Fachbeitrag | Management
18.11.2015

So reagieren Arbeitgeber richtig auf Fehlzeiten

„Führung & Management“ gibt Tipps und Hinweise für Krankenrückkehrgespräche.

Fehltage – für alle im Team ein Alptraum. Sie kosten Geld und Nerven. Vor allem von Kollegen. Die müssen dann nämlich zusätzliche Aufgaben übernehmen. Oft ausfallende Mitarbeiter können zu einer regelrechten Belastung werden. „Führung & Management“ rät, eventuell ein Krankenrückkehrgespräch zu führen – und sagt, worauf dabei zu achten ist

Krankenrückkehrer© highwaystarz /​ fotolia.com

Verbindliche Vorgaben

Kissing. 18. November 2015 – Verbindliche Vorgaben für ein Krankenrückkehrgespräch gibt es nicht. Die Bandbreite reicht von einem einmaligen Gespräch, und geht in der Regel bis zu einem ganzen Bündel von Gesprächen in mehreren Stufen. Hierbei kann der Arbeitgeber den Ton bei der Besprechung des Sachverhalts schrittweise verschärfen.

Führung & Management“ 14/2015 listet fünf Gesprächsstufen auf:

  1. Informationsgespräch
  2. Motivationsgespräch
  3. Mitarbeitergespräch
  4. Personalgespräch
  5. Fehlzeitengespräch

Botschaft und Ton

Mit jedem Gespräch soll sich Botschaft und Ton ändern. Im Informationsgespräch will der Arbeitgeber zunächst einmal Gründe in Erfahrung bringen. Erfragt werden die Rahmenbedingungen des Arbeitnehmers in seinem persönlichen Umfeld, durch die Arbeit entstehende Krankheitsursachen und Zusammenhänge mit früheren Erkrankungen.

Vertrauensbildung nach der Krankheit

Im Motivationsgespräch geht es um Vertrauensbildung nach der Krankheit. Der Arbeitgeber informiert über die aktuelle Situation im Tätigkeitsbereich und erkundigt sich nach der Erkrankung und dem jetzigen Befinden. Tenor: „Wir freuen uns, dass Sie wieder da sind und haben Sie sehr vermisst.“

Die Gangart wird härter

Im Mitarbeitergespräch wird, so „Führung & Management“-Autorin Silke Rohde, die Gangart schon etwas härter. Der Arbeitgeber zeige die Auswirkungen der Fehlzeiten des Beschäftigten auf. Er weise darauf hin, dass die letzte Fehlzeit noch nicht lange zurückliegt. Tenor: „Sie fehlen uns im Arbeitsprozess. Wie würden Sie bei häufigem Fehlen eines Kollegen reagieren?“

Es geht ans Eingemachte

Im Personalgespräch geht es bereits ans Eingemachte. Der Arbeitgeber erklärt, so der Bericht, die Konsequenzen weiterer Fehlzeiten. Durch die Fehlzeiten entstehende Kosten werden erwähnt, beispielhaft Fälle genannt, die schon mal zur Kündigung geführt haben. Tenor: „Weiteres Fehlen kann für Sie Folgen haben.“

Der Hammer zum Schluss

Schließlich der Hammer: das Fehlzeitengespräch. Zu ihm wird ein Mitarbeiter der Personalabteilung hinzugezogen. Der Arbeitgeber informiert jetzt offiziell über die Möglichkeit einer Kündigung. Das Fehlzeitenverhalten wird erörtert.

Angst vor dem Gespräch?

Doch viele Führungskräfte scheuen sich vor krankheitsbedingten Fehlzeitengesprächen. Sie befürchten, zu stark in die Privatsphäre des Mitarbeiters einzudringen, im Fehlzeitengespräch auf Widerstand zu stoßen oder im Krankenrückkehrgespräch den Mitarbeiter emotional zu sehr zu belasten.

Tipps und Hilfestellungen

Die Autorin gibt in dem Beitrag eine Reihe von Tipps und Hilfestellungen. So sollten keine Druckmittel angewandt werden, sondern ehrlich gemeinte Hilfsangebote gegeben werden. Viel hänge vom richtigen Zeitpunkt und der Art der Gesprächsführung ab. Rohdes Empfehlung zum Schluss: „Die Mitarbeiter sollten auch darüber informiert werden, dass sie sich bei Leistungseinschränkungen nach einer Erkrankung auch selbstständig mit ihrer Führungskraft in Verbindung setzen.“ – Dann ist die Hürde für ein Arbeitgeber-Arbeitnehmergespräch schon wesentlich niedriger.

 

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Autor: Franz Höllriegel

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