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19.10.2015

Meister BAFöG – Millionenpaket für Aufstieg im Beruf

Bildungsministerin Wanka legt das neue Meister-BAFöG vor.

Nicht jeder fühlt sich zum Professor geboren. Und mancher steht im Beruf, möchte aufsteigen. Die Zeit für ein Studium aber fehlt. Diesem Bedarf wird seit 1996 das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gerecht. Eingebürgert hat sich dafür die Bezeichnung „Meister-BAföG“. Es wurde jetzt novelliert – nicht ohne Kritik von Verbänden.

Ausbildungsförderung© DOC RABE Media /​ fotolia.com

Kritik vom Handwerk

Berlin. 16. Oktober 2015 – Kritik übt der Zentralverband des Deutschen Handwerks an dem neuen AFBG. Darin ist ein 30-Prozent-Erfolgsbonus vorgesehen. Dies sei, so der Verband laut einem Bericht von „Mittelbayerische“, nur ein kleiner Schritt.

Anreiz für den Führungsnachwuchs

„Hier hätten wir uns als positiven Anreiz für den Führungsnachwuchs im Handwerk ein deutlicheres Zeichen gewünscht“, zitiert die Plattform Generalsekretär Holger Schwannecke. Im Gespräch seien 40 bis 50 Prozent gewesen. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil wolle Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren. Die Grünen-Ausbildungsexpertin Beate Walter-Rosenheimer sagt laut „Mittelbayerische“, Wankas Entwurf „kommt zu spät und greift zu kurz“.

Berufliche Aufstiege

Das Meister-BAföG gibt es seit 1996 – 1,7 Millionen berufliche Aufstiege wurden dem Bericht zufolge seither gefördert. Allein 2014 hätten rund 171.000 Menschen die Förderung erhalten, teils als Zuschuss, teils als Darlehen. Im vergangenen Jahr gab es 22.400 bestandene Meisterprüfungen im Handwerk. Die Zahlen sind seit Jahren ziemlich stabil, heißt es in dem Bericht. Als eine Ursache dafür sieht man beim Zentralverband des Deutschen Handwerks auch das Meister-Bafög an. Die Zahlen der Auszubildenden und Gesellen gingen zurück.

Förderung steigt

Wie beim BAföG steigt die Förderung zum Lebensunterhalt für Alleinstehende ohne Kind zum 1. August 2016 von 697 auf 760 Euro. Einkommensfreibeträge für die Teilnehmer steigen von 255 auf 290 Euro. Insgesamt soll der Höchstbeitrag für Alleinstehende auf 768 Euro steigen. Der maximale Beitrag für Lehrgangs- und Prüfungskosten steigt von 10.226 Euro auf 15.000 Euro. Weitere Sätze, Freibeträge und Zuschussanteile werden erhöht. Auch Bachelorabsolventen können künftig gefördert werden, wenn sie zusätzlich einen Meisterkurs oder eine vergleichbare Fortbildung machen wollen.

100 Millionen Euro bis 2019

Die Reform soll im August 2016 in Kraft treten. Bis 2019 soll sie dem Bericht zufolge mit mehr als 100 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Weg der Leistungsverbesserung fortgesetzt

Bereits mit einem 1. AFBG-Änderungsgesetz wurden die Leistungen des Gesetzes verbessert, heißt es auf der Internetseite von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Diesen Weg hätten Bund und Länder mit dem 2. AFBG-Änderungsgesetz fortgesetzt.

 

 

 

Autor: Franz Höllriegel 

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