20.11.2017

Letzte Wochen des Jahres zum Steuerendspurt nutzen!

Bund der Steuerzahler empfiehlt Unternehmern schlaue Planung: Jetzt noch schnell die Abgabenlast für 2017 vermindern! Bei intelligenter Planung Ausgaben in dieses Jahr vorziehen oder ins nächste verschieben! An was vor allem auch Unternehmer oder Vermieter denken sollten, hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) zusammengetragen.

Steuertipps

34 konkrete Steuertipps

Ob Änderungen bei der Kindergeldauszahlung, die Neuregelung zur Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern oder die aktuelle Rechtsprechung zu außergewöhnlichen Belastungen: Der Bund der Steuerzahler zeigt mit 34 konkreten Steuertipps für Unternehmer, Arbeitnehmer, Sparer, Mieter und Vermieter, an was sie noch vor dem Jahreswechsel denken sollten. Wo Handlungsbedarf besteht und worauf es 2017 besonders ankommt, hat der Verein in einer Steuerinformation „Steuertipps 2017“ auf 16 Seiten zusammengefasst.

Aufbewahrung von Belegen

Das beginnt bei der nach Jahren getrennten Aufbewahrung von Belegen und Quittungen für Fachbücher, Anschaffung oder Reinigung der Berufsbekleidung oder Rechnungen für Fortbildungsmaßnahmen und Handwerkerleistungen.  Es geht weiter mit dem Rat, eine Anschaffung geringwertiger Wirtschaftsgüter ins neue Jahr zu verschieben. Unternehmer und Freiberufler könnten für berufliche oder betriebliche Zwecke angeschaffte Gegenstände künftig schneller bei der Steuer absetzen.

Betriebsausgabe oder Werbungskosten

Ab 2018 können Gegenstände bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro (952 Euro brutto) dann direkt im Jahr des Kaufes oder der Herstellung in voller Höhe als Betriebsausgabe oder Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Bisher galt ein Betrag von 410 Euro. Teurere Gegenstände müssen jeweils über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

Berufliche und betriebliche Zwecke

Käufe für berufliche oder betriebliche Zwecke von Computern, Büromöbeln etc. für mehr als 410 Euro und höchstens 800 Euro netto sollte man tunlichst ins kommende Jahr verschieben. Dann könnten, so die Steuerzahlerorganisation, die Kosten direkt 2018 vollständig bei der Steuer abgesetzt und müssten nicht langjährig abgeschrieben werden.

Erklärung durch Steuerberater

Selbständige, Vermieter, Rentner oder Arbeitnehmer, die zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind und die Erklärung durch einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder Lohnsteuerhilfeverein anfertigen lassen, müssen dies für das Jahr 2016 spätestens bis zum 31. Dezember 2017 erledigen. Diese Frist kann nicht ohne Angabe besonderer Gründe verlängert werden. Bei Überschreiten der Abgabefrist können Verspätungszuschläge festgesetzt werden.

Adventszeit – Spendenzeit

In der Adventszeit ist die Bereitschaft meist besonders hoch, für gemeinnützige Organisationen zu spenden. Dieses Engagement der Steuerzahler wird steuerlich gefördert. Kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Spenden könnten bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte in der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben abgesetzt werden, rät der Bund. Überschreiten die geleisteten Spenden diesen Höchstbetrag, könnten diese in die nächsten Jahre vorgetragen und dann steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung für den Spendenabzug ist eine ordnungsgemäße Zuwendungsbescheinigung.

Spendennachweis nicht mehr direkt beifügen

Für Spenden, die seit 1. Januar 2017 gemacht wurden, braucht der Spendennachweis nicht mehr der Einkommensteuererklärung beigefügt zu werden. Die Bescheinigung muss dem Finanzamt nur noch auf Anforderung vorgelegt werden. Dafür muss die Bescheinigung aber mindestens ein Jahr lang nach Bekanntgabe des Steuerbescheides aufbewahrt werden. Bei Spenden bis einschließlich 200 Euro genüge die Vorlage eines Kontoauszuges nebst Beleg der Spendenorganisation. Eine formale Zuwendungsbescheinigung sei nicht erforderlich.

Kindergeld nachträglich nur für halbes Jahr

Achtung beim Kindergeld! Vom kommenden Jahr an wird es nur noch rückwirkend für sechs Monate ausgezahlt. Bisher konnte es nachträglich für maximal vier Jahre zur Auszahlung kommen. Die Neuregelung ist auf Anträge anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2017 bei der Familienkasse eingehen. Eltern sollten vor dem Jahreswechsel prüfen, ob sie rückwirkend Anspruch auf Kindergeld haben, dieses aber noch nicht beantragt haben. Dies kann beispielsweise bei erwachsenen Kindern bis zum 25. Lebensjahr der Fall sein, die ein Studium oder eine Ausbildung aufgenommen hatten, aber die Eltern die Familienleistung bisher nicht geltend gemacht hatten.

Betreuungsgeld und Kindergeld

Zum Thema Betreuungsgeld im Unterschied zum Kindergeld berichtet „SteuerSparbrief AKTUELL“ (14/2017) über ein aktuelles wichtiges Urteil des Finanzgerichtes Münster. Danach ist Betreuungsgeld anders als Kindergeld als eigener Bezug der unterstützten Mutter beim Abzug von Unterhaltsaufwendungen zu berücksichtigen. Der Newsletter schildert den Fall und geht auf die Entscheidung ein und gibt noch einen Hinweis für unverheiratete Ehepaare. Welchen, dazu alles Wissenswerte in „SteuerSparbrief AKTUELL“.

 

SteuerSparbrief Aktuell

Autor: Franz Höllriegel