News | Management
11.07.2016

Mittelständler sorgen sich um Nachwuchs

Über eine halbe Million Firmen stehen vor Wechsel auf Chefposten

Beizeiten sorgt sich, wer sein Unternehmen an die nächste Generation weitergeben will. Doch das ist nicht so leicht, wie eine Umfrage ergab. Immer weniger junge Manager wollen ein bestehendes Unternehmen weiterführen. Immer mehr Unternehmen fehlen geeignete Nachfolger an der Spitze.

Nachwuchssorgen© K.C. /​ fotolia.com

Nachwuchs für die Unternehmensführung

Frankfurt/M. 11. Juli 2016 – Deutschlands Mittelständlern geht der Nachwuchs für die Unternehmensführung aus. Das berichtet die „Nord-West-Zeitung“ aus einer Studie der KfW-Bankengruppe. Demnach planen etwa 620.000 Firmen bis 2018 einen Wechsel auf dem Chefposten oder einen Verkauf – bundesweit jeder sechste Mittelständler.

Immer weniger Übernahmewillige

Doch die Zahl derjenigen, die ein bestehendes Unternehmen weiterführen wollen, sinke seit Jahren. 2002 gab es noch etwa 200.000 Übernahmegründer, 13 Jahre später im vergangenen Jahr nur noch 62.000.

Gemeinsame Studie von KfW und Creditreform

Die Studie basiert auf Daten des KfW-Mittelstandspanels. Die Förderbank erhebt es seit 2003 regelmäßig. Dafür werden jährlich bis zu 15.000 Mittelständler repräsentativ befragt. Ergänzend wurden gemeinsam mit Creditreform Informationen zum Thema Unternehmensnachfolge erhoben. Dafür wurden 1200 inhabergeführte Unternehmen mit höchstens 500 Beschäftigten und nicht mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz befragt.

Der demografische Faktor

Ein weiteres Ergebnis daraus: der Engpass spitzt sich zu. Die Alterung erhöht Jahr für Jahr die Zahl der Unternehmen, die zur Übergabe anstehen. Die jüngeren Generationen sind aber zu dünn besetzt. „Die Nachfolger fehlen“, warnt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Vor allem die Babyboomer würden in den kommenden 20 Jahren eine Lücke auf den mittelständischen Chefetagen hinterlassen.

Fehleinschätzung der Lage

Doch damit nicht genug. Ein weiteres Problem ist die Fehleinschätzung der Lage bei vielen Mittelständlern. Sie machten sich „erheblich zu spät“ Gedanken über das Thema Nachfolge oder unterschätzten den Zeitbedarf bei der Übergabe der Geschäftsleitung:

  • Erst bei 42 Prozent der KMU, deren Übergabe in weniger als drei Jahren stattfinden soll, läuft der Nachfolgeprozess bereits.
  • Zumindest 22 Prozent befinden sich in konkreten Planungen.
  • Doch 25 Prozent haben sich bisher nur informiert und
  • elf Prozent haben sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt.

Die Zeit wird knapp

Die Übergabe eines Unternehmens ist ein langfristiges Unterfangen. Es muss sorgfältig vorbereitet werden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) empfiehlt z. B. spätestens drei Jahre vor der Übergabe mit der konkreten Planung und Nachfolgersuche zu beginnen – sonst könnte es knapp werden mit der Übergabe an die nächste Generation.

 

GmbH_Brief_725x202px

Autor: Franz Höllriegel 

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen