Fachbeitrag | Steuern
31.07.2015

5 Informationsquellen des Finanzamts, an die Sie (vielleicht) nicht gedacht haben

Dass das Finanzamt IT-technisch inzwischen enorm aufgerüstet hat und sehr vieles über Sie und Ihre Firma allein aus den elektronischen Steuererklärungen und aus Abfragen bei den Banken weiß bzw. in Erfahrung bringen kann, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Deshalb möchte wir Sie auf einige zusätzliche potentielle „Info-Quellen“ des Fiskus hinweisen, an die man nicht so schnell denkt bzw. auf die man nicht so ohne weiteres kommt.

Machen Sie sich auf die eine oder andere Überraschung gefasst …

Finanzamt© Jürgen Fälchle /​ fotolia.com

Informationsquelle 1: Anonyme Hinweise

Wenn jemand steuerlich getrickst hat, wissen fast immer Familienangehörige oder leitende Angestellte zumindest von einem Teil der Mauscheleien. Die Motive für eine Anzeige sind dann: Erbstreitigkeiten, Scheidungskriege, gekündigte Arbeitsverhältnisse oder einfach nur Neid.

 

Informationsquelle 2: Kreditkartengesellschaften

Besonders beliebt bei der Steuerverwaltung sind Kreditkarten. Denn die meisten Besitzer dieser nützlichen Plastikkärtchen wissen nicht, dass Kreditkartengesellschaften dem Fiskus auf Anfrage die angeforderten Unterlagen, etwa Abrechnungsunterlagen bis zehn Jahre zurück, zur Verfügung stellen müssen – auch ohne richterliche Anordnung. So kann der Fiskus Reisen bei eifrigen Kartennutzern fast auf die Stunde exakt nachzeichnen.

 

Informationsquelle 3: Zeitungen

Bei den Oberfinanzdirektionen gibt es spezielle Zeitungslesedienste. Besonders in Augenschein genommen werden die Kleinanzeigenteile für Autos, Immobilien und Boote. Viele Schwarzgeldtrickser sind dabei schon aufgefallen, weil sie ihre teuren Ferienhäuser im Ausland und ihre Luxusboote per Chiffre-Anzeige verkaufen wollten. Was sie nicht wussten: Die Anzeigenabteilungen der Zeitungen müssen dem Finanzamt den Verkäufer nennen, selbst bei anonymen Chiffre-Anzeigen. Selbst Zeitungsartikel über Einbrüche führen den Fiskus manchmal zu einem Steuerhinterzieher. Wenn dort berichtet wird, dass einem Unternehmer bei einem Einbruch seine millionenschwere Kunstsammlung gestohlen wurde, regt sich die Neugierde jedes Finanzbeamten.

 

Informationsquelle 4: Versicherungsgesellschaften

Bei Betriebsprüfungen großer Versicherungen interessieren sich die Beamten auch für Verträge verschiedener Sparten. Fallen ihnen beispielsweise hohe Hausrat- oder Kunstpolicen in die Hände, ist eine Kontrollmitteilung an das Finanzamt fällig.

Während der Prüfung einer Versicherung schrieb zum Beispiel ein Prüfer Kontrollmitteilungen von Personen, die sogenannte H-Schilder für „Historische Fahrzeuge“ beantragt hatten. Bei dieser Aktion fielen mehrere Oldtimer-Liebhaber auf, deren versteuertes Vermögen für die Anschaffungen dieser Fahrzeuge nicht ausreichte.

 

Informationsquelle 5: Reisebüros

Bei Betriebsprüfungen von Reisebüros und Fluglinien schreiben die Beamten gerne Kontrollmitteilungen über Kunden, die Luxusreisen gebucht haben. Dies gilt teilweise schon bei Buchungen ab 10.000 €. Mit Hilfe dieser Mitteilungen prüfen sie die Einkommensteuererklärungen der Urlauber, ob diese überhaupt so viel Geld zur freien Verfügung gehabt haben.

 

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Autor: Redaktion Unternehmensführung
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