit nicht anders. Geben Sie als Arbeitgeber klare Anweisungen zur Aufgabenverteilung im Betrieb! Und möglichst schon bei der Stellenausschreibung und im Arbeitsvertrag. Klarheit siegt.

Stellenbeschreibungen

Wozu sollten Sie als Arbeitgeber eine Stelle beschreiben?

Das hat vielerlei Nutzen bei:

  • der Planung des Personalbedarfs,
  • der konkreten Besetzung offener Stellen,
  • der Aufgabenverteilung,
  • der Prozessoptimierung und
  • der Konzeption von Zielvereinbarungen.

Für jeden Arbeitsplatz im Betrieb sollten Sie eine Stellenbeschreibung abfassen. Aktualisieren Sie sie regelmäßig! Die Gegebenheiten im Betrieb ändern sich nachhaltig. Passen Sie die Beschreibung entsprechend an!

Inwiefern kann die Stellenbeschreibung ein Mittel der Personalplanung sein?

Sie dienen hier der besseren Strukturierung und Dokumentation vorhandener Stellen. Als Personalplaner können Sie sie zur Konzeption und Bedarfsplanung bezüglich neuer Stellen erstellen.

Was sollte in Ihrer Stellenbeschreibung stehen?

Das und wie ausführlich sie sein sollte, hängt in erster Linie vom konkreten Aufgabenfeld der jeweiligen Stelle ab. Regel Nr. 1: charakterisieren, bezeichnen, erläutern und beschreiben Sie möglichst konkret und detailliert die Kernbestandteile:

  • die Stelle selbst unter Benennung des exakten Titels
  • das Aufgabenfeld
  • Hauptaufgaben, gegebenenfalls mit Anweisungen
  • Nebenaufgaben
  • Spezielle Vollmachten und Berechtigungen
  • fachliche und persönliche Kompetenzen
  • organisatorische Einbindung im Unternehmen
    • Verhältnis zu Vorgesetzten
    • Grad der Führungsverantwortung
    • Ausgestaltung der Vertretungsregelungen

Gilt das auch für die Arbeitsplatzbeschreibung?

Nein, das sind zwei Paar Stiefel, auch wenn die betriebliche Praxis Stellenbeschreibung und Arbeitsplatzbeschreibung nicht selten gleichsetzt. Beide Begriffe haben jedoch eine unterschiedliche Bedeutung:

  • Stellenbeschreibung betrifft eher einen Arbeitsplatz innerhalb Ihrer betrieblichen Organisation, unabhängig von der jeweiligen Person des Stelleninhabers.
  • Arbeitsplatzbeschreibung bezieht sich hingegen konkret auf den Arbeitsplatz eines bestimmten Stelleninhabers.

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Woraus ergeben sich die Pflichten Ihres Arbeitnehmers?

Primär nicht aus der Stellenbeschreibung oder Arbeitsplatzbeschreibung, sondern aus dem Arbeitsvertrag. Hier sind Inhalt und Umfang der Leistungspflichten eines Arbeitnehmers festgelegt. In rechtlicher Hinsicht üben Sie als Arbeitgeber mit Ihrer Stellenbeschreibung Ihr Weisungsrecht aus. Eine einseitig von Ihnen als Arbeitgeber vorgegebene Stellenbeschreibung für den Stelleninhaber ist mithin nur dann rechtlich bindend, wenn sie sich mit den im Arbeitsvertrag abstrakt formulierten Aufgaben oder Funktionsbezeichnungen deckt oder diese konkretisiert.

Sie als Arbeitgeber können Ihrem Arbeitnehmer im Wege der Stellenbeschreibung keine Aufgaben zuweisen, wenn sie sich nicht mit den arbeitsvertraglich vereinbarten Tätigkeiten decken. Wollen Sie als Arbeitgeber sicherstellen, dass der Stelleninhaber die in der Stellenbeschreibung genannten Aufgaben verpflichtend erfüllen muss, können Sie die Stellenbeschreibung durch ausdrückliche Bezugnahme zum Bestandteil des Arbeitsvertrages erklären.

Um sich Ihr Weisungsrecht hinsichtlich des Inhaltes der Arbeitsleistung zu erhalten, sollten Sie als Arbeitgeber einen Versetzungsvorbehalt in den Arbeitsvertrag aufnehmen.

Wie könnte ein solcher Versetzungsvorbehalt im Arbeitsvertrag aussehen?

Wenn sie die Stellenbeschreibung als ergänzende Tätigkeitsbeschreibung einbeziehen wollen, erwähnen Sie ausdrücklich, dass die Stellenbeschreibung nicht Inhalt des Arbeitsvertrages wird. Weisen Sie darauf hin, dass Sie als Arbeitgeber berechtigt sind, bei betrieblicher Notwendigkeit Ihrem Mitarbeiter eine anderweitige Aufgabe zu übertragen, entsprechend seinen Kenntnissen und Fähigkeiten.

Wenn Sie das nicht wollen, sondern die Stellenbeschreibung verbindlich in den Vertrag einbezogen wissen wollen, dann schreiben Sie, dass sich die Aufgaben Ihres Mitarbeiters nach der Stellenbeschreibung seines Aufgabenbereiches richten und die Stellenbeschreibung in der jeweils gültigen Fassung Bestandteil des Arbeitsvertrages ist. Wir haben entsprechende Musterschreiben für Sie vorformuliert. Sie können Sie im Download-Bereich herunterladen.

Autor: Franz Höllriegel