04.10.2017

Schlechte Zeiten gute Zeiten für Freiberufler

Arbeitskräftemangel – für Freiberufler hat dieses Problem einen nicht schlechten Klang. Die überwiegende Mehrzahl kann sich über einen Mangel an Aufträgen nicht beklagen. Unternehmen sollten bei einer Beauftragung von Freiberuflern die wichtigsten Punkte beachten, wie z.B. die KSK.

Freiberufler

Auslastung gut, Stundensätze steigend

Gute Auslastung, steigende Stundensätze, gleichzeitig bester Ausblick – mit der ersten Jahreshälfte 2017 mussten Freiberufler nicht unzufrieden sein. Zu diesem Ergebnis jedenfalls kommt die aktuelle Marktstudie „Zwischenbilanz Projektmarkt 2017“ des Technologiedienstleisters Solcom. Er ließ dafür zwischen Juli und September 2017 eigenen Angaben zufolge über 10.000 Abonnenten des „Freiberufler Magazins“ befragen und wertete 614 Antworten davon aus.

Positives erstes Halbjahr 2017

Die große Mehrheit der befragten Freiberufler kann demnach dank hoher Projektauslastung und guter Beschäftigung auf ein positives erstes Halbjahr 2017 zurückblicken. Nur jeder Zehnte hatte während der Befragung gerade an keinem Projekt zu tun. Die Mehrheit war zuversichtlich oder wusste bereits, dass ihr laufendes Projekt verlängert wird. Bei 33,2 Prozent der Umfrageteilnehmer ist eine Auftragsverlängerung noch unsicher oder nicht vorgesehen. Fast ein Viertel ist sich sicher, dass ihr Projekt verlängert wird, 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa drei von zehn Umfrageteilnehmer gehen relativ sicher von einer Verlängerung aus.

Weniger Vorstellungstermine

Entsprechend wenige Vorstellungstermine mussten für eine Beauftragung wahrgenommen werden. Neun von zehn benötigten hierfür unter fünf Gespräche – 22,5 Prozent mehr als 2016. Nur 2,6 Prozent benötigen mehr als zehn Termine, im vergangenen Jahr waren dies noch viermal so viele. 2016 benötigte jeder Vierte zwischen sechs und zehn Anläufe, heuer nur noch 9,8 Prozent. Das wichtigste Kriterium für die Annahme eines Projekts ist die räumliche Nähe gefolgt vom Stundensatz. Nur für jeden Zwanzigsten war es entscheidend, überhaupt ein Projekt zu bekommen.

Entscheidend für die Projektwahl

Als wichtigster Faktor hat sich in diesem Jahr die gestellte Aufgabe mit 83,2 Prozent an erster Stelle gesetzt, 13,5 Prozentpunkte mehr als noch in 2016. Der Stundensatz konnte um 1,3 Prozent auf 76,2 Prozent zulegen, rutschte aber an die zweite Stelle. Die räumliche Nähe ist noch für zwei Drittel ein wichtiger Aspekt bei ihrer Projektsuche. Ein Drittel achtet auf die Laufzeit und jeder Zehnte schaut sich das Unternehmen genau an, welches das Projekt durchführt.

Eigene Projektauslastung

Auf gleichem Niveau wie im Vorjahr sieht eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer auch die eigene Projektauslastung. Mit insgesamt 86,4 Prozent war eine große Mehrheit im ersten Halbjahr zu über 50 Prozent mit Projekten gut ausgelastet, 15,6 Prozent davon sogar über 100 Prozent. Nur jeder Fünfte befürchtet hier eine Verschlechterung. Für das gesamte Jahr 2017 erwartet knapp die Hälfte der Befragten eine verbesserte Auslastung, nur knapp 15 Prozent eine Verschlechterung. Die Anzahl der Befragten mit einer Auslastung über 76 Prozent hat sich auf 53,9 Prozent erhöht.  Der Anteil mit einer schwachen Auslastung unter 50 Prozent hat sich nahezu halbiert, von kumuliert 22,7 Prozent im Jahr 2016 auf 13,5 Prozent in diesem Jahr.

Positive Entwicklung des Projektmarktes für Freiberufler

Nur für jeden zwanzigsten Umfrageteilnehmer ist es in erster Linie wichtig, überhaupt ein Projekt zu bekommen. Das sind noch einmal weniger als im vergangenen Jahr und zeigt die gute Auslastung und positive Entwicklung des Projektmarktes für Freiberufler. Die befragten Freiberufler blicken optimistisch auf die restlichen Monate des laufenden Jahres. 46,5 Prozent der befragten Freiberufler gehen von einer verbesserten Projektauslastung in 2017 aus – das sind 6,9 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Anteil der Befragten, die eine Verschlechterung befürchten, ist rückläufig. 2016 waren dies noch 24,7 Prozent, heuer nur noch 14,8 Prozent.

Was bei Inanspruchnahme von Freiberuflern zu beachten ist

Unternehmen, die künstlerische Leistungen von einem Einzelunternehmen oder einem Freiberufler in Anspruch nehmen, sind abgabepflichtig in der Künstlersozialversicherung. Darauf weist Lohn– & Gehaltsprofi AKTUELL“ in seiner neuen Ausgabe (13/2017 Oktober) hin. Zu den abgabepflichtigen Leistungen können demnach z. B. eine Logoentwicklung oder eine Websitegestaltung gehören. Ob und in welcher Höhe solche abgabepflichtigen Leistungen in Anspruch genommen wurden und wer derlei Informationen beim Unternehmen erfragt, dazu alles Wissenswerte in dem Newsletter für betriebsprüfungssichere Abrechnung.

Autor: Franz Höllriegel