18.07.2018

Hausratversicherungen decken nicht alle Schäden ab

Ursache ist die Mutter der Wirkung – Mütter aber haften für ihre Kinder, heißt es. Das gilt auch bei Wasserschäden: zahlen muss z.B., wessen Badewasser für Überschwemmung sorgt. Gut dran, wer da seinen Hausrat versichert hat. Doch nicht jeder Wasserschaden ist so schon abgedeckt.

Hausrat Versicherung, Wasserschaden, überflutetes Zimmer

Instandhaltungspflicht nicht nachgekommen

Ein altes Rohr im Haus bricht. Der Vermieter ist seiner Instandhaltungspflicht nicht nachgekommen. Er muss für den Schaden aufkommen. Für Schäden am Hausrat des Mieters ist er aber nicht zuständig. Die muss dieser seiner Hausratversicherung melden. Die wiederum übernimmt den Schaden und prüft, wen sie dafür eventuell zur Verantwortung ziehen kann.

Der Versicherung gemeldete Wasserschäden sind keine Seltenheit. „Jährlich zählen die Gebäudeversicherer deutschlandweit über 1,1 Millionen Leitungswasserschäden“, zitiert „rp-online“ Mathias Zunk, Verbraucherexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Im Schnitt entsteht ihm zufolge alle 30 Sekunden ein Leck. Die Kosten summierten sich 2015 auf 2,3 Milliarden Euro. Hinzu kamen laut Zunk 230 Millionen Euro Schäden in der Hausratversicherung.

Wer den Schaden verursacht, hat für den Ersatz sorgen

Grundsätzlich gilt: Für den Schaden aufkommen muss derjenige, der ihn verursacht hat, so Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Mieter ohne Hausratversicherung müssen selbst vom Verursacher Schadenersatz verlangen. Dann springt in der Regel die Haftpflichtversicherung des Verursachers ein, vorausgesetzt seine Schuld ist erwiesen.

Wenn in einer Mietwohnung etwa die Waschmaschine aus- oder die Badewanne überläuft, zahlt der Mieter beziehungsweise seine Hausratversicherung für Schäden innerhalb der Wohnung. Für die durch den Mieter verursachten Wasserschäden außerhalb der eigenen Wohnung, etwa beim Nachbarn, kommt die Haftpflichtversicherung des Mieters auf. „Mieter sollten daher neben der Hausratversicherung immer auch eine Haftpflichtversicherung haben“, erklärt Boss.

Leckes Aquarium oder ausgelaufenes Wasserbett

„Nicht alle Wasserschäden sind standardmäßig versichert“, weiß Corinna Kodim vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Im Fall eines leckgeschlagenen Aquariums oder eines ausgelaufenen Wasserbetts kämen die Versicherungen oft nicht für die Wasserschäden auf. Für solche Fälle sei in der Regel eine erweiterte Police nötig. Wurde sie nicht abgeschlossen, besteht die Gefahr, dass der Verursacher des jeweiligen Wasserschadens auf den Kosten sitzenbleibt.

Das könne auch geschehen, wenn in einer Wohneigentümergemeinschaft nicht der Mieter, sondern ein selbstnutzender Eigentümer der Verursacher des Schadens ist. Seine Privathaftpflicht übernimmt dann zwar die Schäden in der darunterliegenden Wohnung, aber den Schaden an der durchfeuchteten Geschossdecke und an anderen Teilen des Gemeinschaftseigentums nur zum Teil. Der Schadensverursacher muss den seinem Wohnungseigentum entsprechenden Teil der Kosten selbst zahlen.

Drum prüfe die Police …!

Welche Leistungen der Versicherer konkret erbringt und unter welchen Bedingungen, regelt der individuelle Vertrag. Mieter und Hausbesitzer sollten deshalb ihre jeweilige Police prüfen, wie Wasserschäden konkret versichert sind, rät Versicherungsexperte Zunk.

Wurde der Versicherer nicht rechtzeitig über einen eingetretenen Wasserschaden unterrichtet, kann dieser die Zahlung verweigern und kürzen. Was konkret unter „rechtzeitig“ zu verstehen ist, steht normalerweise im Vertrag.

Der Mieter müsse bei einem Wasserschaden alles tun, um den Schaden gering zu halten, so Boss. Dazu gehört, den Hauptwasserhahn abzuschalten, mit Eimer oder Schüssel auslaufendes Wasser aufzufangen, aufwischen – und notfalls die Feuerwehr rufen.

Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für Hausrat

Über ein interessantes Urteil zur Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für Hausrat berichtet hingegen „SteuerSparbrief AKTUELL“ (9/2018). Wie der Beratungsbrief für Selbständige und Unternehmer schreibt, sind diese nicht unbeschränkt abzugsfähig. Das Gericht widerspricht der Auffassung des Bundesfinanzministeriums. In welchen Punkten genau, alles Wissenswerte dazu in dem Newsletter.

 

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Autor: Franz Höllriegel