News | Personal
07.01.2016

Mehr Engagement für Frauenquote gefordert

Firmen berufen nur zögernd Frauen in Vorstand.

Der Mensch denkt und Gott lenkt, der Mensch dachte, und Gott lachte. Ähnlich mögen sich jetzt Befürworter der Frauenquote trösten. Letzten Freitag ist das Gesetz dazu in Kraft getreten. Doch die Bereitschaft bei Unternehmen, es zu befolgen, hat noch einigen Erweiterungsspielraum.

Frauenquote© Jeanette Dietl /​ fotolia.com

Schwesigs Start ins neue Jahr

Berlin. 4. Januar 2015 – Nicht gerade ein gelungener Start ins neue Jahr für Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). Sie hatte sich besonders für das zu Jahresbeginn in Kraft getretene Gesetz zur Frauenquote stark gemacht. Doch einem Bericht des Berliner „Tagesspiegels“ zufolge sieht die Anfangsbilanz einigermaßen ernüchternd aus:

  • Viele der rund 100 betroffenen Unternehmen haben die Quote von 30 Prozent Frauenanteil im Aufsichtsrat zum Stichtag 1. Januar 2016 nicht erreicht.
  • Im Schnitt liege der weibliche Anteil in den Kontrollgremien bei 22 Prozent,
  • bei fast einem Fünftel nicht einmal bei zehn Prozent.

Freiwillige Meldungen schleppend

Für Schwesig wahrscheinlich noch entmutigender:

  • Etliche Firmen, die dazu verpflichtet wären, wollen keine freiwilligen Zielvorgaben für den weiblichen Anteil im Vorstand und den zwei darunterliegenden Führungsetagen veröffentlichen. Betroffen wären die Dax-Unternehmen wie auch 3500 kleinere Firmen. Nach inoffiziellen Zahlen der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) liegt die Quote Ende 2015 bei der Firma Henkel bei 43,75 Prozent, bei Fresenius und Fresenius Medical Care bei 0,0 Prozent, berichtet das „Handelsblatt“.
  • Manche Unternehmen hebelten nach Angaben von Fidar die gesetzte Frist 2017 aus. Sie setzten sich für Ende 2016 eine bescheidene Zielvorgabe, und müssten sich dann die nächsten fünf Jahre nicht weiter verpflichten.

Kritik an den Unternehmen

Der Politik fällt nichts Besseres ein als Kritik an den Unternehmen. „Ich erwarte von den Unternehmen, dass sie es ernst meinen mit der von ihnen selbst so häufig gepriesenen Vielfalt in den Führungsetagen“, rüffelt Schwesig. Sie bekommt Flankenschutz von Minister- und Parteikollege Justizminister Heiko Maas. Er mahnt: „Wer die Frauenquote ignoriert, schneidet sich ins eigene Fleisch.“

Berater empfehlen Kulturwandel

Konstruktiver da schon der Rat von Unternehmensberatern. Nach Ansicht der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) braucht es einen Kulturwandel in den Unternehmen. Die Berater schlagen flexiblere Arbeitszeiten vor. Frauen müssten sich um Kinder und Karriere kümmern können. Das größte Hemmnis für den beruflichen Aufstieg von Frauen sei die Familienplanung. Frauen ohne Kinder schafften es dreimal häufiger in Topmanagementpositionen. Nur die Hälfte derer, die auf Teilzeit-Modelle umsteigen, nehme die volle Stelle später wieder auf.

Männer in Teilzeit braucht das Land

Außerdem sollten Männer mehr in Teilzeit arbeiten. Obwohl gerade jüngere Väter einen aktiveren Part in der Familie übernehmen wollen, täten sie es nicht immer. Zu groß sei die Angst vor dem Karriere-Aus. So könnten sich letztlich Männer wie Frauen nur schwer den Wunsch erfüllen, zu Hause und im Büro alles zu haben.

 

Autor: Franz Höllriegel 

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