03.07.2018

Photovoltaik: So können Unternehmen profitieren

In der Tat erweist sich Energieproduktion aus Sonne immer mehr als eine lukrative Einnahmequelle. Neben der gesamten Umwelt kann jeder einzelne auch finanziell durch Investitionen in erneuerbare Energien profitieren, meinen Fraunhofer-Wissenschaftler.

Photovoltaik

Photovoltaik kostengünstigstes Kraftwerk

Photovoltaik ist derzeit die kostengünstigste Technologie unter allen Kraftwerkstypen. Dieser Ansicht ist die Deutsche Energie Beratung GmbH (DEB) aus Hamburg. Sie gründet diese Auffassung auf Ergebnisse der soeben vorgelegten vierten Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zu den Gestehungskosten für Strom aus erneuerbaren Energien.

Als Referenz wurde dafür die Entwicklung der Stromgestehungskosten für neu errichtete konventionelle Kraftwerke untersucht. Die Kostenprognosen der Vorgängerstudien hätten sich dabei bestätigt, heißt es in einer Pressemitteilung der DEB.

Gestehungskosten für Strom

Zur Berechnung der Stromgestehungskosten pro Kilowattstunde werden alle Kosten, die für die Erzeugung von Strom innerhalb der vorgesehenen Laufzeit entstehen, addiert. Diese Gesamtkosten werden dann dividiert durch den Ertrag an Strom in Kilowattstunden über die gleiche Laufzeit.

Die Gestehungskosten für Strom aus erneuerbaren Energien

  • sinken kontinuierlich und
  • sind kein Hindernis für eine CO2-freie Stromerzeugung mehr,

erklärt Projektleiter Dr. Christoph Kost vom ISE. Neu errichtete Photovoltaik-Anlagen (und Onshore-Windenergieanlagen an günstigen Standorten) seien bereits heute

  • günstiger als fossile Kraftwerke.

„Dieser Trend wird sich bis 2035 deutlich verstärken„, so Kost.

Photovoltaik vor Wind, Kohle und Gas

Zurzeit erreichen Photovoltaik-Anlagen je nach Anlagentyp und Globalstrahlung Stromgestehungskosten zwischen 3,71 und 11,54 Eurocent/kWh. Die spezifischen Anlagenkosten liegen je nach Anlagentyp bei 1000 bis 1400 Euro/kWp.

Danach folgen Windstrom an Land, neu errichtete Braunkohlekraftwerke, Windstrom vom Meer, große Steinkohlekraftwerke, Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke und Gaskraftwerke. Konventionelle Kraftwerke würden in Zukunft immer unrentabler, weil ihre Volllaststunden sänken und die Preise für die CO2-Emissionszertifikate stiegen.

Erneuerbare Energien kämen währenddessen in eine immer bessere Wettbewerbsposition. Neben der gesamten Umwelt könne jeder einzelne auch finanziell durch Investitionen in erneuerbare Energien profitieren, so DEB.

Investitionsmodell Photovoltaikanlage

Die DEB baut auf langfristig gepachteten Dach- oder Freiflächen Photovoltaikanlagen und bietet sie parzelliert Privatinvestoren zum Kauf an. Abgesichert werden diese über die Eintragung einer persönlichen Dienstbarkeit im Grundbuch.

Investoren könnten eine vollständig installierte, von einem unabhängigen Gutachter abgenommene und an das öffentliche Stromnetz angeschlossene Anlage ab einer Anlagesumme von 50.000 Euro erwerben. Der Käufer wird Eigentümer mit individuellem Kauf-, Verwaltungs- und Vermarktungsvertrag. Er kann jeder Zeit über einen Daten-Logger die Erträge seiner Anlage kontrollieren.

Die DEB-Anlagen seien durch eine Allgefahrenversicherung mit Ertragsausfalldeckung abgesichert. Auch nach dem Kauf kümmere sich die DEB um die Wartung, um einen dauerhaft hohen Ertrag und eine maximale Lebensdauer zu gewährleisten.

Lange zuverlässige Einnahmequelle

Solaranlagen können sehr lange zuverlässig Strom produzieren. So erzielt die älteste Anlage in Deutschland seit über 40 Jahren nahezu die gleichen Erträge wie bei ihrer Inbetriebnahme. Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die Abnahme des Stroms für 20 Jahre zu einem festen Preis staatlich garantiert. Darüber hinaus bietet die DEB einen Stromvermarktungsvertrag mit Europas größten Ökostrom-Anbieter zu besonderen Konditionen.

Vermeidung fossiler Brennstoffe

Bei der DEB sieht man in der Vermeidung fossiler Brennstoffe den Schlüssel zur Klimawende. Beim Kauf einer Photovoltaikanlage könne die komplette Investitionssumme steuerlich geltend gemacht werden und auf die gesamte Laufzeit bezogen werde mit einer DEB-Anlage eine Rendite von sieben bis acht Prozent jährlich erwirtschaftet. Somit sei es nicht nur eine ökologisch sinnvolle und sichere Investition, sondern sie ist auch sehr rentabel, ist Ove Burmeister, Geschäftsführer der DEB, überzeugt.

Verluste aus gewerblichen Betrieb – FG Urteil

Allerdings muss demgegenüber nicht jede Photovoltaikanlage Gewinn abwerfen, manche gar nie. Wenn schon das nicht unbedingt garantiert zu sein scheint, können Verluste aus dem gewerblichen Betrieb einer Photovoltaikanlage auch bei einer negativen Gewinnprognose wenigstens steuerlich anzuerkennen sein, wie „Meisterbrief AKTUELL“ (08/2018) berichtet. Wann das der Fall ist und welche Voraussetzungen dafür vorliegen müssen, hat jetzt ein Finanzgericht genauer untersucht. Was dabei herausgekommen ist und worauf werdende Photovoltaik-Betreiber achten sollten, dazu in dem Wirtschaftsbrief für das Deutsche Handwerk alles Wissenswerte.

 

Autor: Franz Höllriegel