Fachbeitrag | GmbH
18.12.2014

KISTAM: das neue Kirchensteuerabzugsmerkmal

Wissen Sie schon Bescheid über KISTAM, das Kirchensteuerabzugsmerkmal? Es besteht aus einem sechsstelligen Schlüssel, in dem u.a. die Religionszugehörigkeit und der Steuersatz abgebildet sind. Bereits zwischen September und November 2014 musste die GmbH für ihre Gesellschafter das KISTAM beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) abfragen, sofern im Jahr 2015 Ausschüttungen an die Gesellschafter geplant sind. Informieren Sie sich, was Sie jetzt für die GmbH tun müssen.

Rosenkranz© Birgit_Reitz-Hofmann /​ fotolia.com

Seit dem 1. Januar 2009 gibt es die sogenannte Abgeltungsteuer, welche bislang grundsätzlich nur die Einkommensteuer und den Solidaritätszuschlag auf Kapitaleinkünfte umfasste. Kirchensteuer wurde nur auf Antrag des Steuerpflichtigen einbehalten. Das ändert sich – und auch Gewinnausschüttungen sind mit erheblichen Pflichten für die GmbH verbunden.

1. Welche Daten werden für KISTAM benötigt?

Die für den automatischen Abruf beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) erforderlichen Daten der Gesellschafter müssen vollständig und aktuell sein. Erforderlich sind:

  • Steueridentifikationsnummer (in der Regel auf dem letzten Einkommensteuerbescheid zu finden)
  • Geburtsdatum

Sollten nicht alle Gesellschafter antworten, kann die Gesellschaft die Steueridentifikationsnummer auch beim BZSt abfragen.

2. Registrierung und Zertifikat für das BZSt Online-Portal (BOP)

Um die KISTAMs der Gesellschafter beim BZSt abrufen zu können, muss zunächst der Zugang zum „BZSt Online-Portal“ (BOP) über eine Zertifizierung erfolgen.

Hierzu müssen sich die Verantwortlichen der Gesellschaft (z. B. der Geschäftsführer) auf der Homepage des BZSt unter „Steuern National“ => „Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer“ => „Formulare und Links“ registrieren und ein elektronisches Zertifikat beantragen. So soll Datenmissbrauch vermieden werden. Weiterführende Informationen zur Registrierung finden Sie auf der Homepage des BZSt.

3. Fachliche Zulassung zum Kirchensteuerabzugsverfahren (KiStA-Verfahren)

Nach der Registrierung ist auf jeden Fall die Zulassung zum KiStA-Verfahren zu beantragen. Hierzu wird das zuvor durch die Registrierung erhaltene Zertifikat benötigt, um in den geschützten Bereich des BZSt zu gelangen. Im geschützten Bereich befindet sich das notwendige Antragsformular, welches sowohl in elektronischer Form als auch (zusätzlich) als unterschriebenes Exemplar per Post zur Prüfung an das BZSt zu übermitteln und zu übersenden ist. Nach positiver Prüfung erhält die Gesellschaft die Verfahrenskennung in schriftlicher Form über den Postweg durch das BZSt. Nun ist der Weg (endlich) frei.

4. KISTAM: Ausnahme

Eine Abfrage des KISTAM wird natürlich nicht benötigt, wenn ein Alleingesellschafter-Geschäftsführer keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört oder konfessionslos ist.

5. Kirchensteuerabzugsverfahren: Wenn der Gesellschafter nicht will …

Sofern der Gesellschafter eine automatische Abfrage nicht wünscht, kann er beim BZSt einen sogenannten Sperrvermerk beantragen. Der Antragsvordruck für einen solchen Sperrvermerk kann online unter der Internetadresse der Bundesfinanzverwaltung unter dem Stichwort Kirchensteuer abgerufen werden.

Der Antrag muss bis zum 30. Juni des jeweiligen Vorjahres eingehen und bewirkt, dass die GmbH im Folgejahr keine Kirchensteuer z. B. auf Dividenden einbehalten muss. Allerdings ist das BZSt gesetzlich verpflichtet, das zuständige Finanzamt des jeweiligen Gesellschafters über die Sperre zu informieren. Dann muss wiederum das Finanzamt den Gesellschafter zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern.

Bild: © Birgit_Reitz-Hofmann/fotolia.com

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Autor: Sigrid Habersaat 
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