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30.11.2015

Kreditkosten fallen weiter

Ifo-Institut: Nachfrage nach Mitarbeitern steigt.

Der November war so warm wie nie. Das half, an den Heizkosten zu sparen. Aber auch sonst zeigt sich das allgemeine Wirtschaftsklima für deutsche Unternehmen von der wohligen Seite. So sind die Kreditkosten auf ein neues historisches Tief gefallen. Der Schatten bei so viel Licht: Unternehmen gehen die Mitarbeiter aus – trotz Flüchtlingen.

Rückgang© Holger Luck /​ fotolia.com

Kreditfinanzierung immer einfacher

München. 30. Mai 2015 – Die Kreditfinanzierung wird für deutsche Unternehmen immer einfacher. Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft fiel im November auf 14,5 Prozent, nach 14,9 Prozent im Vormonat. Das ist ein neuer historischer Tiefstand, stellt das Münchner ifo-Institut fest. Für die Mehrheit der Firmen sei die Kredithürde angesichts der Nullzinsen der Europäischen Zentralbank und der gesunkenen Kreditkosten nur noch ein kleines Hindernis.

Baugewerbe Treiber der Entwicklung

Als Treiber der Entwicklung macht das Institut das Baugewerbe aus. Dort sank dem Konjunkturtest November zufolge die Kredithürde auf 17,1 Prozent und erreichte damit einen „neuen historischen Tiefstand“, wie das Institut mitteilt. Im Handel biete sich ein ähnliches Bild. Hier sank die Kredithürde auf 14,7 Prozent.

Verlauf uneinheitlich

Der Verlauf sei allerdings uneinheitlich. Im Verarbeitenden Gewerbe kletterte die Kredithürde von 12,7 auf 13,3 Prozent. Der Anstieg habe in allen Größenklassen beobachtet werden können. Am stärksten sei die Kredithürde bei den Großfirmen gestiegen. Insgesamt aber liege sie in der Branche weiter besonders niedrig.

Nachfrage nach neuen Mitarbeitern

Das so gesparte Geld werden die Unternehmen brauchen können – für Mitarbeiter. Die Nachfrage der deutschen Firmen nach neuen Mitarbeitern nimmt zu. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im November auf 109,9 Punkte, von 109,1 im Vormonat. Dies sei der vierte Anstieg in Folge, wie das Institut konstatiert. Die Beschäftigung bleibe klar aufwärts gerichtet.

Dienstleistungssektor treibt Mitarbeiternachfrage

Die treibende Kraft sei nach wie vor der Dienstleistungssektor. Dort verbesserte sich das ifo-Beschäftigungsbarometer November auf einen neuen Höchststand. Auch im Bauhauptgewerbe werden ständig neue Leute gesucht. Das Barometer stieg hier auf den höchsten Wert seit Dezember 1991. Der Handel stelle ebenfalls weiter ein. Ausnahme Industrie: Trotz leicht verbesserter Aussichten bleibe die Beschäftigungsdynamik hier eher schwach ausgeprägt.

Ausgleich durch Flüchtlinge?

Inwieweit hier Flüchtlinge für Ausgleich sorgen können, ist noch die Frage. Deutsche Unternehmen sehen das größte Beschäftigungspotenzial für Flüchtlinge allenfalls als ungelernte Hilfsarbeiter. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ifo Instituts.

Mehrzahl sieht in Flüchtlingen keine Azubis

„41 Prozent der Firmen sehen ein großes Potenzial für Flüchtlinge, in ihrer eigenen Branche als Hilfsarbeiter eingestellt zu werden. 59 Prozent allerdings sehen auch dafür nur geringe Chancen“, sagt Gabriel Felbermayr, einer der Autoren der Studie. 37 Prozent glauben ihm zufolge an ein Potenzial, sie in ihrer Branche als Auszubildende einzustellen, 63 Prozent jedoch nicht. 22 Prozent der Firmen könnten sich in ihrer Branche Flüchtlinge als Facharbeiter vorstellen, 78 Prozent aber nicht. Nur drei Prozent der Unternehmen sehen ein Potenzial für Führungskräfte in den Flüchtlingen, 97 Prozent jedoch nicht.

 

Autor: Franz Höllriegel
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