Lexikonstichwort | Beitrag aus „Die GmbH von A-Z (smartPilot)“ 16.12.2015

Publizitätspflicht

Für alle Kapitalgesellschaften gelten Offenlegungspflichten, für kleine Kapitalgesellschaften bestehen gewisse Erleichterungen. Der Geschäftsführer erfüllt für die Gesellschaft die Pflicht zur Offenlegung des Jahresabschlusses. Die eigenmächtige Entscheidung eines Geschäftsführers, die Offenlegung des Jahresabschlusses zu unterlassen, ist objektiv eine Pflichtverletzung. Insoweit haftet der Geschäftsführer persönlich der Gesellschaft auf Ersatz des daraus entstandenen Schadens. Im Einzelfall kann diese Pflichtverletzung ein wichtiger Grund zur außerordentlichen Kündigung sein.

Darauf kommt es an

Bei der GmbH haftet grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft (§ 13 Abs. 2 GmbHG). Da die GmbH selbstständige Rechte und Pflichten hat und Verträge schließen kann (§ 13 Abs. 1 GmbHG), ist es besonders für ihre Gläubiger wichtig zu erfahren, in welcher wirtschaftlichen Lage sich die Gesellschaft befindet.

Daher gilt für die GmbH eine Publizitätspflicht bezüglich ihrer Rechnungslegung. Sie muss z.B. ihren Jahresabschluss nach §§ 325 bis 328 HGB offenlegen. Der Jahresabschluss umfasst die Handelsbilanz sowie die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und bei der GmbH den Lagebericht und den Anhang.

Publizitätspflicht heißt,

  • den Jahresabschluss unverzüglich nach seiner Vorlage an die Gesellschafter, jedoch spätestens vor Ablauf des zwölften Monats des dem Abschlussstichtag nachfolgenden Geschäftsjahres,

  • mit dem Bestätigungsvermerk oder dem Vermerk

Autor: Dr. Stephanie Kaufmann-Jirsa (Die Rechtsanwältin ist Autorin zahlreicher Fachbücher und unsere Expertin für Rechtsthemen.)

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