12.08.2020

Personal 4.0: Finden Sie Ihre Mitarbeiter im Social Web!

Es hört sich so einfach an: Anzeige ins Online-Jobportal, und schwupp ist die vakante Stelle besetzt. Doch erfolgreiches Personalmarketing ist mehr als das. Man muss Ihr Unternehmen erst als möglichen Arbeitgeber wahrnehmen. Dafür nutzen Sie am besten die Sozialen Medien.

Personal 4.0

Sie suchen Mitarbeiter und wollen eine Anzeige in der Zeitung aufgeben?

Mal ehrlich: lesen Sie selbst noch Stellenanzeigen in Ihrer Tageszeitung? Und: Setzen Sie bei Ihrem künftigen Wunschmitarbeiter eine solche Lektüre noch voraus? Wer seinen Traumberuf und Wunscharbeitsort sucht, nutzt der nicht einfach ein Online-Jobportal? Naja, auch nicht jeder – aber das können Sie als Arbeitgeber ja wenigstens einmal voraussetzen.

Und wenn wir soweit einig sind, dann werden Sie als Arbeitgeber zustimmen: über die sozialen Medien führt der moderne Weg zu mehr oder weniger passenden Kandidaten für die vakante Stelle in Ihrem Unternehmen. Doch für das Personalmarketing bedeutet auch das jedoch mehr, als einfach nur ein Stellenangebot in den gängigen Jobportalen online zu stellen. Die Konkurrenz im Kampf um die besten Mitarbeiter ist digital noch größer als auf dem alten analogen Arbeitsmarkt.

Was können Sie als Arbeitgeber tun, um dabei nicht unterzugehen?

Erst einmal muss man Sie in der Öffentlichkeit als möglichen Arbeitgeber wahrnehmen. Ihr Unternehmen muss möglichst schon in den Köpfen der potenziellen Arbeitnehmer sein, bevor Sie dringend auf Mitarbeitersuche sind. Große Unternehmen mit bekannten Marken haben es da leichter als eher unscheinbare Mittelständler oder noch unbekannte Start-ups –  übrigens ein Grund für all die Reklame bekannter Marken, bei der man sich manchmal fragt, wen interessiert denn so etwas? Lernen Sie also von den Großen:

  • Zeigen Sie, dass es Ihr Unternehmen gibt!
  • Geben Sie der Welt Einblicke in das Leben hinter Ihren Firmenmauern!
  • Erregen Sie mit Ihrem Unternehmen Aufmerksamkeit!

Wie können Sie als noch nicht so bekanntes Unternehmen das erreichen?

Der beste, einfachste und günstigste Weg dazu sind die sozialen Medien:

  • Sollten Sie mit Ihrem Unternehmen noch nicht auf den Plattformen vertreten sein, auf denen sich Ihre Zielgruppen tummeln, holen Sie das schnellstmöglich nach!
  • Setzen Sie eine Social-Media-Strategie auf, die Ihnen im Personalmarketing Unterstützung bietet!
  • Denken Sie dabei über die beruflichen Netzwerke wie Xing oder LinkedIn hinaus!
  • Seien Sie dort präsent, wo sich Ihre möglichen künftigen Arbeitnehmer regelmäßig in ihrer Freizeit informieren, unterhalten lassen und mit Freunden austauschen!

Welche Ziele sollte Ihr Personalmarketing haben?

Allgemein die folgenden Ziele:

  • Image als attraktiver Arbeitgeber stärken!
  • Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter gewinnen:
    • Auszubildende,
    • Absolventen,
    • Berufseinsteiger,
    • Hilfs- und Fachkräfte
  • qualifizierte Mitarbeiter ans Unternehmen binden

Je nach Branche kommen weitere Ziele hinzu, wie beispielsweise das Image der Branche oder bestimmter eher unattraktiver Berufsbilder aufzupolieren.

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Welche Vorteile bieten Soziale Medien für Ihr Personalmarketing?

