16.12.2015

Haftung: Durchgriffshaftung

Die GmbH von A-Z

Bei dieser Haftung für Obliegenheiten wird direkt auf den Geschäftsführer durchgegriffen. Die Durchgriffshaftung durchbricht den Grundsatz, den Geschäftsführer ausschließlich als Organ der Gesellschaft zu betrachten, in den Fällen, in denen er seine sich aus dieser Stellung ergebenden Pflichten nicht erfüllt. Mit dieser Durchgriffshaftung kann Schadensersatz von einem Geschäftsführer verlangt werden. Voraussetzung ist, dass dem Geschäftsführer ein eigenes vorwerfbares, schuldhaftes Verhalten angelastet werden kann. Eine solche Haftung kann bestehen gegenüber der Gesellschaft, gegenüber den Gesellschaftern, gegenüber Dritten oder gegenüber Behörden.

Was versteht man unter Durchgriffshaftung?

Ein Geschäftsführer verkörpert das Handeln für die und zugunsten der Gesellschaft. Er vertritt sie nach § 35 Abs. 1 GmbH-Gesetz gerichtlich und außergerichtlich. Er handelt im Interesse und für Rechnung der Gesellschaft, die im eigenen Namen auftritt und für eigene Rechnung handelt. Verbindlichkeiten, die der Geschäftsführer in Ausübung seiner Funktion begründet, sind immer Verbindlichkeiten der Gesellschaft und nicht des Geschäftsführers persönlich. Er haftet daraus nicht, sondern die Gesellschaft.

Organverantwortung

Mit seiner Bestellung werden dem Geschäftsführer Pflichten übertragen, die in ihrer Summe seine Organverantwortung für die GmbH beschreiben. Der erforderliche Sorgfaltsmaßstab ist die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns, die Rechtsfolge bei schuldhafter Pflichtverletzung

Autor: Dr. Stephanie Kaufmann-Jirsa (Die Rechtsanwältin ist Autorin zahlreicher Fachbücher und unsere Expertin für Rechtsthemen.)

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