Fachbeitrag | Steuern
10.08.2015

Geschenke müssen versteuert werden

Bundesfinanzministerium stellt § 37 b EStG klar.

Irgendjemand muss zahlen. Die Frage ist nur, wer. Das ist auch bei Geschenken für Geschäftsfreunde nicht anders – und bei der Steuer dafür schon gar nicht. Soll diese nicht der Beschenkte zahlen, muss es der Schenker tun. Das hat das Bundesfinanzministerium jetzt klargestellt.

Steuer Geschenk© Floydine /​ fotolia.com

Bei der Freundschaft hört die Steuer nicht auf

Kissing. 10. August 2015 – Es gilt der Grundsatz: Geschäftsfreunde erhalten ein Geschenk aufgrund der geschäftlichen Tätigkeit. Deswegen sind Geschenke auch bei diesen steuerpflichtig. Gleiches gilt, wenn ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber beschenkt wird. Na, toll, wird sich ein dermaßen mit der Wohltat Bedachter denken – und sich für ein Geschenk bedanken, für das er auch noch zahlen soll.

Arbeitgeber als Schenker

Das sieht auch der Gesetzgeber ein. Er hat mit § 37b EStG Abhilfe geschaffen. Danach können Arbeitgeber als Schenker den „Vorteil des Kunden bzw. Arbeitnehmers“ pauschal besteuern. Das Bundesfinanzministerium hat dazu ein umfangreiches Schreiben mit Erläuterungen herausgegeben, wie der „GmbH-BRIEF“ (11/2015) berichtet.

GmbH Zuwendende

Der Newsletter für Finanzsicherheit für den GmbH-Geschäftsführer wartet mit einer Reihe von Erläuterungen, Tipps und Hinweisen zu den Regelungen auf. Danach kann auch eine GmbH Zuwendende wie überhaupt alle natürlichen oder juristischen Personen, Zuwendungsempfänger eigene Arbeitnehmer wie auch Dritte sein. Die Rechtsform spiele keine Rolle.

Aufmerksamkeiten nicht über 60 Euro

Zugewendet werden könnte alles sein, was zusätzlich zur vereinbarten Leistung oder zum geschuldeten Arbeitslohn geschenkt wird, aber auch nur das. Aufmerksamkeiten im Wert von nicht mehr als 60 Euro bei einem besonderen persönlichen Ereignis seien keine Geschenke im steuerlichen Sinne und gehörten nicht in die Bemessungsgrundlage für die Pauschalierung, schreibt „GmbH-BRIEF“. Nur was im Wert darüber liegt, könne pauschaliert werden.

30 Prozent Lohnsteuer auf Bruttowert

Bewertet würden Zuwendungen und Geschenke mit dem Bruttowert, also einschließlich Umsatzsteuer. Auf diesen Betrag sei 30 Prozent Lohnsteuer abzuführen. Pauschalierung ausgeschlossen

Die Pauschalierung ist dem Bericht zufolge allerdings ausgeschlossen, wenn

  • die Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr oder
  • die Aufwendungen für die einzelne Zuwendung den Betrag von 10.000 Euro übersteigen.

 

Sie fanden diesen Artikel hilfreich und brauchen ganz ähnliche Informationen rund um das Thema Steuer? Dann empfehlen wir Ihnen unser Fachmagazin GmbH-Brief, aus dem dieser Artikel stammt.

Bestellen Sie jetzt Ihr kostenloses Probeexemplar.

Autor: Franz Höllriegel 
  • GmbH-BRIEF

    Ihr monatlicher Informationsdienst als GmbH-Geschäftsführer (24,95 € pro Ausgabe)

    € 33,27 / Monat Newsletter
    Jahresbezugspreis € 399,20 zzgl. € 18,00 Versandpauschale und MwSt.

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen