Fachbeitrag | Steuern
15.09.2015

Gefahrenstellen bei Minijob oft unterschätzt

„SteuerSparBRIEF“ rät: jeden Monat gleiche Stundenzahl.

Minijob – das hört sich so niedlich und praktisch an. Wer vermutet da schon Gefahrenstellen? Doch gerade diese gibt es zuhauf. Wer sie nicht beachtet, kann sich ordentlichen Ärger einhandeln. Der aktuelle „SteuerSparBRIEF“ (12-2015) rät, Minijobber jeden Monat die gleiche Anzahl Stunden leisten zu lassen und ein penibel geführtes Monats-Zeitkonto zu führen.

Minijob© stockWERK /​ fotolia.de

DRV überprüft Minijobs

Kissing. 14. September 2015 – Das Problem bei Minijobs: die Deutsche Rentenversicherung überprüft dann und wann. Ein geringfügig Beschäftigter darf monatlich nur 450 Euro verdienen. Wenn er nicht geleistete Stunden eines Monats in einem anderen Monat nachholt, wird dies von der DRV regelmäßig beanstandet. Grund: Sie achtet auf die im zweiten Monat tatsächlich geleistete Arbeit. In dem Monat, in dem der Minijobber zu wenig arbeitet, wäre der Dauer-Beitragsnachweis zu hoch und damit falsch.

Mehrleistung auf anderen Monat übertragen

In dem Monat, in dem er die Arbeitszeit nachholt, arbeitet er aber tatsächlich mehr. Überschreitet er dadurch die monatliche 450 Euro-Grenze, ist es kein Minijob mehr. Vor den Folgen warnt „SteuerSparBRIEF“: „nachträglich höhere Versteuerung und jede Menge Ärger – auch mit anderen Arbeitgebern, wenn der Minijobber seine 450 € auf mehrere Arbeitgeber verteilt!“

Monats-Zeitkonto penibel führen

Der Newsletter für Selbständige und Unternehmer rät zu einem Monats-Zeitkonto. Arbeitgeber sollten penibel darauf achten, dass der Minijobber jeden Monat die gleiche vereinbarte Stundenanzahl ableistet. Eine ordnungsgemäß gemeldete Erkrankung gelte dabei als absolvierte Arbeitszeit, auch wenn der Betrieb dafür eine Lohnerstattung erhält.

Meldeaufwand gering halten

Überdies lasse sich mit einem solchen Zeitkonto der Meldeaufwand gering halten. Denn dadurch falle in jedem Monat derselbe Lohnbetrag an und der Betrieb könne einen Dauerbeitragsnachweis erstellen. Aufgrund dessen ziehe die Minijobzentrale dann jeden Monat denselben Abgabenbetrag ein. Kommt der Minijob dagegen auf unterschiedliche Stundenzahl pro Monat, müsse der Arbeitgeber auch jeden Monat einen neuen Beitragsnachweis an die Minijob-Zentrale schicken.

Rechten und Pflichten bei Minijobs

„SteuerSparBRIEF“ wartet in seiner jüngsten Ausgabe mit einer ganzen Liste von Hinweisen auf arbeitsrechtliche Rechten und Pflichten auf, die bei Minijobs zu beachten sind von beiden, Arbeitgeber wie Minijobber. So darf ein Minijobber maximal 450 Euro pro Monat verdienen. Nimmt er mehrere 450 Euro-Jobs an – was übrigens durch Datenabgleich der Minijob-Zentrale sofort auffällt –, würden Sozialversicherungsbeiträge (Rentenversicherung, Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung) fällig.

Bundessozialgericht verschärft Mehrminijobrecht

Bis Ende 2009 wurden die betroffenen Arbeitgeber nicht rückwirkend zur Kasse gebeten. Zwei Urteile das Bundessozialgericht hätten dies gravierend geändert. Die Minijob-Zentrale nahm ihre Revision zurück und es kam damit allerdings nicht zu einem höchstrichterlichen Urteil zu diesem Sachverhalt.

Nummer Sicher: Bestätigung über Minijobs

Folge: Für alle 450 Euro-Jobs müssen Unternehmen seit 2013 auf Nummer Sicher gehen, um eine nachträgliche Sozialversicherungspflicht zu vermeiden. Unternehmen sollten Minijobbern bei Beschäftigungsbeginn und zusätzlich einmal pro Quartal eine entsprechende Bestätigung zur Unterschrift vorlegen mit der Bestätigung, dass der Minijobber keine weiteren Tätigkeiten ausübt.

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Autor: Franz Höllriegel
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