Fachbeitrag | Personal
17.06.2015

Krankmeldung notfalls wiederholen

„Ich liebe dich“ – viele Ehemänner verstehen nicht, warum ihre Frau das dauernd wiederholt haben will. So ähnlich verhält es sich mit Krankschreibungen. Einmal krankgeschrieben und dem Arbeitgeber mitgeteilt, müsste doch reichen, meint so mancher Arbeitnehmer. Was viele nicht wissen: Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz muss eine Verlängerung der Krankheit erneut dem Arbeitgeber mitgeteilt werden. Darauf weist „PersonalTIPP“ in der neuen Ausgabe 8/2015 in einem großen Sonderteil zum Thema Krankheit hin.

Krankmeldung notfalls wiederholen© M. Schuppich /​ fotolia.com

Krankmeldung muss Arbeitgeber tatsächlich erreichen

Entscheidend ist laut „PersonalTIPP“, dass die Krankmeldung den Arbeitgeber auch tatsächlich erreicht. Der Newsletter nennt als Beispiel eine erneute Krankschreibung durch den Arzt am Freitagnachmittag voraussichtlich für eine weitere Woche. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber noch am Freitag hierüber informieren.

Art und Weise der Übermittlung egal

Das Gesetz schreibe nicht vor, auf welche Art und Weise Mitarbeiter hierüber ihren Arbeitgeber zu informieren haben. Egal ob telefonisch, per E-Mail oder Telefax – der Mitarbeiter muss davon ausgehen können, dass den Arbeitgeber die Information auch erreicht.

Vor Arbeitsbeginn notfalls telefonisch Bescheid sagen

Bei Arbeitsbeginn morgens um sechs reiche es daher nicht, kurz vorher ein Telefax an die Verwaltung zu schicken, wenn diese bekanntermaßen erst ab 8 Uhr 30 besetzt ist. In einem solchen Fall müsste die Mitteilung telefonisch erfolgen, schreibt „PersonalTIPP“.

Vorschrift laut EFZG

Grundsätzlich seien Arbeitnehmer verpflichtet, den Arbeitgeber unverzüglich über

  • die Arbeitsunfähigkeit (Tatsache und Beginn) sowie
  • ihre voraussichtliche Dauer

zu informieren. Grundlage hierfür sei das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG). Ist dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit bekannt, z. B. weil sie auf einem Arbeitsunfall beruht, beschränke sich die Anzeigepflicht auf die Mitteilung der voraussichtlichen Dauer. Der Begriff „unverzüglich“ kenne keine starre Zeitvorgabe. Im juristischen Sprachgebrauch bedeute er „ohne schuldhaftes Zögern“.

Krankmeldung: Nicht erst bis nach Arztbesuch warten!

Wie „PersonalTIPP“ hervorhebt, ist ein Arbeitnehmer, der wegen einer Erkrankung nicht am Arbeitsplatz erscheint, grundsätzlich verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit bereits innerhalb der ersten halben Stunde nach Arbeitsbeginn, spätestens jedoch in den ersten Stunden nach Arbeitsbeginn anzuzeigen.

Nicht mehr unverzüglich ist eine Krankmeldung, wenn der Arbeitnehmer damit wartet, bis er vom Arztbesuch zurück ist.

Autor: Franz Höllriegel 

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