Fachbeitrag | Management
23.10.2015

Mangelnde Motivation macht krank

„Führung & Management Aktuell“ berichtet über neue Erkenntnisse.

„Ich habe Rücken“ – will heißen: man hat Rückenschmerzen. Immer mehr Menschen leiden darunter. Der Laie prognostiziert sofort: Zu wenig Bewegung, keine Ergonomie, Überlastung. Er muss umlernen. Eine der Hauptursachen ist, wer hätte es gedacht, nicht Über-, sondern Unterforderung. Die neue „Führung & Management Aktuell“ weiß Abhilfe.

Motivation© Felix Pergande /​ fotolia.com

Überlastung oder Unterforderung

Kissing. 23. Oktober 2015 – Depressionen, chronische Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Tinnitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – das ganze Programm: all das deutet nicht unbedingt nur auf Überlastung hin. Vielmehr kann mittlerweile ziemlich genau das Gegenteil davon, Unterforderung und Langeweile, der Gesundheit schaden – „physisch und psychisch“, wie der Newsletter für Motivation „Führung & Management Aktuell“ in seiner neuen Ausgabe (13/2015) berichtet.

Burnout oder Boreout

Neben dem Schlagwort für Überforderung „Burnout“ zieht bereits das Unterforderungssyndrom „Boreout“ (engl.: to bore, langweilen) immer größerer Kreise. Nicht immer leicht ist die Unterscheidung, was von beiden vorliegt. Der Bericht nennt Anzeichen, woran man einen Boreout erkennen kann.

Uninteressante Aufgaben

Boreout entsteht demzufolge durch die Zuteilung zu weniger oder falscher, uninteressanter Aufgaben. Der Bericht veranschaulicht das Problem an zwei Beispielen:

  • Der Empfangsdame, die vor lauter Langeweile nichts besseres mit sich anzufangen weiß als sich die Fingernägel zu lackieren, in Frauenzeitschriften zu blättern und die Minuten bis zum Feierabend zu zählen, und
  • Dem einstigen Facharbeiter, der auf einen Arbeitsplatz versetzt wurde, wo niemand sein Fachwissen mehr benötigt.

Neigungen und Ausbildung

Beide Betroffenen könnten mehr leisten, wenn sie ihren Neigungen und ihrer Ausbildung entsprechend gefordert würden. Auf dem Platz, wo man sie hin verfrachtet hat, entwickeln sie zunehmend Desinteresse an ihren Jobs. Folgen: Lustlosigkeit, Müdigkeit, Selbstzweifel, schlechte Laune und letztlich auch psychische und psychosomatische Probleme.

Der Bericht beschreibt die drei wichtigsten Anzeichen eines Boreouts:

  • Vorgetäuschte Betriebsamkeit,
  • Ausgedehnte Abgabetermine,
  • Vorgetäuschte Überlastung.

Vorgetäuschte Betriebsamkeit

Oft täuschten Betroffene Betriebsamkeit vor, um zu signalisieren, sie würden gebraucht, seien unentbehrlich. Auf dem PC seien dann beispielsweise ein paar wichtig aussehende Dateien geöffnet, Aktenordner und Papiere liegen auf dem Schreibtisch, der Mitarbeiter scheint ganz darauf konzentriert zu sein.

Ausreizen von Zeitfenstern

Um sich nicht mit noch mehr langweiligen, eintönigen oder auch einfach nur unliebsamen Aufgaben beschäftigen zu müssen, reizten Boreout-Betroffene Zeitfenster gerne unnötig aus. Obwohl sie längst fertig sind, meldeten sie den Erfolg nicht ans Team weiter.

Kollegen mitbetroffen

Kollegen halten Boreout-Betroffene oft schlichtweg für faul oder langsam. Oft litten sie unter Unterforderung oder Langeweile des Betroffenen mit. Sie sind es nämlich, die die Arbeit letztlich erledigen müssen, weil der Betroffene diese unter der Vorgabe, voll ausgelastet, ja, sogar überlastet zu sein, auf sie abwälzt.

Stress aus Vertuschung

Alle drei Vertuschungsstrategien erzeugen, so „Führung & Management Aktuell“, im Endeffekt das, was der Betroffene eigentlich nicht hat: Stress. Die Autorin des Berichts, Nicole Marschall: „Für sein Leben ist jeder selbst verantwortlich. Statt darauf zu warten, bis sich die Kollegen beschweren oder der Chef einem von sich aus interessantere Aufgaben zuteilt, sollten Sie selbst mutig aktiv werden.“ Sie gibt Betroffenen eine hilfreiche Checkliste an die Hand, sich selbst zu helfen. Sie kann auch umgekehrt Chefs unterstützen betroffenen Mitarbeitern zu helfen, sollten sie bei ihnen Anzeichen für ein Boreout vermuten.

Sie fanden diesen Artikel hilfreich und brauchen ganz ähnliche Informationen für Ihre Personalarbeit? Dann empfehlen wir Ihnen unser Magazin “Führung und Management aktuell”, aus dem der Artikel stammt. Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeexemplar!

Autor: Franz Höllriegel 

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen