Fachbeitrag | Management
16.07.2015

EU-Parlament will mehr Steuertransparenz in Unternehmen

Aktionäre sollen alle drei Jahre über Manager-Gehälter abstimmen

Kommt der gläserne Unternehmer? Wenn es ihn nicht bereits gibt, dann rückt er mit einem gesetzesvorschlag des EU-Parlamentes einen erheblichen Schritt näher. Großunternehmen und börsennotierte Unternehmen müssen demnach Informationen zu Gewinnen, entrichteten Steuern und erhaltenen staatlichen Beihilfen, aufgeschlüsselt nach Mitgliedstaaten, offenlegen. So verlangen es die Abgeordneten in Änderungsanträgen zu einem entsprechenden Gesetzesvorschlag.

Transparenz Managergehalt© Yabresse /​ fotolia.com

Aktionäre sollen über Managergehälter abstimmen

Brüssel. 16. Juli 2015 – Und: Aktionäre sollen mindestens alle drei Jahre über Vergütung der Mitglieder der Unternehmensleitung, also die Managergehälter, abstimmen können. Das meldet das „Europäische Parlament Aktuelles“.

Mehr Steuertransparenz in der Führung

„Diese Abstimmung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer langfristig angelegten Planung und Entscheidungsfindung bei Unternehmen und Anlegern“, sagte der Berichterstatter des Parlamentes, Sergio Cofferati (Italien). Sie werde die Transparenz in der Führung europäischer Unternehmen erhöhen und das Engagement institutioneller Anleger und Vermögensverwalter verstärken.

Bekämpfung von Steuerflucht

Die angenommenen Änderungen des Gesetzesvorschlags enthalten wichtige Regeln zur Bekämpfung von Steuerflucht und Steuerumgehung, vor allem die Verpflichtung zur länderspezifischen Berichterstattung (Country-by-Country Reporting – CBCR). Sie soll sicherstellen, dass multinationale Unternehmen Steuererklärungen offenlegen, und zwar für jedes Land, in dem sie tätig sind.

Lehren aus Luxleaks

„Wir dürfen diese Gelegenheit nicht verpassen, insbesondere nach den Luxleaks-Enthüllungen und anderen Skandalen“, fügte Cofferati hinzu. Er nahm damit Bezug auf die Steuerskandale aus der Zeit des derzeitigen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Junker als Regierungschef Luxemburgs.

Neue Verpflichtung zu einer länderbezogenen Berichterstattung

Die Abgeordneten haben überdies einen Änderungsantrag angenommen, der große Unternehmen verpflichtet, folgende Informationen aufgeschlüsselt nach Mitgliedstaaten offenzulegen: Ergebnis vor Steuern, Steuern auf Gewinn oder Verluste und erhaltene staatliche Beihilfen. Unternehmen von öffentlichem Interesse, einschließlich börsennotierter und Versicherungsunternehmen sowie Unternehmen, die von den Mitgliedstaaten als Unternehmen von öffentlichem Interesse bestimmt werden, weil sie von erheblicher öffentlicher Bedeutung sind, sollten dies ebenfalls tun, so die Abgeordneten.

Mitspracherecht der Aktionäre bei Managergehältern

Die alle drei Jahre geforderte Möglichkeit für Aktionäre zur Abstimmung über Managementgehälter von börsennotierten Gesellschaften soll allerdings je Mitgliedstaat eingeschränkt werden. Sie sollen nach dem Willen der Parlamentarier entscheiden dürfen, ob das Ergebnis einer solchen Abstimmung durch die Aktionärshauptversammlung verbindlichen oder beratenden Charakter hat.

Autor: Franz Höllriegel
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