10.11.2015

Reform des Steuerverfahren geplant

Steuerverfahren sollen fit für neue Medien gemacht werden. Die Bundesregierung will das Besteuerungsverfahren fit für die neuen Medien und die elektronische Bearbeitung von Steuererklärungen machen. Was Steuerzahlern bevorsteht und wie damit umzugehen sein wird, steht im Newsletter für Unternehmer „SteuerSPARBrief“ 14/2015.

Steuerreform

Größte Reform seit Jahren

Kissing. 11. November 2015 – Die Finanzverwaltung steht vor ihrer größten Reform seit Jahren. Zu dieser Einschätzung gelangt der Newsletter „SteuerSPARBrief“. Danach will der Gesetzgeber das Steuerverfahren modernisieren. Künftig sollen die meisten Steuererklärungen durch ein Computerprogramm vollautomatisch geprüft werden. Schon heute würden nur noch 57 Prozent der Steuererklärungen auf Papier abgegeben.

Informationsverarbeitung und Lohnsteuer-Schnittstelle

„SteuerSPARBrief“ geht detailliert auf die wichtigsten sieben Reformvorhaben ein. So soll der Steuerzahler über automatisch übermittelte Daten von Dritten wie Renten- und Krankenversicherer oder Arbeitgeber besser informiert werden. Arbeitgeber würden ab 2017 verpflichtet, bei einer Lohnsteuer-Außenprüfung die Lohnsteuerdaten ihrer Mitarbeiter elektronisch bereitzustellen.

Erklärungsfristen für Steuerberater

Wie es weiter in dem Bericht von „SteuerSPARBrief“ heißt, sollen Erklärungen von Steuerberatern und Angehörigen der steuerberatenden Berufe bis Ende Februar des Zweitfolgejahres eingereicht werden können. Im Fall einer Überlastung des zuständigen Finanzamtes soll ein anderes Finanzamt einspringen und die Bearbeitung der Steuererklärung übernehmen. Einen Nachteil sieht „SteuerSPARBrief“ darin, dass der Steuerzahler nur bei Bedarf über den Zuständigkeitswechsel informiert werde.

Abrechnung unterschiedlicher Bezüge

Ferner können laut „SteuerSPARBrief“ Arbeitgeber weiterhin unterschiedliche Bezüge eines Mitarbeiters, z.B. Arbheitslohn und Ruhegehalt, nebeneinander abrechnen. Demnächst könne neben der eigentlichen Steuerklasse der zweite Bezug mit Steuerklasse VI abgerechnet werden. Bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung soll es dem Bericht zufolge künftig automatisch einen Verspätungszuschlag geben. Gibt der Steuerzahler seine Erklärung 14 Monate nach dem eigentlichen Steuerjahr ab, würden mindestens 50 Euro pro Monat fällig.

Härtefallregelung soll entfallen

Arbeitnehmer mit Nebeneinkünften bis 410 Euro im Jahr mussten bislang deswegen keine Steuererklärung abgeben. Pflichtveranlagte Arbeitnehmer, zum Beispiel Verheiratete, müssten dagegen Nebeneinkünfte vom ersten Euro an in ihrer Erklärung angeben. Diese Ungleichbehandlung wolle der Gesetzgeber jetzt vermeiden. Deshalb soll die Härtefallregelung gestrichen werden. „SteuerSPARBrief“: „Nebeneinnahmen sind vom ersten Euro steuerpflichtig.“

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Autor: Franz Höllriegel