  1. Zielgruppe: Analysieren Sie vorab die passende Plattform für Ihre Zielgruppe! Gerade junge Zielgruppen z. B. für die Besetzung von Ausbildungsplätzen oder Junior-Positionen erreichen Sie über Social Media wesentlich besser als über jedes andere Medium. Junge Altersgruppen treffen Sie auf Instagram, SnapChat oder YouTube, ältere eher auf Facebook. Denken Sie hier z. B. auch an den Einfluss, den Eltern auf die Berufswahl ihrer Kinder haben. Facebook-Fans können durchaus Ihre Zielgruppe sein, wenn Sie Azubis suchen.
  2. Glaubwürdigkeit und Hingabe: Ehrliche, wahrhaftige Social-Media-Beiträge wirken glaubwürdiger und schaffen mehr Vertrauen und Einsatzbereitschaft als eine Werbeanzeige – zumal im Personalmarketing wichtig. Im sozialen Netz dürfen Sie sich lustig und witzig zeigen, Ihre Fans nicht nur informieren, sondern auch unterhalten. Punkten Sie mit Echtheit, Unmittelbarkeit und Glaubwürdigkeit! Und mit der Möglichkeit, sich Ihren Fans oder Ihren Followern auf Augenhöhe mitzuteilen.
  3. Kosten und Aufwand: In der Regel können Sie die Kosten für die Erstellung von Mitteilungen auf Sozialen Medien, sogenannten Social-Media-Posts recht gering halten. Sie brauchen keine aufwendigen Topvideos erstellen zu lassen. Hier dürfen Sie und Ihre Mitarbeiter ruhig mal die Handykamera zücken. Was nicht heißt, dass Social-Media-Aktivitäten keinen Aufwand verursachen können. Bisweilen brauchen Ihre Mitarbeiter dafür entsprechende Zeit. Mal eben nebenbei stellen Sie selbst den unmittelbarsten Beitrag nicht auf die Beine.
  4. Steuerbarkeit: Ein weitere Vorteil von Social Media ist, dass Sie es selbst in der Hand haben, was Sie veröffentlichen – im Gegensatz zu redaktionellen Beiträgen in Zeitungen und deren Online-Ausgaben. Stellen Sie sich jedoch darauf ein, dass Sie im sozialen Netz nicht alles steuern können! Unliebsame Kommentare sollten Sie nicht immer nachteilig auffassen. Sie bieten Ihnen die Chance, sich auch in schwierigen Phasen zu beweisen und durch offene Kommunikation Lösungen zu präsentieren.

Reicht es, nur einen einzigen Kanal zu bespielen?

Nein, das ist meistens wenig zielführend. Sie erzielen mit einer geschickten Kombination von zwei oder drei Plattformen nicht nur mehr Reichweite, sondern schaffen sich überdies die Möglichkeit, Inhalte mehrfach wiederzuverwerten. Kombinieren Sie dazu einen sogenannten Inhaltsspeicher mit einem oder zwei Inhaltsverteilern! Setzen Sie auf eine wirksame Plattform-Kombination! Inhaltsspeicher sind Plattformen, auf denen Sie größere Beiträge ablegen – wie beispielsweise:

  • Ihre eigene Website,
  • Ihren Blog oder
  • Ihr YouTube bei Videos.

Inhaltsverteiler sind Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook, XING, LinkedIn, Pinterest oder SnapChat. Auf diesen teilen Sie Links zu Ihren Beiträgen in den Inhaltsspeichern oder stellen Auszüge daraus als eigenständige kleine Beiträge ein. Welche Kanäle Sie kombinieren, hängt ab von:

  • Ihrer Zielgruppe,
  • der Social-Media-Erfahrung Ihrer Mitarbeiter und
  • Ihrem Budget.

Was können Sie beispielsweise bei YouTube einstellen?

Wenn Sie YouTube zu Ihrer Hauptplattform machen und dort regelmäßig Videos posten wollen, sollten entsprechendes Know-how in der Videobearbeitung und Erfahrungen mit YouTube vorhanden sein – in Ihrem Unternehmen oder über externe Mitarbeiter hinzugekauft. Sind Sie auf der Suche nach Auszubildenden oder jungen Absolventen, bietet sich eine breite Palette von Iden an:

  • Trendartikel,
  • Musik-Downloads
  • ermäßigte Tickets für
    • Events,
    • Konzerte,
    • Kinos,
    • Klubs,
    • Schwimmbäder,
    • Sportveranstaltungen.

Ähnliche Anreize finden Sie sicher für andere Altersgruppen. Faustregel: Holen Sie Ihre Wunschklientel mit Ihrem Angebot von zu Hause ab! Mit Klassik und Richard Wagner werden Sie wahrscheinlich nur bei einer überschaubaren Gruppe jüngerer Aspiranten auf Gegenliebe stoßen, sich mit Ihrem Unternehmen näher zu befassen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist Journalist und Autor des Werkes Wirtschaftswissen für den Betriebsrat.)