Fachbeitrag | GmbH
08.02.2016

Insolvenz rechtzeitig anmelden!

Insolvenzverschleppung Straftat!

GmbH-Geschäftsführer stehen „mit einem Bein im Gefängnis“, weiß der Volksmund. Ein Hauptgrund: Insolvenz. Wird sie nicht rechtzeitig angemeldet, kann es böse enden. Doch was „rechtzeitig“ ist, ist oft nur sehr schwer zu bestimmen. „GmbH-Brief AKTUELL“ nennt Warnzeichen, an denen man erkennen kann, wann eine Insolvenz angemeldet werden muss.

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Versäumnis streng sanktioniert

Kissing. 8. Februar 2016 – Mit einer Insolvenz ist nicht zu spaßen. Meldet ein Geschäftsführer sie zu spät an, kann ihn das teuer zu stehen kommen. Wie „GmbH-Brief AKTUELL“ schreibt, ist ein solches Versäumnis streng sanktioniert und regelmäßig eine Straftat.

Zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegen Geschäftsführer

Aber auch zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegen den Geschäftsführer drohen mit teilweise ungeahnt nachteiligen Folgen. Deshalb sollten sie genau wissen, wann Insolvenz anzumelden ist. Doch woran erkennt man, dass die Insolvenz angemeldet werden muss?

Insolvenzanmeldung schon bei Drohen von Zahlungsunfähigkeit

Grundregel: Ist eine GmbH insolvenzrechtlich überschuldet oder zahlungsunfähig, müssen Geschäftsführer Insolvenz anmelden. Sie können es aber auch schon früher, wenn eine Zahlungsunfähigkeit droht. Das bietet sich beispielsweise an, z.B. um eigene Haftungsrisiken zu minimieren.

Erste Warnzeichen

Bei bestimmten ersten Warnzeichen müssen Geschäftsführer sofort reagieren. „GmbH-Brief AKTUELL“ nennt als Beispiele für solche erste Warnzeichen:

  • bilanzielle Überschuldung (die Bilanz zeigt ein Fehlkapital)
  • Drohungen der Finanzierer mit Kreditkündigungen
  • Mahnungen (gerichtlich oder außergerichtlich), insbesondere Häufung von Mahnungen
  • Ausfall von größeren Forderungen.

Bilanzielle und insolvenzrechtliche Überschuldung

Dabei ist ein Unterschied zu machen zwischen bilanzieller und insolvenzrechtliche Überschuldung. Erstere liegt vor, wenn eine GmbH ein Fehlkapital in der Handelsbilanz ausweist. Insolvenzrechtliche Überschuldung liegt vor, wenn in der Bilanz keine stillen Reserven mehr vorhanden sind.

Insolvenzrechtliche Überschuldungslage

Geschäftsführer tun gut daran, eine bilanzielle Überschuldung sofort von einem Fachmann auf eine „insolvenzrechtliche Überschuldungslage“ prüfen zu lassen.

Zahlungsunfähigkeit und Zahlungsstockung

Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht zwischen Zahlungsunfähigkeit und Zahlungsstockung. Erstere ist ein Insolvenzgrund, Letztere nicht. Die Abgrenzung ist für den Geschäftsführer extrem schwierig – aber mit weitreichenden Folgen.

Zwingend erforderliche Zahlungen

Während der Zahlungsstockung darf der Geschäftsführer noch sämtliche Verbindlichkeiten bedienen. Nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit hingegen darf der Geschäftsführer nur noch für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs zwingend erforderliche Zahlungen leisten.

Skrupel vor Gesellschaftern

Achtung! „GmbH-Brief AKTUELL“ weist besonders darauf hin: Spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit muss der Insolvenzantrag bei Gericht sein. Die Wichtigkeit der rechtzeitigen Insolvenzanmeldung dürfe man nicht unterschätzen. Zumal Fremdgeschäftsführer sollten keine Skrupel vor den Gesellschaftern haben. Insolvenzverschleppung ist eine Straftat.

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Autor: Franz Höllriegel
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